Das Amt Preußisch Oldendorf war ein Amt im Kreis Lübbecke in Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Preußisch Oldendorf. In der Gemeinde Blasheim gab es eine Verwaltungsaußenstelle. Durch das Bielefeld-Gesetz wurde das Amt zum 31. Dezember 1972 aufgelöst. Rechtsnachfolgerin des Amtes ist die Stadt Preußisch Oldendorf.

Geographie

Das Amt erstreckte sich zwischen dem Wiehengebirge und dem Mittellandkanal. Im Westen grenzte es an das Land Niedersachsen.

mini|Das ehemalige Amtshaus und heutige Rathaus in Preußisch Oldendorf Geschichte Die meisten Orte des späteren Amtes Preußisch Oldendorf gehörten bis zur Franzosenzeit zum Amt Limberg der Grafschaft Ravensberg; lediglich Blasheim, Obermehnen und Stockhausen gehörten zum Amt Reineberg des Fürstentums Minden. Von 1807 bis 1810 gehörte das gesamte Gebiet zum napoleonischen Satellitenstaat Königreich Westphalen. Während dieser Zeit bildeten die Orte Oldendorf, Offelten, Engershausen, Harlinghausen, Schröttinghausen, Getmold, Holzhausen, Heddinghausen, Börninghausen und Eininghausen den Kanton Pldendorf im Distrikt Minden des Königreichs. Dieser Kanton hatte im Jahr 1808 4.663 Einwohner.Johann Georg Hassel: Geographisch-statistischer Abriß des Königreichs Westphalen. Verlag des Landes-Industrie-Comptoirs, Weimar 1809 Volltext bei Google Books, S. 244 Blasheim, Obermehnen und Stockhausen gehörten zwährend dieser Zeit zum Kanton Lübbecke.

Bei der Annexion großer Teile Norddeutschlands durch Napoleon Bonaparte fiel von 1811 bis 1813 das gesamte Gebiet an das Kaiserreich Frankreich und gehörte dort zum Arrondissement Minden im französischen Departement der Oberen Ems. Gemäß der in Frankreich üblichen Verwaltungsstruktur wurden mehrere Mairien (Bürgermeistereien) eingerichtet: Die Mairie Oldendorf mit den Orten Oldendorf, Engershausen, Getmold, Harlinghausen, Offelten und Schröttinghausen Die Mairie Blasheim mit Blasheim, Obermehnen und Stockhausen Die Mairie Börninghausen mit Börninghausen und Eininghausen Die Mairie Holzhausen mit Holzhausen und Heddinghausen Nach der napoleonischen Niederlage fiel ganz Minden-Ravensberg 1813 zurück an Preußen. Bei der Kreiseinteilung der neuen Provinz Westfalen im Jahr 1816 wurden die vier napoleonischen Bürgermeistereien zu Verwaltungsbezirken im neuen Kreis Rahden.Amtsblatt der Regierung Minden 1816, S. 171 f.Ruth Meyer zum Gottesberge: Die geschichtlichen Grundlagen der westfälischen Landgemeindeordnung von 1841. (Dissertation, Bonn), 1933, S. 95 Aus dem Kreis Rahden wurde 1832 der Kreis Lübbecke.

Bei der Einführung der westfälischen Landgemeinde-Ordnung von 1841 wurden 1843 im Kreis Lübbecke aus den bestehenden Verwaltungsbezirken Ämter gebildet, die in Städte und Landgemeinden gegliedert wurden.Amtsblatt der Regierung Minden 1843: Bildung der Ämter im Kreis Lübbecke Im Raum Preußisch Oldendorf entstanden so vier Ämter: Das Amt Oldendorf mit der Stadt Oldendorf sowie den Landgemeinden Engershausen, Getmold, Harlinghausen, Offelten und Schröttinghausen Das Amt Blasheim mit der Landgemeinde Blasheim, zu der auch Obermehnen und Stockhausen gehörten Das Amt Börninghausen mit der Landgemeinde Börninghausen, zu der auch Eininghausen gehörte Das Amt Holzhausen mit der Landgemeinde Holzhausen, zu der auch Heddinghausen gehörte Alle vier Ämter wurden von Anbeginn in Personalunion vom Oldendorfer Amtmann verwaltet und wurden in der Folgezeit oft als ein Amt angesehen. Etwa seit den 1850er Jahren wurden Stadt und Amt zur Unterscheidung von Hessisch Oldendorf Preußisch Oldendorf genannt. 1890 wurden alle vier Ämter auch formell zum Amt Preußisch Oldendorf vereinigt.Amtsblatt der Regierung Minden 1890, S. 185 Das vereinigte Amt gliederte sich in neun Gemeinden: Blasheim Börninghausen Getmold Engershausen Harlinghausen Holzhausen Offelten Preußisch Oldendorf (Stadt) Schröttinghausen Über einen langen Zeitraum war das Amt von Landwirtschaft und handwerklichen Kleinbetrieben geprägt. Dem umfangreichen Leinengewerbe folgte die Zigarrenindustrie. Hinzu kamen später mittelständische Betriebe wie Ziegeleien und die Möbel- sowie Margarineindustrie.

Durch das Bielefeld-Gesetz wurde das Amt Preußisch Oldendorf zum 31. Dezember 1972 aufgelöst. Die Gemeinde Blasheim wurde, bis auf eine rund 1,2 km² großen Gebietsstreifen, in die Stadt Lübbecke eingegliedert. Die anderen Gemeinden bilden mit den Gemeinden Hedem und Lashorst des Amtes Alswede die neue Stadt Preußisch Oldendorf. Lübbecke und Preußisch Oldendorf wurden Teil des neuen Kreises Minden-Lübbecke.

Einwohnerentwicklung

Jahr AmtBlasheim AmtBörninghausen AmtHolzhausen AmtPr. Oldendorf Quelle 1818 2.009 740 1.124 2.612 Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1816–1871. Düsseldorf 1966 1843 3.037 1.282 1.392 3.547 1864 2.921 1.339 1.304 3.695 Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Minden, 1866 1871 2.796 1.315 1.291 3.586 1885 2.669 1.266 1.214 3.364 Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen 1885 Amt Preußisch Oldendorf 1910 9.979 1925 10.120 1939 10.399 1950 14.172 Regionales Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen) 1961 12.961 1970 13.124 1972 13.747

Einzelnachweise

Preussischoldendorf Kategorie:Historisches Territorium (Kreis Minden-Lübbecke) Kategorie:Preußisch Oldendorf Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1843 Kategorie:Aufgelöst 1972