Die Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e. V. (FeM) ist einer der größten studentischen Vereine an einer Hochschule in Thüringen. Gegründet wurde der Verein im Jahr 1997 im Umfeld der TU Ilmenau. Er umfasst derzeit circa 2.000 Mitglieder und betreibt das größte selbstverwaltete studentische Netzwerk Thüringens. Über verschiedene Streamingprojekte erreichte der Verein auch außerhalb Thüringens Bekanntheit.

Ziele Ziele des Vereins sind die Durchführung von Projekten der Forschung, Wissenschaft & Bildung, Erziehung, Kunst & Kultur sowie der Völkerverständigung im Bereich elektronischer Medien. Außerdem werden ähnliche Vorhaben anderer Organisationen, die den Bereich elektronische Medien betreffen oder im Umfeld desselben angesiedelt sind, gefördert. Weiterhin wird Jugendarbeit betrieben, insbesondere die Förderung jugendlicher Computerbenutzer. Hierbei werden diese an neue Technologien herangeführt, um diese kennen und nutzen zu lernen. Die FeM e. V. leistet Öffentlichkeitsarbeit, um die Bevölkerung mit neuen Technologien vertraut zu machen und auf die Chancen und Risiken derselben hinzuweisen.

Geschichte Im Umfeld der TU Ilmenau hatten sich in den Studentenwohnheimen viele verschiedene Studenteninitiativen entwickelt, welche das Ziel hatten, die entsprechenden Wohnheime mit Kabelkanälen und Netzwerktechnik auszustatten. mini|hochkant=0.6|Verkabelung des Blocks K im Jahr 2002

Das erste Projekt TU-Connect scheiterte zwar, stellte jedoch Kontakte mit dem Rechenzentrum sowie dem Studentenwerk her. Das erste Wohnheim wurde 1996 bei der Renovierung durch das Studentenwerk mit Netzwerkkabeln ausgestattet. Der Versuch, das Projekt beim Radio hsf unterzubringen, wurde wegen Bedenken bezüglich der Gemeinnützigkeit abgelehnt. Als Konsequenz wurde am 15. April 1997 eine gemeinnützige Vereinigung, die ein Netzwerk und Internetzugang als Basis hat, gegründet. Dies war die Geburtsstunde der Forschungsgemeinschaft elektronischer Medien e. V.

Durch Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum wurde das Projekt virtueller Hörsaal ins Leben gerufen und am 14. Juni 1997 zum Tag der offenen Tür im Thüringer Landtag gemeinsam vorgestellt. Im November wurde durch einen Kooperationsvertrag mit der TU Ilmenau eine Internetanbindung sichergestellt. Ebenfalls demonstrierte man mit dem Projekt Virtueller Hörsaal im November 1997 eine Videokonferenz, was zu dieser Zeit aufgrund des nötigen Datendurchsatzes und den technischen Schwierigkeiten eine große Herausforderung darstellte. Durch den Beitritt der Bewohner weiterer Wohnhäuser auf dem Campus, wurde der finanzielle Rahmen erheblich verbessert. Im Jahr 2001 entstand eines der wichtigsten Projekte, welches später als Studentenportal Ilmenau, kurz s, bekannt wurde. Im Jahr 2005 begann durch eine Kooperation mit dem Thüringer Landtag die Live-Übertragung von Plenarsitzungen. Außerdem wurde zum ersten Mal der Chaos Communication Congress des Chaos Computer Clubs übertragen und aufgezeichnet. Zwischen 2002 und 2005 kamen circa zehn neue Projekte hinzu.

Ende 1996 wurde im Zuge der Medienausbildung an der Technischen Universität Ilmenau der „Ilmenauer Studierendenfernsehfunk“, kurz „iSTUFF“ gegründet. Zunächst vom Institut für Medientechnik nur gedacht, um den Studenten der Medientechnologie eine Praxisbasis zu bieten, zeigte sich schnell, dass iSTUFF auf großes Interesse bei allen Medienstudenten der TU Ilmenau stößt. Nach langen Verhandlungen wurde auf der Suche nach einer Rechtsform für iSTUFF im September 2006 iSTUFF ein Ressort der FeM. In enger Zusammenarbeit mit der TU Ilmenau werden viele Projekte im Bereich der Medien realisiert.

mini|Entwicklung der Spendeneinnahmen Da der Verein ein Lager mit umfangreicher Technik besitzt und diese an interne Teams/Projekte, sowie teilweise auch an externe Partner ausgegeben wird, gibt es seit 2007 eine EDV-gestützte Lagerverwaltung. Das Streamingteam zeichnete zusammen mit dem Ressort iSTUFF zwei Konzerte auf, welche unter der Creative Commons Lizenz stehen, außerdem wurde von 2007 bis 2010 die Formula Student Germany live übertragen.

FEM und ISTUFF wurden 2008 als Wortmarken der FeM e. V. beim Deutschen Patent- und Markenamt registriert. Kurze Zeit nach der Anmeldung kam es zu einer Rechtsstreitigkeit mit einer großen deutschen Fernsehsendergruppe, wobei die FeM eine Lizenz für eine uneingeschränkte Nutzung der Marke FeM ausstellte.

Im Vorfeld des 27. Chaos Communication Congress wurde im November 2010 ein Spendenaufruf gestartet, um Unterstützung bei der Anschaffung neuer Technik zum Streaming zu erhalten. Insgesamt konnten so 13.629,95 € Spenden gesammelt werden (Stand: 28. Januar 2011).

Im Sommersemester 2012 entstand das Ressort Broadcast aus dem Zusammenschluss verschiedener Projekte mit dem Ressort Streaming.

Anfang 2013 wurde mit der Marke himmelblau tv eine dritte Wortmarke gesichert. Des Weiteren wurde ein Beitrag von himmelblau tv aus dem Jahr 2013 mit dem Rundfunkpreis Mitteldeutschland in der Kategorie Länderpreise Thüringen geehrt.

Bereits im Jahr 2011 gab es Überlegungen einen Übertragungswagen anzuschaffen. Konkreter wurden die Überlegungen im Wintersemester 2013/2014. Als Grundlage sollte ein gebrauchter Mercedes-Benz Sprinter Kastenwagen dienen. Ziel war es, den technischen Teil bei Liveübertragungen deutlich zu vereinfachen. Der Ausbau geschah in mehreren Ausbaustufen und konnte im September 2014 zum ersten Mal bei einer Veranstaltung getestet werden.

Im Jahr 2015 wurde die 2014 als studentische Arbeitsgemeinschaft Robotik gegründete ein Projekt der FeM und nahmen im März 2016 an der RobotChallange in Wien statt. Dabei trat man in den Kategorien Air Race und Puck Collect an und gewann in der Kategorie Air Race den ersten Platz.

Ressorts Die Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e. V. unterteilt sich intern in fünf Ressorts. Die Ressorts Management und Marketing dienen hauptsächlich der internen Kommunikation, Verwaltung und Darstellung nach innen und außen, sind für die Öffentlichkeit jedoch nicht von Relevanz.

Technik Nachdem mittlerweile alle Studentenwohnheime verkabelt und vernetzt sind, wandelte sich das Aufgabengebiet des Ressorts Technik immer mehr von der Erstinstallation zur Wartung und Modernisierung der Infrastruktur. Die Hauptprojekte liegen im Bereich Umbau und Modernisierung des Netzwerks und der Betriebsräume, Erweiterung und Pflege bestehender Dienste, Unterstützung anderer Vereine, vor allem in den Bereichen Mail- und Webhosting, sowie dem Einsatz von neuen Diensten, wie zum Beispiel Icinga.

Broadcast Das Ressort Broadcast entstand aus dem Zusammenschluss verschiedener Projekte mit dem Ressort Streaming. Dieses beschäftigt sich in mehreren Unterprojekten mit der Übertragung von Audio- und Videosignalen in Netzwerken und trägt somit zum Projekt Virtueller Hörsaal bei. Regelmäßig werden größere Events gestreamt. Hierbei wären das Streaming von Plenarsitzungen aus dem Thüringer Landtag, Live- und On-Demand-Streaming des Chaos Communication Congress auf Golem.de auf Golem.de auf heise.de

Beim Wechsel des Chaos Communication Congress nach Hamburg (29C3), konnten die Rechnerressourcen und Bandbreite anderer Studentennetzwerke in Deutschland genutzt werden. Außerdem erhielt man Unterstützung aus dem CCC-Umfeld. Im Jahr darauf wurde diese Aufgabe formal von dem inzwischen seit 2010/11 gegründete CCC Video Operation Center (VOC) übernommen, welches aber weiterhin durch die FeM unterstützt wurde. Seit dem 31C3 hat das VOC die Leitung übernommen und wird von der FeM unterstützt.

Von 2007 bis 2010 wurde die Formula Student Germany am Hockenheimring übertragen.

Weitere nennenswerte Streamingprojekte: mini|FeM Village auf dem Chaos Communication Camp 2007 mini|FeM Streaming auf der Formula Student Germany

2005: What The Hack 2006: Deutsche Meisterschaft Kanurennsport Brandenburg/Havel, Regattastrecke Beetzsee 2007: Chaos Communication Camp in Finowfurt 2008: Kanu Marathon World Cup Brandenburg/Havel, Regattastrecke Beetzsee 2008: Großdemonstration Freiheit statt Angst in Berlin 2009: Deutsche Meisterschaft Kanurennsport Brandenburg/Havel, Regattastrecke Beetzsee 2009: Übertragung der Vorläufe der Europameisterschaft im Kanurennsport Brandenburg/Havel, Regattastrecke Beetzsee 2009: Großdemonstration Freiheit statt Angst in Berlin 2010: Deutsche Meisterschaft Kanurennsport Brandenburg/Havel, Regattastrecke Beetzsee 2010: Übertragung der Vorläufe der Europameisterschaft im Kanurennsport Brandenburg/Havel, Regattastrecke Beetzsee 2010, 2011, 2012: Art.on.Wires – „A Festival for Live and Interactive Art & Technology“ Oslo, Norwegen

Weiterhin zum Ressort gehört die Bereitstellung einer Sendeschleife für eigene Fernsehbeiträge des eigenen Fernsehsenders iSTUFF. Zu den Verbreitungswegen gehören – neben einem Internetstream – auch ein DVB-T Sender im Stadtgebiet Ilmenau.

iSTUFF iSTUFF ist der studentische Fernsehsender der TU Ilmenau. Hier können Studenten in den anfallenden Aufgaben aus den Bereichen Redaktion, Technik und IT, Programmgestaltung und -durchführung, Schulungen, Organisation des Tagesgeschäfts sowie Durchführung neuer Projekte, wie die schrittweise Umrüstung auf digitale Technik, miterleben.

Technik und Empfang mini|Regie im Medienlabor II

Die Studios sind Laboratorien der TU Ilmenau, die den Studenten zum Zweck der studienbegleitenden Ausbildung zur Verfügung gestellt werden. Zwei Studios stehen für Produktion und Sendungen zur Verfügung: Das "Studio Oec" mit analoger TV-Technik (zum Beispiel Betacam SP) zum Kennenlernen der Produktionsprozesse sowie für aufwändigere Sendungen und Produktionen das "Medienlabor II", welches auf digitaler Basis (SDI) zwei komplette Studios mit fünf Kameras integriert hat. Der konventionelle Teil bietet eine moderne Studioumgebung mit Operafolie, der andere Teil bietet die Möglichkeiten eines virtuellen Studios. Die Regie ist ausgestattet mit IMX, DigitalS, DVCPro, MiniDV, zwei Bildmischpulten, einem Tonmischpult, einem Schriftgenerator und einem Teleprompter. iSTUFF kann im Kabelnetz auf dem Campus und einigen Kabelgemeinschaften im Stadtgebiet empfangen werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, das Programm per Stream über die Website oder mittels DVB-T zu empfangen.

Programm Was bei iSTUFF gezeigt wird, entscheiden die Mitglieder. Vor jedem Semester sammeln die Verantwortlichen der Programmgestaltung die Vorschläge der Mitglieder. Produziert wird anschließend alles, was genügend Interessenten zur Teilnahme anlockt. Anschließend werden die Sendetermine festgelegt und die jeweiligen Teams gebildet und durch einen Hauptverantwortlichen und jeweils einen Technik- und Marketingverantwortlichen vertreten. Die Produktion der Sendung und auch der anschließende Vertrieb via Campuskabel und Internet gestalten die jeweiligen Sendeformate selbst. Technischen Support findet das Team hier beim iSTUFF-Technikteam. Während des Semesters produzierte iSTUFF bis 2024 wöchentlich sTV. Diese Sendung wurde mittels HTML5 direkt in das vereinseigene Studentenportal angebunden und lieferte jede Woche Nachrichten und Unterhaltsames aus dem Studentenleben. Mitte 2024 wurde sTV durch das News-Format "CampusBlick" ersetzt.

Spezielle Sendungen Neben den regulären Sendeformaten produziert iSTUFF auch Sondersendungen, wie beispielsweise die „ISWIsion“. In ungeraden Jahren findet in Ilmenau die „International Student Week Ilmenau“, kurz ISWI, statt. In diesem Rahmen wird jeden Tag für eine halbe bis eine Stunde eine Live-Sendung in Englisch produziert, um das internationale Publikum zu erreichen. Unterstützt wird das Team dabei von Gästen und älteren iSTUFF-Mitgliedern.

Zum „Himmelblau-Festival“, einem Open-Air-Festival im Stadtpark Ilmenau, produzierte iSTUFF ebenfalls: Seit dem ersten Festival 2003 unterstützte iSTUFF dieses Event mit einer Live-Videoübertragung auf Großbildleinwänden und anschließender DVD-Produktion.