Das Amt Borgholzhausen war bis 1969 ein Amt im Kreis Halle (Westf.) in Nordrhein-Westfalen, Deutschland mit Sitz in Borgholzhausen. Die historischen Vorläufer des Amtes waren die Vogtei Borgholzhausen in der Grafschaft Ravensberg und die Mairie Borgholzhausen in der Franzosenzeit.

Vorgeschichte

Die Vogtei Borgholzhausen Die Vogtei Borgholzhausen war bis 1807 eine Verwaltungseinheit im Amt Ravensberg der Grafschaft Ravensberg. Sie war deckungsgleich mit dem Kirchspiel Borgholzhausen und umfasste die Stadt Borgholzhausen, die Bauerschaften Barnhausen, Berghausen, Casum, Cleve, Hamlingdorf, Holtfeld, Kleekamp, Oldendorf, Ostbarthausen, Westbarthausen, Wichlinghausen und Winkelshütten sowie die adligen Güter Brinke, Holtfeld und Kuhhof.

Die Mairie Borgholzhausen Nachdem die Grafschaft Ravensberg 1807 an das Königreich Westphalen gefallen war, wurden neue Verwaltungsstrukturen nach französischem Vorbild geschaffen. Das Gebiet der alten Vogtei Borgholzhausen wurde dem Kanton Halle im Distrikt Bielefeld des Departements der Weser zugeordnet.Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.); Projekt Westfälische Geschichte : "Königliches Decret, wodurch die Eintheilung des Königreichs in acht Departements angeordnet wird", mit: "Verzeichniß der Departements, Districte, Cantons und Communen des Königreichs" 1808 wurde der Kanton aufgrund seiner hohen Bevölkerungszahl in die beiden Munizipalitäten Halle und Borgholzhausen untergliedert. Die Gemeinden der alten Vogtei Borgholzhausen bildeten die Munizipalität Borgholzhausen.

Bei der Annexion großer Teile Norddeutschlands durch Napoleon Bonaparte im Jahre 1811 fiel auch die Munizipalität Borgholzhausen an Frankreich. Diese bildete nun die Mairie Borgholzhausen im Kanton Dissen des Arrondissements Osnabrück, das zum Département der oberen Ems gehörte.

Nach der napoleonischen Niederlage fiel das Gebiet der Grafschaft Ravensberg zurück an Preußen und wurde zunächst der Regierungskommission Bielefeld des Generalgouvernements zwischen Weser und Rhein unterstellt, bevor es 1815 Teil der neuen Provinz Westfalen wurde und 1816 in Kreise gegliedert wurde. Die Kantone bzw. Bürgermeistereien aus der Franzosenzeit wurden als Verwaltungseinheiten unterhalb der Kreisebene teilweise beibehalten. Aus der französischen Mairie Borgholzhausen wurde der preußische Verwaltungsbezirk Borgholzhausen, der 1816 zum neuen Kreis Halle kam.

Das Amt Borgholzhausen

Bei der Einführung der westfälischen Landgemeinde-Ordnung von 1841 wurden die Verwaltungsbezirke unterhalb der Kreisebene, sofern es sich nicht um Städte gemäß der revidierten Städteordnung handelte, zu Ämtern. Im Kreis Halle wurde dadurch aus dem Verwaltungsbezirk Borgholzhausen das Amt Borgholzhausen. Die westfälischen Ämter bildeten die zweitunterste Verwaltungsinstanz und wurden zunächst von durch die Regierung ernannten Amtmännern, später von Amtsbürgermeistern geführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg hießen die Leiter der Ämter Amtsdirektoren.

1928 wurde Gutsbezirk Brincke mit den Gemeinden Winkelshütten und Barnhausen zur neuen Gemeinde Brincke zusammengeschlossen, die 1929 in Barnhausen umbenannt wurde.

Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurden zum 1. Juli 1969 mit dem „Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Landkreises Halle“ vom 24. Juni 1969 die Gemeinden des Amtes zur Stadt Borgholzhausen zusammengefasst.Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Bürgerservice: Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Landkreises Halle

Amtsgliederung

Die folgenden Gemeinden gehörten dem Amt Borgholzhausen an: GemeindeStand: 6. Juni 1961 Fläche (ha) Gemeinden des Amtes Borgholzhausen 300px|zentriert|Administrative Gebietsgliederung des Amtes Borgholzhausen Barnhausen 1.115 Berghausen 603 Gutsbezirk Brincke (ab 1. Oktober 1928 zu Barnhausen) siehe dort Stadt Borgholzhausen 761 Casum 410 Cleve 265 Hamlingdorf 126 Holtfeld 645 Kleekamp 390 Oldendorf 210 Ostbarthausen 268 Westbarthausen 377 Wichlinghausen 383 Winkelshütten (ab 1. Oktober 1928 zu Barnhausen) siehe dort

Einwohnerentwicklung

Nachfolgend dargestellt ist die Einwohnerentwicklung des Amtes in der Zeit von 1817 bis 1969. 300px|mini|Bevölkerungsentwicklung im Amt Borgholzhausenzwischen 1817 und 1969 Jahr Einwohner Quelle 1817 4930 Landkreis Halle (Westf.) 1816–1969, 150 Jahre Landkreis Halle (Westf.), S. 132 1843 6057 Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1816–1871. Düsseldorf 1966 1871 4951 1900 5146 1910 4884 1939 4809 1946 7132 1961 7208 1965 7540

Literatur 150 Jahre Landkreis Halle (Westf.). 1816–1966. Eine Darstellung seiner Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte. Landkreis Halle/Westfalen, Halle 1966.

Einzelnachweise

Borgholzhausen Kategorie:Borgholzhausen Kategorie:Geschichte (Kreis Gütersloh) Borgholzhausen Kategorie:Aufgelöst 1969