Der Junkers L 5 war ein flüssigkeitsgekühlter Sechszylinder-Flugmotor mit 22,9 Litern Hubraum, , abgerufen am 15. Januar 2009 den die Junkers Motorenbau GmbH ab 1925 als Lizenzbau des BMW IV fertigte. Er war Nachfolger des hubraumkleineren Junkers L 2 von 1924, , abgerufen am 15. Januar 2009 der wiederum auf dem BMW IIIa beruhte.
Geschichte Professor Hugo Junkers entschloss sich Anfang der 1920er-Jahre aufgrund der steigenden Nachfrage nach Flugmotoren eine eigene Motorenfertigung aufzunehmen. Erfahrungen im Großmotorenbau waren vorhanden;, abgerufen am 15. Januar 2009 die Junkers Motorenbau GmbH (Jumo) wurde 1923 gegründet. Bis dahin waren alle Flugzeuge der Junkers Flugzeugwerke AG mit Motoren von BMW, DMG, Siemens & Halske und Armstrong-Siddeley ausgerüstet worden. Die ersten Prüfläufe wurden 1924 durchgeführt und im August 1925 erhielt der L 5 in der Ausführung mit die Zulassung. Es wurden über 1000 Stück mit unterschiedlichen Verdichtungsverhältnissen von 5,0:1 bis 7,0:1 produziert, wobei der L 5G für Kraftstoff mit 80 Oktan die meistgebaute Variante war. Der L 5 wurde 1927 zum Zwölfzylinder-V-Motor L 55 weiterentwickelt.
Konstruktion Es handelt sich um einen wassergekühlten Sechszylinder-Reihenmotor. Das Kurbelgehäuse aus einer Aluminiumlegierung ist horizontal geteilt. Die Kurbelwelle besteht aus Grauguss, als Kurbelwellenlager kommen sieben Gleitlager zum Einsatz. Die gusseisernen Zylinder sind einzeln auf dem Kurbelgehäuse angeordnet und verfügen über aufgeschweißte Mäntel aus Stahlblech für die Wasserkühlung. Die Kolben besitzen je drei Kolbenringe. Die obenliegende Nockenwelle (OHC-Ventilsteuerung) wird von einer Königswelle angetrieben. Die hängenden Ventile werden durch Rollenkipphebel betätigt.
Für die Gemischbildung sorgt ein einzelner Vergaser. Die Doppelzündanlage (zwei Zündkerzen je Zylinder) besteht aus zwei Bosch-Magnetzündern. Die Zündfolge ist: 1–5–3–6–2–4. Die Druckumlaufschmierung wird mit einer Kolben-Ölpumpe aufrechterhalten. Eine Kühlwasserpumpe wälzt das Kühlmittel um.
Verwendung Der Junkers L 5 wurde bei einer Reihe von Flugzeugen als Antrieb verwendet. Insbesondere kam er auch bei Prototypen und Rekordflügen zum Einsatz.
Einsatz in Junkers-Flugzeugen mini|Nachbau einer Junkers F 13 mit L-5-Attrappe. Junkers F 13 Junkers A 20 Junkers A 35 Junkers G 23 Junkers G 24 Junkers K 30 Junkers G 31 Junkers W 33
Einsatz bei weiteren Flugzeugtypen Albatros L 73 Albatros L 75 Caspar C 32 Focke-Wulf A 32 Heinkel He 42 Heinkel HD 24 Heinkel He 50 Messerschmitt M24 Rohrbach Ro VIII
Technische Daten mini|Junkers L5 im Technikmuseum Hugo Junkers in Dessau.
KenngrößenDaten des Jumo L 5Daten des Jumo L 5GDaten des Jumo L 5Ga Hersteller Junkers Motorenbau GmbH Baujahr 1925 1928 1930 Typ wassergekühlter Sechszylinder-Viertakt-Reihenmotor, stehend (Kurbelwelle unten), ohne Aufladung Ventilsteuerung eine obenliegende Nockenwelle (OHC), über eine Königswelle von der Kurbelwelle angetrieben, zwei Ventile pro Zylinder Bohrung 160 mm Hub 190 mm Hubraum 22,92 l Verdichtungsverhältnis 5,5 : 1 7 : 1 Länge 1750 mm 1800 mm Breite 650 mm Höhe 1265 mm 1215 mm Trockengewicht 326 kg 342 kg 344 kg Startleistung bei 1450 min−1 bei 1900 min−1 bei 1900 min−1 Kampf- und Steigleistung bei 1450 min−1 bei 1900 min−1 bei 1900 min−1 Nennleistung am Boden bei 1400 min−1 bei 1700 min−1 bei 1700 min−1 Dauerleistung in Bodennähe bei 1340 min−1 bei 1600 min−1 bei 1600 min−1 Gewichtsbezogene Leistung 1 PS/kg (0,73 kW/kg) Masse-Leistungs-Verhältnis 1,376 kg/kW Kraftstoffverbrauch bei Dauerleistung 230 g/PSh 235 g/PSh 230 g/PShSchmierstoffverbrauch bei Dauerleistung 10 g/PSh 12 g/PSh
Versionen L 5 L 5G - weiterentwickelter L 5 mit hydraulischem Vibrationsdämpfer L5 Ga L5 Z
Siehe auch Liste von Flugzeugtriebwerken
Literatur Kyrill von Gersdorff, Kurt Grasmann: Flugmotoren und Strahltriebwerke. Bernard & Graefe Verlag, 1981, ISBN 3-7637-5272-2 Antony L. Kay, Paul Couper: Junkers Aircraft and Engines 1913-1945. Naval Institute Press, 2004, ISBN 978-0-851779850
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Reihenmotor (Luftfahrt) L 5