Alfred Klotz (* 15. Juni 1874 in Zittau; † 10. Januar 1956 in Erlangen) war ein deutscher Altphilologe.

Leben Alfred Klotz besuchte von 1883 bis 1892 das Königliche Gymnasium in Leipzig, das er mit dem Reifezeugnis verließ.König Albert-Gymnasium (bis 1900 Königliches Gymnasium) in Leipzig: Schüler-Album 1880–1904/05, Friedrich Gröber, Leipzig 1905 Anschließend studierte er ab 1892 Klassische Philologie an der Universität Leipzig und promovierte 1896 bei Otto Ribbeck, der ihn wie auch Otto Immisch stark beeinflusste. Er wurde Mitglied und später Alter Herr des Klassisch-Philologischen Vereins Leipzig im Naumburger Kartellverband.M. Göbel, A. Kiock, Richard Eckert (Hrsg.): Verzeichnis der Alten Herren und Ehrenmitglieder des Naumburger Kartell-Verbandes Klassisch-Philologischer Vereine an deutschen Hochschulen, A. Favorke, Breslau 1913, S. 55. 1905 ging er als Privatdozent an die Universität StraßburgHans-Christian Harten, Uwe Neirich, Matthias Schwerendt: Rassenhygiene als Erziehungsideologie des dritten Reichs: Bio-bibliographisches Handbuch. Akademie Verlag, 2006, ISBN 3-05-004094-7, S. 414. und erhielt 1911 einen Ruf auf einen Lehrstuhl an der Deutschen Karls-Universität in Prag, den er annahm. Einem weiteren Ruf auf einen Lehrstuhl nach Erlangen folgte er am 1. April 1920.Otto Stählin: Das Seminar für klassische Philologie an der Universität erlangen: Rede gehalten bei der Feier seines 150 Jährigen Bestehens, am 17. Dezember 1927. Verlag von Palm & Enke, 1928, S. 48. Im Wintersemester 1930/31 war er Rektor der Universität Erlangen auf: uni-erlangen.de; Nationale und internationale Strömungen in der römischen Literatur. Rede anläßlich der Übernahme des Rektorats gehalten am 4. November 1930 von Alfred Klotz. Erlangen 1931. und wurde 1939 mit dem Titel eines Geheimen RegierungsratsIndogermanische Gesellschaft: Kratylos: Kritisches Berichts- und Rezensionsorgan Für Indogermanische und Allgemeine Sprachwissenschaft. O. Harrassowitz, 1956, S. 190. emeritiert,Gnomon. Kritische Zeitschrift für die gesamte klassische Altertumswissenschaft. 1939, Band 15, S. 592. blieb jedoch ordentlicher Professor und hielt weiter Vorlesungen für Latein.Personen- und Vorlesungsverzeichnis SS 1949, S. 44.

Er verfasste im Auftrag des Geschäftsführers des Buchners Verlages, Wilhelm Ament, der versuchte, mit ideologisch angepassten Büchern die schlechte Auftragslage zu verbessern, eine Schrift über Rassen, jedoch genügte die Schrift nicht den Ansprüchen der Behörden und wurde ein Misserfolg.Hartmut Lehmann, Otto Gerhard Oexle: Nationalsozialismus in den Kulturwissenschaften. 1. Fächer - Milieus - Karrieren. Vandenhoeck & Ruprecht, 2004, ISBN 3-525-35198-4, S. 334. Andererseits lenkte er im Sommer 1944 die Aufmerksamkeit der Studenten der Erlanger Universität auf den Auszug der Helvetier aus ihren Siedlungsgebieten als Beispiel eines von einem verantwortungslosen und machtgierigen Führer angezettelten, aber katastrophal gescheiterten Lebensraumkrieges.vgl. Gereon Becht-Jördens: Humanistische Bildung und Krieg (s. unter Literatur) S. 145–152.

Ehrungen

1944 wurde Klotz von Adolf Hitler die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.Gnomon. Kritische Zeitschrift für die gesamte klassische Altertumswissenschaft. 1944, Band 20, S. 224.

Schriften (Auswahl) Rassengeschichte und Vorgeschichte im Dienste nationaler Erziehung. Buchners Verlag, Bamberg 1934 (Lehrbuch für die Oberstufe, zusammen mit Rudolf Herbst) Livius und seine Vorgänger. Teubner, Leipzig 1940/41. Studien zu Valerius Maximus und den Exempla. C.H. Beck, München 1942. Geschichte der römischen Literatur. Schöningh, Würzburg 1947. Appians Darstellung des Zweiten Punischen Krieges: Eine Voruntersuchung zur Quellenanalyse der 3. Dekade des Livius. Schöningh, Paderborn 1936. Titus Maccius Plautus: Komödien. Deutsch von Alfred Klotz. München: Heimeran 1948.

Literatur

Gereon Becht-Jördens: Humanistische Bildung und Krieg. Zum Spektrum der Möglichkeiten von Antikerezeption im Angesicht des Krieges. Dabei: Ein unbekanntes Zeugnis geistigen Widerstands des Caesarforschers Alfred Klotz. In: Wilhelm Kreutz, Hermann Wiegand (Hrsg.): 200 Jahre vereinigtes Großherzogliches Lyceum – Karl-Friedrich-Gymnasium Mannheim. Verlag Regionalkultur, Mannheim 2008, ISBN 978-3-89735-490-6, S. 135–164.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Altphilologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Übersetzer aus dem Latein Kategorie:Übersetzer ins Deutsche Kategorie:Hochschullehrer (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Standort Erlangen) Kategorie:Rektor (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) Kategorie:Geheimer Regierungsrat Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1874 Kategorie:Gestorben 1956 Kategorie:Mann