Runes of Magic (deutsch: Runen der Magie, kurz: RoM) ist ein Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (MMORPG) von Runewaker Entertainment aus Taichung (Taiwan) und wird im Auftrag des Publishers Gameforge entwickelt, seit Frogster 2011 von der Gameforge AG übernommen wurde.Vgl. die Hintergrundberichte über Frogsters Arbeit an Runes of Magic: Sören Kittel: Monster, Elfen und Piraten. Auf: morgenpost.de, 21. August 2009; Video . Auf: welt.de, 17. August 2009. Es basiert auf dem asiatischen MMORPG Radiant Arcana, wird jedoch nach Gameforges Vorgaben an den westlichen Markt angepasst.

Im Januar 2009 waren 300.000 Spieler. Auf: PCGames.de, 8. Januar 2009. angemeldet, obwohl sich das Spiel zu dem Zeitpunkt noch in der öffentlichen Beta-Phase befand. Nur einen Tag nach der offiziellen Veröffentlichung gab es bereits 700.000 Spieler. Im März 2010 bestand die Community aus über 3.000.000 Spielern, von denen etwa 500.000 aktiv waren; seit August 2010 sind es über 4.000.000.Meilenstein: 4 Millionen Spieler! Auf: runesofmagic.com, abgerufen am 22. August 2010. Zudem bekam Runes of Magic bereits vor dem offiziellen Erscheinungsdatum einige Auszeichnungen, wie zum Beispiel den Gold-Award von Mmorpgloads oder Best New Game von MMOsite.

Der markanteste Unterschied zu anderen MMORPGs ist das multiple Klassensystem. Seit 2014 kann man alle Klassen, die für die gewählte Rasse der Spielfigur zur Verfügung stehen, spielen (die vierte und weitere Klassen müssen allerdings im Item-Shop für Echtgeldwährung (Diamanten) gekauft werden). Ansonsten gibt es seit „Chapter IV“ drei Klassen, davor zwei Klassen. Dieses multiple Klassensystem war bisher in einer anderen Form bereits aus Spielen wie Guild Wars, NosTale, Final Fantasy XI und Neverwinter Nights bekannt.

Finanzierung Der Spielclient von Runes of Magic steht kostenlos zum Herunterladen bereit. Das Spiel erfordert keine monatlichen Zahlungen.

Die Einnahmen des Betreibers ergeben sich vor allem aus einem im Spiel enthaltenen Item-Shop. Dort können Spiel-Gegenstände gegen wirkliches Geld erworben werden. Dieses Micropayment-System basiert auf den verschiedenen Währungen, mit denen die Spielfigur ihre Ausrüstungsgegenstände bezahlen kann. Für wirkliches Geld kann der Spieler die Spielwährung Diamanten erwerben, die im Item-Shop gegen Spielgegenstände eintauschbar ist. Die dabei anfallenden Kosten belaufen sich seit Mitte 2009 auf rund 5 Euro für 100 Diamanten.

Von RoM existiert allerdings auch eine Kaufversion für rund 10 Euro, welche auf einer DVD die Installationsdateien und einen einlösbaren Code für verschiedene Gegenstände, wie ein spezielles Haustier, enthält. Diese ist zeitgleich zur Veröffentlichung des Spiels am 19. März 2009 erschienen. Weitere Sonderaktionen – etwa Beigaben zu Computerspiele-Zeitschriften – ermöglichen es den Spielern ebenfalls, durch die Eingabe spezieller Codes Spielgegenstände zu erhalten.

Der Betreiber Gameforge betont regelmäßig, dass man darauf bedacht sei, das Spiel auch für jene Spieler ausgewogen und interessant zu halten, die nicht im Item-Shop echtes Geld in Spielgegenstände investieren wollen.Exemplarisch Axel Schmidt: Zitat nach: Daniel Etherington: Runes of Magic. Hands On. Auf: eurogamer.net, 30. September 2008, S. 2, zuletzt abgerufen am 20. Februar 2010.

Der im Spiel benutzbare Item-Shop enthält neben dem Diamantenshop auch einen Rubinshop. Rubine erhält man, wenn man Items im Diamantenshop kauft.

Spielziel Wie die meisten MMORPGs besitzt RoM kein endgültiges Spielziel, was vor allem darin begründet ist, dass der Spieler möglichst lange ans Spiel gefesselt sein soll. Aus demselben Grund sollen in halbjährlichem Abstand neue "Chapter" (dt. „Kapitel“) (Erweiterungspakete mit neuen Gebieten, Quests, Ausrüstungsgegenständen und ggf. neuen Klassen, Völkern und gesteigerter Maximalstufe) erscheinen.

Ein naheliegendes Ziel für die Spieler ist es, einen oder mehrere Charaktere bis zur Maximalstufe (derzeit 100) zu trainieren. Epische Belohnungen, die man in Raids mit bis zu zwölf Spielern in schwierigen Dungeons erhält, bieten darüber hinaus Anreiz, seinen Charakter auch nach Erreichen der Maximalstufe zu spielen.

Spielmechanik Der Spieler steuert seine Figur in einer Third-Person-Perspektive oder aus der Egoperspektive per Tastatur und Maus. Um sich einen Vorteil im Kampf zu verschaffen, setzt man zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Fertigkeiten ein. Dazu wird meist eine bestimmte Menge von einem durch die Klasse des Spielcharakters bestimmten Energietyp benötigt.

Mit anderen Charakteren kann in weitem Maße interagiert werden. So kann man mit anderen Spielern handeln, in Gruppen mit ihnen zusammen spielen und sich zu Gilden zusammenschließen. Außer den Spielern und den Computergegnern sind noch etliche Nicht-Spieler-Charaktere vorhanden, welche den Spieler mit Aufgaben versorgen, die Ausrüstung reparieren und verkaufen oder den Spieler in Berufen unterrichten.

Durch das Töten von Gegnern und das Erledigen von Aufgaben (Quests) erhält man Erfahrungspunkte (EP) und Talentpunkte (TP). Erreicht man eine bestimmte Anzahl Erfahrungspunkte, steigt die Primärklasse (→ #Multiples Klassensystem) eine Stufe auf, was die Attribute erhöht und ggf. neue Fertigkeiten freischaltet. Die angesammelten Talentpunkte können zur Verbesserung der Fertigkeiten eingesetzt werden, sodass diese effektiver werden (beispielsweise mehr Schaden verursachen).

Stirbt ein Charakter auf Stufe 10 oder höher, erhält er Erfahrungs- und Talentpunkteschulden. 75 % der Erfahrung- und Talentpunkte, die man erhält, werden dazu genutzt die Schulden abzubauen, und nur 25 % bekommt man dazu, bis man die Schulden vollständig getilgt hat. Bis Stufe 31 werden alle Spielercharaktere von einem Hilfsbegleiter begleitet, der einmal pro Tag einen Sühne-Gutschein ausgibt, mit dem alle Schulden der Primärklasse getilgt werden. Außerdem kann man Göttliche Erlösungsscheine, die alle derzeitigen Schulden tilgen, und Engelsseufzer, nach deren Benutzung man 24 Stunden lang keine Schulden durch Sterben erhält, im Itemshop erwerben oder man ist in einer Gilde mit einer Bibliothek in der Gildenburg, bei der man ebenfalls Erfahrungs- und Talentpunkteschulden abbauen kann.

Attribute Die Stärke eines Charakters wird durch seine Attributpunkte bestimmt. Die Grundattribute sind Stärke, Geschicklichkeit, Ausdauer, Intelligenz und Weisheit. Darüber hinaus gibt es noch physische Angriffskraft, physische Verteidigung, magischen Angriff und magische Verteidigung. Diese vier Werte hängen maßgeblich von den Grundattributen ab, so erhöhen beispielsweise Stärke und Geschicklichkeit die physische und Intelligenz die magische Angriffskraft. Alle Attribute können auch direkt durch Attribut-Boni auf der Ausrüstung erhöht werden.

Die Wirkung der Attribute ist jedoch bei jeder Klasse anders. So bekommt beispielsweise ein Schurke durch Geschicklichkeit mehr physische Angriffskraft als ein Kundschafter.

Multiples Klassensystem Eine der Besonderheiten von RoM ist, dass man im Gegensatz zu anderen MMORPGs nicht nur eine Klasse weiterentwickelt, sondern standardmäßig drei und mit Hilfe spezieller Erweiterungskarten bis zu sechs. Bei der Charaktererstellung wählt man zunächst seine Primärklasse. Erreicht man Stufe 10, so kann man seine Sekundärklasse wählen. Diesen Vorgang wiederholt man, wenn man Level 20 erreicht hat und die 3. Klasse aussucht (ab dem 16. Juni 2011 durch Chapter 4). Die Klassenwahl kann seit 14. August 2009 durch den Kauf des Gegenstandes „Frucht des Vergessens“ im Item-Shop rückgängig gemacht werden, sodass – zu einem Preis von umgerechnet rund 10 Euro – die Sekundärklasse gelöscht wird.Frucht des Vergessens. Auf: runesofmagic.com, 14. August 2009. Während des Spielens erhält immer nur die Primärklasse Erfahrungspunkte. Will man seine Sekundärklasse auf eine höhere Stufe bringen, so muss man erst die Primär- und Sekundärklasse wechseln.

Die Fertigkeiten der Klassen sind jeweils in „allgemeine“ und „klassenspezifische“ eingeteilt. Klassenspezifische Fertigkeiten können nur von der derzeit aktiven Primärklasse verwendet werden, allgemeine Fertigkeiten stehen sowohl von der Primär- als auch von der Sekundärklasse zur Verfügung.

Ein weiterer Vorteil des multiplen Klassensystems ist, dass man ab Level 15 auf jedem 5. Level bis Level 50 (15, 20, 25 … 50), sowie auf Level 60 und 70 mit allen vorhandenen Klassen jeweils sogenannte Elitefertigkeiten erlernen kann, die durch die jeweilige Klassenkombination bestimmt werden. Diese Fertigkeiten zählen zu den klassenspezifischen.

Durch die Kombination der 10 Spielerklassen existieren zahlreiche Klassenkombinationsmöglichkeiten, die jedoch für die einzelnen Völker eingeschränkt sind.

Klassen Derzeit gibt es 10 Klassen in Runes of Magic.Übersicht der Klassen. Auf: runesofmagic.com. Jede Klasse hat einzigartige Fertigkeiten, und je nachdem welche Klasse der Spieler für seinen Charakter wählt, kann dieser unterschiedliche Rüstungs- und Waffentypen tragen. Abgesehen von den Klassen Magier, Priester, Bewahrer, Druide und Ritter, welche sich alle der rollenspieltypischen Energie „Mana“ bedienen, hat jede Klasse ihren eigenen Energietyp.

Krieger: Der Krieger ist ein reiner Nahkämpfer und durch Kettenrüstungen gut gepanzert. Sein Energietyp ist Zorn, welcher sich im Kampf aufbaut, wenn dem Krieger Schaden zugefügt wird, und in geringerem Ausmaß, wenn der Krieger Schaden austeilt. Er darf alle Arten an Nahkampfwaffen verwenden. Damit ist der Krieger neben dem Bewahrer die einzige Klasse, die Äxte tragen kann, welche im Vergleich zu Schwertern und Hämmern mehr Schaden pro Sekunde anrichten. Kundschafter: Der Kundschafter ist der beste Einzelziel-Schadensausteiler (englisch damage dealer) von allen und ein mit Bogen oder Armbrust bewaffneter Fernkämpfer. Ein Kundschafter versucht, seinen Gegner möglichst auf Distanz zu halten, da der Fernkampf seine größte Stärke ist und ihm nur eine Lederrüstung zur Verfügung steht. Allerdings darf er auch ein Einhandschwert oder einen Dolch tragen. Sein Energietyp heißt Fokus und wird im Stehen regeneriert. Läuft er, wird weniger Fokus als im Stehen regeneriert. Schurke: Der Schurke ist ein Nahkämpfer, welcher wie der Kundschafter Lederrüstungen trägt. Seine Stärke ist die Verborgenheit und Tücke; so kann er schleichen, damit seine Feinde ihn nicht bemerken. Zudem gibt es Angriffe, die nur aus dem Rücken des Feindes angewendet werden können, die den Gegner betäuben. Zudem hat er Fähigkeiten, die Blutungen erzeugen und dann mit einem starken Angriff aufgelöst werden können. Klassischerweise kämpft der Schurke mit einem Dolch (ab Stufe 16 auch in der Nebenhand möglich), kann aber auch Einhandschwerter benutzen. (In Verbindung mit dem Krieger ist er in der Lage, zwei Einhand-Äxte zu tragen, die zwar höheren Schaden, aber keine Blutungen auf dem Gegner verursachen.) Der Energietyp des Schurken heißt Energie und verhält sich ähnlich wie der des Kundschafters, allerdings werden größere Mengen davon für einen Angriff benötigt und lädt sich demnach ebenfalls schneller auf.