mini|Sven Niemeyer mit Hauke Horeis (Odeville) beim Videodreh zu Phoenix (2016) Sven Niemeyer (* 16. Februar 1981 in Delmenhorst) ist ein deutscher Schauspieler, Musicaldarsteller, Choreograph, Regisseur, Filmemacher, Dozent und ehemaliger Tänzer.

Leben Sven Niemeyer begann mit 17 Jahren eine Ausbildung zum Bühnendarsteller an der Stage School of Music, Dance and Drama in Hamburg, die er 2002 erfolgreich abschloss. Nach zwei Jahren mit verschiedenen Engagements besuchte er die Iwanson-Schule für zeitgenössischen Tanz, unter der künstlerischen Leitung von Jessica Iwanson in München, die er 2005 mit dem Diplom zum Bühnentänzer und Tanzpädagogen abschloss. Des Weiteren hat er mit internationalen Choreographen trainiert in New York und hauptsächlich in Los Angeles. Er hat an Kursen des Pacific Northwest Ballett in Seattle teilgenommen und darüber hinaus Weiterbildungen in London, Stockholm und San Francisco abgeschlossen. Seit 25 Jahren unterrichtet er alle Altersgruppen und Niveaus in Jazz- und Contemporary-Tänze.

Niemeyer tourte mit dem sozialkritischen Werk S.O.M., einem Cross-Over-Projekt zwischen Musical und Tanztheater, in einer Choreographie von Olivier Dubois als Solist und Tanzkapitän durch ganz Europa. Als Tanzpädagoge erhielt er Einladungen zu verschiedenen internationalen Veranstaltungen, darunter nach Oakland, Amsterdam, Barcelona, zum polnischen Tanztheater in Posen sowie zur Chelyabinsk State Academy in Russland. Von 2013 bis 2015 war er als Lehrbeauftragter an der Hochschule Osnabrück im Institut für Musik tätig. Er übernahm zudem die Rolle des Jurors in der Saison 16/17 beim Dance Worldcup in Burgos Spanien sowie bei der Vergabe des Monica-Bleibtreu-Preises im Rahmen der deutschen Privat-Theatertage.

2011 und 2012 gehörte Sven Niemeyer zu dem Internationalen Dozenten-Team des International Summer Laboratory of contemporary Dance in Russland.

2009 choreographierte er unter der Regie von Nina Kupczyk an der Staatsoper Hamburg Der Kaiser von Atlantis von Viktor Ullmann sowie 2010 unter der Regie von Matthias Engelmann Il trionfo del Tempo e del Disinganno von Georg Friedrich Händel. Im Sommer 2012 übernahm Sven Niemeyer die Choreographie zu dem Musical High Fidelity am Altonaer Theater Hamburg, unter der Regie von Franz Joseph Dieken. Ebenfalls übernahm er die Choreographie am Landestheater Coburg zu dem Musical Ein Käfig voller Narren und Rent am Hamburger Gruenspan für Avenue-A Productions. Nach seiner ersten Tanztheater-Inszenierung Conversation with dead people am Hamburger Sprechwerk choreografierte er Vivaldis letzter Tanz (basierend auf Antonio Vivaldis Vier Jahreszeiten) an der Philharmonie Luxembourg. Ebenfalls an der Philharmonie erstellte er das Konzept, die Regie und Choreographie zu der Kinder-Musik-Performance Amazonia. 2017 inszenierte und choreographierte er den Kurzfilm KALT (COLD), der zu verschiedenen internationalen Film Festivals eingeladen wurde.

Für den ARD-Film Einmal Sohn, immer Sohn von Thomas Jauch, war Niemeyer nicht nur für die Choreografie verantwortlich, sondern übernahm ebenfalls die Nebenrolle des Lehrers Jan Berger.

Niemeyers 2021 entstandener Tanz-Kurzfilm ULRICHS 1867, basierend auf einem Text von Karl Heinrich Ulrichs, über Gewalt gegen die LGBTQIA+ Community, war u. a. auf dem 32. Hamburg International Queer Film Festival zu sehen. Auf dem LGBTQ+ Film Festival Toronto, Kanada, wurde er im selben Jahr für ULRICHS 1867 als bester Regisseur ausgezeichnet.

Für das Hamburger Theater Das Zimmer übernahm er 2022 die Inszenierung der deutschen Erstaufführung von The 24th Day – A play by Tony Piccirillo und 2023 die deutsche Erstaufführung von Tom Ratcliffes Wreckage/Trümmer. Diese Inszenierung wurde 2024 für den Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares nominiert. Ebenfalls am Zimmer folgte 2024 die Inszenierung der deutschen Erstaufführung von Andrea Besconds Bye Bye Life mit Sabrina Ascacibar und Kim Bormann.

Sven Niemeyer lebt in Hamburg.

Choreografie (Auswahl) Sven Niemeyer ist unter anderem als Choreograph für Theaterproduktionen tätig. 2025: Kein Pardon – First Stage Theater Hamburg 2024: Hair – Tiroler Landestheater Innsbruck 2024: Cabaret – Stadttheater Ingolstadt 2023: La Cage Aux Folles – Theater Vorpommern 2023: Die Blume von Hawaii – Volkstheater Rostock 2022: The Addams Family – Uckermärkische Bühnen Schwedt 2021: Hedwig and the Angry Inch – Stadttheater Ingolstadt 2021: Disco Fieber – Volkstheater Rostock 2020: Männer – Theater Heilbronn 2019: Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs – Altonaer Theater 2019: Jesus Christ Superstar – Theater Vorpommern 2018: Die 3 Musketiere – Burgfestspiele Jagsthausen 2018: Hair – Burgfestspiele Jagsthausen 2017: Der bewegte Mann – Altonaer Theater 2017: Historicus – Hamburger Kammerspiele 2016: Zorro – Burgfestspiele Jagsthausen 2016: Amazonia – Philharmonie Luxembourg 2015: Der Zauberlehrling – Philharmonie Luxembourg 2014: Conversation with Dead People – Sprechwerk Hamburg 2013: Rent – Hamburger Gruenspan 2012: High Fidelity – Altonaer Theater Hamburg 2010: Il trionfo del Tempo e del Disinganno – Hamburgische Staatsoper/Opera Stabile 2009: Der Kaiser von Atlantis – Hamburgische Staatsoper/Opera Stabile 2006: Andrew Lloyd Webber Gala – Waldau Theater Bremen

Engagements (Auswahl) Evita – Theater Kiel – Ensemble Sound of Music – Ensemble – Europa Tour West Side Story – Landestheater Detmold – Big Deal Märchenmond – Hamburger Kammerspiele – Vater, Kelhim, der Bär West Side Story – Theater Trier – Luis Footloose – Theater für Niedersachsen – Lyle/Bickle West Side Story – Bregenzer Festspiele West Side Story – Staatstheater Kassel – Big Deal Swinging St. Pauli – Theater Krefeld und Mönchengladbach – Ensemble Kuss der Spinnenfrau – Theater Lübeck – Ensemble

Weblinks

Offizielle Website Sven Niemeyer auf DANCEPLUG Sven Niemeyer auf Theater Schwedt

Einzelnachweise

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