mini|Benoit Delbecq Benoît Delbecq (* 1966 in Paris) ist ein französischer Jazz­pianist und Komponist, der häufig die Technik des präparierten Klaviers einsetzt.

Leben und Wirken Delbecq ist als Pianist an zeitgenössischer klassischer Klaviermusik u. a. von John Cage, György Ligetivgl. dazu auch György Ligeti interviewed by Benoît Delbecq (1998) im Blog Do the Math von Ethan Iverson (englisch) und Conlon Nancarrow geschult. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern mehrerer Gruppen, darunter des Quartetts Painting (mit Steve Argüelles) und der Recyclers (mit Argüelles und Noël Akchoté bzw. Corin Curschellas). Mit Guillaume Orti, Hubert Dupont und Benjamin Henocq gründete er 1990 die Gruppe Kartet (die bis 2014 sechs Alben vorlegte). Mit Serge Adam arbeitete er in der Bigband Quoi de Neuf Docteur und dem Projekt Jazz Mic Mac zusammen, mit dem er durch Zentralafrika tourte.

Weiterhin arbeitete Delbecq u. a. mit Evan Parker, Steve Lacy, Derek Bailey, Marc Ducret, Gianni Gebbia, Louis Sclavis, Lukas Ligeti und Mandhira de Saram zusammen. Auch komponierte er Film-, Ballett- und Schauspielmusiken und trat mit dem Lyriker Olivier Cadiot auf. 2010 gastierte er im Steve Lehman Oktett auf dem Moers Festival. Sein Trio-Album The Sixth Jump wurde von der New York Times und AllAboutJazz als eines der besten Alben des Jahres 2010 eingeordnet. Ebenso wie das Album Circles and Calligrams wurde es mit einem Grand Prix International de l’Académie Charles Cros ausgezeichnet. 2012 spielte er mit Crescendo in Blue ein Album mit Duke-Ellington-Transkriptionen selten gespielter Stücke aus dessen Suiten und Ballettmusiken ein. Mit Fred Thomas und Ewan Bleach widmete er sich in Dick Wag (2020) dem Werk von Richard Wagner. Er ist auch auf Alben der Illegal Crowns (Unclosing, 2023) und François Houles Genera Sextet (In Memoriam, 2023) zu hören.

Seit 2026 lehrt Delbecq Jazzpiano und Komposition an der Hochschule der Künste Bern.Dozierende: Jazz. Hochschule der Künste Bern, abgerufen am 11. August 2026.

Diskographie (Auswahl) Jorrit Dijkstra, Benoît Delbecq: European Echoes (1995) François Houle, Benoît Delecq: Nancali (1996) Pursuit mit Steve Argüelles, Jean-Jacques Avenel, Marc Ducret, François Houle, Michael Moore (1999) Nu-Turn, Soloalbum (2001) Phonetics mit Emile Biayenda, Mark Helias, Oene van Geel (2003) François Houle, Benoît Delecq: La Lumiere de Pierres (2005) François Houle, Evan Parker & Benoît Delbecq: La Lumière de Pierres (psi, 2007) Benoît Delbecq Trio: The Sixth Jump (Songlines, 2010) mit Jean-Jacques Avenel, Emile Biayenda sowie Steve Argüelles Antonin-Tri Hoang, Benoît Delbecq Aeroplanes (Bee Jazz, 2011) Benoît Delbecq, François Houle: Because She Hoped (Songlines, 2011) Crescendo in Duke (Nato, 2012) Samuel Blaser, Benoît Delbecq, Gerry Hemingway: Fourth Landscape (Nuscope Recordings, 2014) Joëlle Léandre, Benoît Delbecq, François Houle: 14 Rue Paul Fort, Paris (Leo Records, 2015) Spots On Strips (Clean Feed, 2018) Benoît Delbecq, Jorrit Dijkstra, John Hollenbeck: Linger (Driff, 2018) Claudia Solal, Benoît Delbecq: Hopetown (RogueArt, 2020) The Weight of Light (Pyroclastic, 2021) Soloalbum Benoît Delbecq, François Houle: Poise (2023) Steve Argüelles, Francesco Bigoni, Benoît Delbecq, Francesco Diodati: Weave4 (Parco della Musica, 2023)

Weblinks

delbecq.net Webpräsenz Interview with Benoît Delbecq (2005, Ethan Iverson) (englisch) [ Diskographie] bei Allmusic

Einzelnachweise

Kategorie:Jazz-Pianist Kategorie:Interpret (Neue Musik) Kategorie:Komponist (Jazz) Kategorie:Filmkomponist Kategorie:Klassischer Pianist Kategorie:Musiker (Frankreich) Kategorie:Hochschullehrer (Hochschule der Künste Bern) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1966 Kategorie:Mann