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In dieser Liste sind Ehrenbürger aufgeführt, die in der sächsischen Stadt Radebeul oder in der bis 1935 eigenständigen Stadt Kötzschenbroda, heute Stadtteil von Radebeul, diese Würde erhielten.

Ehrenbürgerliste Die Verleihungen erfolgten ab 1924, als sowohl Radebeul als auch Kötzschenbroda das Stadtrecht zuerkannt bekamen. Seit diesem Zeitpunkt haben beide, Kötzschenbroda aber nur bis zur Vereinigung mit Radebeul im Jahre 1935, auf Beschluss ihrer Stadtverordneten- beziehungsweise Ratsversammlung Persönlichkeiten ihrer Zeit die Ehrenbürgerschaft zuerkannt.

Die beiden einzigen nicht politisch motivierten Ehrenbürgerschaften gingen 1927 an den Unternehmer, Erfinder und bedeutenden Mäzen Johannes Wilhelm Hofmann zum 25. Firmenjubiläum sowie, als erste nach der Vereinigung beider Städte, im Jahre 1956 an den Maler Paul Wilhelm zu seinem 70. Geburtstag.

Adolf Hitler wie auch der zuständige Reichsstatthalter waren zur Zeit des Nationalsozialismus, wie damals in vielen Städten üblich, ebenfalls Ehrenbürger der beiden Städte. Ob jenen der Status nach aktiv durch den Stadtrat aberkannt wurde, ist derzeit nicht bekannt, geschah aber zumindest bezüglich des damals noch lebenden Mutschmanns passiv „gemäß Artikel VIII, Ziffer II, Buchstabe i der Direktive 38 des Alliierten Kontrollrats in Deutschland vom 12. Oktober 1946“.Ehrenbürger#Entzug der Ehrenbürgerschaft

Name Geburts­jahr Geburtsort Todes­jahr Sterbeort Ehren­bürger­schaft Anmerkungen 1863Dresden1938Kötzschenbroda1926 Ehrenbürger von Kötzschenbroda. Medizinalrat, Gemeindevorstand, betrieb seit 1903 die Apotheke zu Kötzschenbroda 1862Kleinthiemig1932Dresden1927 Ehrenbürger von Radebeul. Gemeindevorsteher seit 1893, erster Bürgermeister von Radebeul (1924–1927), ab 1927 Vorsitzender des Verschönerungs- und Verkehrsvereins für die Lößnitz, zum Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt. Ihm zu Ehren erfolgte die Benennung des Robert-Werner-Platzes in Alt-Radebeul 1876König Erbach1956München1927 Ehrenbürger von Kötzschenbroda. Unternehmer, Ingenieur und Erfinder, Elektroarmaturenwerk JWH, Wohltäter, zum 25. Firmenjubiläum 1866Glauchau1946Radebeul1929 Ehrenbürger von Kötzschenbroda. Gemeindevorstand von Niederlößnitz ab 1904, erster Bürgermeister von Kötzschenbroda (1924–1929), zum 25. Amtsjubiläum 1847Posen1934Gut Neudeck1933 Ehrenbürger von Radebeul und Kötzschenbroda. Reichspräsident 1889Braunau am Inn1945Berlin1933 Ehrenbürger von Radebeul und Kötzschenbroda. Reichskanzler. 1879Hirschberg (Saale)1947Moskau1933 Ehemaliger Ehrenbürger von Radebeul und Kötzschenbroda. NSDAP-Gauleiter von Sachsen, Reichsstatthalter in Sachsen. Aberkannt passiv 12. Oktober 1946 1886Greiz1965Niederlößnitz1956Ehrenbürger von Radebeul. Maler und Grafiker, zum 70. Geburtstag. Ehrenpension ab 1960.Radebeuler Amtsblatt 4/2011; Seite 1; Das unvergänglich Schöne, Eine Ausstellung zum 125. Geburtstag des Radebeuler Malers Paul Wilhelm. Karin Gerhardt, Stadtgaleristin, . Seit 1967 trägt der Professor-Wilhelm-Ring in Niederlößnitz seinen Namen. 1895Chemnitz1975Radebeul1965 Ehrenbürger von Radebeul. Kommunalpolitiker und Kulturfunktionär, zum 70. Geburtstag. Er ist auf dem Friedhof Naundorf-Zitzschewig beerdigt. 1900Kleinthiemig1981Radebeul1970 Ehrenbürger von Radebeul. Kommunalpolitiker, zum 70. Geburtstag 1922Homel2014 * 30. November 1922; † 13. Januar 2014. In: Radebeuler Amtsblatt, 04/2014, S. 5. Bochum1985 Ehrenbürger von Radebeul. Dolmetscher der Roten Armee, für „die fast kampflose Kapitulation Radebeuls“, zum „40. Jahrestag der Befreiung vom Hitler-Faschismus“. 1910 1988Rostow?1985 Ehrenbürger von Radebeul. Hauptmann der Roten Armee, Funktionsträger der einstigen Stadtkommandantur, für „die fast kampflose Kapitulation Radebeuls“, zum „40. Jahrestag der Befreiung vom Hitler-Faschismus“

Ehrenurkunde Anlässlich des 80. Geburtstags von Liselotte Schließer (1918–2004), des „wandelnden Radebeul-Lexikons“,Frank Andert (Redaktion): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. 2., leicht geänderte Auflage. Stadtverwaltung, Radebeul 2006, S. 172 im Jahr 1998 verlieh ihr die Stadt Radebeul eine Ehrenurkunde „in Würdigung hervorragender Leistungen bei der Erforschung und Darstellung der Geschichte der Stadt Radebeul“.

Potentielle Ehrenbürger Anlässlich des 60. Geburtstags von Hans Stosch-Sarrasani senior (1873–1934), des Gründers des international renommierten Zirkus Sarrasani, erhielt die Radebeuler Gartenstraße Sarrasanis Namen, was 1945 rückgängig gemacht wurde. Ein Beschluss, ihn zum Ehrenbürger der Stadt zu ernennen, konnte aufgrund des unerwartet eintretenden Todes des sich in São Paulo/Brasilien aufhaltenden Sarrasani nicht mehr realisiert werden.Frank Andert (Redaktion): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. 2., leicht geänderte Auflage. Stadtverwaltung, Radebeul 2006, S. 193

Anlässlich des 80. Geburtstags von Klara May (1864–1944), Witwe, Generalerbin und Testamentsvollstreckerin von Karl May, sollte diese zur Radebeuler Ehrenbürgerin ernannt werden, so der Vorschlag von Angela Hammitzsch, Ehefrau von Martin Hammitzsch, Halbschwester von Adolf Hitler und Freundin von Klara May. Als der Radebeuler Oberbürgermeister Heinrich Severit diesen Vorschlag zur Klärung weiterreichte, intervenierte der Gauleiter und Reichsstatthalter Martin Mutschmann persönlich. Grund waren vermutlich die nicht ausgeräumten Verdächtigungen gegenüber Klara Mays erstem Mann und Karl Mays Freund Richard Plöhn als „Halbjude“, der bis 1942 im Gemeinschaftsgrab Plöhn-May gelegen hatte und dessentwegen die angesetzten großartigen Feierlichkeiten zu Karl Mays 100. Geburtstag abgesagt wurden, um die bereits eingeladenen „NS-Größen“ nicht zu kompromittieren.

Siehe auch Liste von Persönlichkeiten der Stadt Radebeul Liste von Söhnen und Töchtern der Stadt Radebeul Liste der Oberbürgermeister von Radebeul Liste der Stolpersteine in Radebeul

Literatur

Weblinks

Sandra Thiele: Vergangenheitsbewältigung: Warum Radebeul Hitler den Ehrenbürgertitel nicht aberkennt. In: mdr.de vom 31. Januar 2021, abgerufen am 25. Februar 2021.

Einzelnachweise

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