Die Frankfurter Straßenbahn verfügt über zwei Betriebshöfe, zwei Wagenhallen sowie die Stadtbahnzentralwerkstatt.
Anlagen in Betrieb Stadtbahnzentralwerkstatt mini|Zentralwerkstatt in Rödelheim, Juni 1997 mini|Neu und alt: T- (links) und Pt-Wagen (rechts) sowie U5-Triebwagen (Mitte), 2023 Seit Beginn des städtischen Straßenbahnbetriebes bis zum Oktober 1978 diente das Bockenheimer Depot als Hauptwerkstätte. Seitdem befindet sich die Zentralwerkstatt in Rödelheim an der Heerstraße.
Nachdem die alte Anlage nicht mehr den durch den Stadtbahnbetrieb gestiegenen Anforderungen entsprach und das bestehende Gelände nicht erweitert werden konnte, wurde 1978 der Neubau der Stadtbahnzentralwerkstatt in Rödelheim eröffnet. Die Baukosten betrugen rund 85 Millionen D-Mark.Dieter Höltge/Günter H. Köhler: Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland, Band Hessen, Seite 119 Das rund 80.000 m² große Gelände beherbergt ein Gleis zur Unterflur-Bearbeitung der Radsätze, zwei Gleise zur GFK-Reparatur, vier Gleise zur Fahrzeug-Lackierung, acht Gleise zur Wartung und Instandsetzung, acht Gleise für den Umbau von Fahrzeugen, zwei Gleise zur Unfall-Instandsetzung, sowie einen rund einen Kilometer langen Rundkurs für Testfahrten. Die Werkhalle besitzt eine Größe von 5.700 m².Frankfurter Rundschau vom 3. Januar 2009 Die Zentralwerkstatt besitzt an der Haltestelle Heerstraße einen Gleisanschluss an die C-Strecke des U-Bahn-Netzes. Bei Errichtung wurde von einer Kapazität von 300 Wagen, im späteren Ausbau bis zu 450 Wagen ausgegangen.
Die Stadtbahnzentralwerkstatt ist für Instandsetzungen von Normalspur-Fahrzeugen (Spurweite 1435 mm) mit einer maximalen Länge von 30 m bei einer maximalen Breite von 2,65 m und einem maximalen Leergewicht von 40 t konzipiert. Diese Eigenschaften müssen bei zukünftigen Erweiterungen des Fuhrparks beachtet werden.
Zum Leistungsspektrum gehören neben der Herstellung von Ersatzteilen auch Fahrzeugumbauten, sowie Siebdruck und Folienbeschichtung. Die VGF bietet auch anderen Verkehrsunternehmen Reparaturdienstleistungen an. Zurzeit werden 160 Mitarbeiter in der Zentralwerkstatt beschäftigt.
Betriebshöfe Betriebshof Ost mini|links|Südseite der Büro- und Wartungsgebäude mini|Ein Zug aus drei Ptb-Triebwagen fährt in die Halle des Betriebshofes Ost, April 2007
Der jüngste Betriebshof in Frankfurt wurde am 6. Juli 2003 eröffnet und befindet sich am südwestlichen Rand von Seckbach, neben der Trasse der Autobahn A 661. Der Betriebshof verfügt über sechs Hallen-, drei Durchgangsgleise, sieben Verbindungs- und 16 Abstellgleise für bis 150 Schienenfahrzeuge. Durch den Betriebshof führen auch die Gleise der Linie U4 zwischen Tunnelende, nach der Station Seckbacher Landstraße (Bornheim) und der Station Schäfflestraße (Riederwald).
Im Juni 1976 beauftragte die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt den Magistrat, einen geeigneten Standort für einen seit den 1960er-Jahren geplanten, neuen „Stadtbahnbetriebshof“ zu finden. Als Standort wurde seitens des Magistrates im Dezember desselben Jahres eine Lage parallel zur Flinschstraße vorgeschlagen. Das im Folgejahr beantragte Planfeststellungsverfahren beim Regierungspräsidium Darmstadt wurde aufgelassen, da sich herausstellte, dass eine zur geplanten Autobahn parallele Lage die Lärmbelästigung der Anwohner lindern würde. Aufgrund von Einsprüchen von Umweltschützern,Dieter Höltge/Günter H. Köhler Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland, Band Hessen, Seite 145 die einen Bau im angestrebten Bereich im Dreieck Wilhelmshöher Straße, A 661 und Riederbruch aufgrund des Naturschutzes verhindern wollten, wurde auch das zweite Planfeststellungsverfahren aus dem Jahre 1981 ein Jahr später ohne Erteilung der Planfeststellung beendet. Nach erneutem Wechsel des beabsichtigten Standortes wurden 1988 die Planungen wieder aufgenommen, die nach einem langen Dialog zu Planänderungen mit Auflagen führten, in dessen Folge im Dezember des Jahres 1995 seitens des Regierungspräsidiums die Planfeststellung getroffen wurde.
Der Bau konnte nur unter Auflage von Ausgleichsmaßnahmen und der strengen Einhaltung von Umweltschutzrichtlinien erfolgen. Diese Ausgleichsmaßnahmen beinhalten an der Ostseite des Geländes eine 550 Meter lange Biotopzone und eine Fließwasseranbindung vom Enkheimer Ried über das Seckbacher Ried und den Riedgraben zum Weiher im Ostpark, die 2,3 Mio. Euro kostete und vom Amt für Stadtentwässerung konstruiert wurde. Zusätzlich wurde ein Teil der Fassade und das Dach des Hauptgebäudes begrünt. 3700 Meter der im Freien liegenden Gleise wurden als Rasengleis ausgeführt. Auf eine ursprünglich geplante, zweite Bauphase wurde verzichtet, dafür wurde die Anzahl der Abstellflächen für ursprünglich 90 Wagen auf 150 erhöht.
Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland forderte nach erfolgreicher Planfeststellung einen Aufschub der Arbeiten, der im Januar 1999 vom Verwaltungsgerichtshof abgelehnt wurde. Die Bauvorbereitungen für den neuen Betriebshof begannen am 10. November 1999, der eigentliche Baubeginn war im Herbst 2000.
Das 7,5 Hektar große Gelände umfasst lang ausgedehnte Gleisanlagen mit 39 Weichen und einer Gesamtlänge von rund 3100 Metern, mehr als 100 Fahrleitungsmasten, ein 4700 m² großes Technikgebäude mit Wartungs- und Waschanlagen mit vier einzeln gesteuerten Waschwagen und eine Werkstatthalle mit fünf Wartungsplätzen für unterschiedliche Anforderungen. Die Waschanlagen verwenden Regenwasser und aufbereitetes Schmutzwasser. Zusätzlich gehören ein Bürotrakt mit Lagerräumen und eine Kantine zum Betriebshof. Die Gebäude haben eine Metallfassade.
Der neue Betriebshof war nötig geworden, da für drei U-Bahn-Linien keine zufriedenstellende Lösung verfügbar war. Die Fahrzeuge der U-Bahn-Linie U4 waren im Betriebshof Eckenheim stationiert; dieser Zustand machte sehr lange Betriebsfahrten mit den breiten U3-Wagen über die enge Eckenheimer Landstraße nötig. Die Fahrzeuge der U-Bahn-Linien U6 und U7 waren im Betriebshof Gutleut beheimatet, der unter Platzmangel litt. Der Einschiebepunkt, die Rampe am Industriehof, lag davon sehr weit entfernt und machte Betriebsfahrten über Hauptbahnhof, Messe und Schloßstraße nötig.
Der Betriebshof ist mit den Stationen Seckbacher Landstraße der Linie U4, Johanna-Tesch-Platz der Linie U7 und Schäfflestraße der Linien U4 und U7 über Betriebsstrecken verbunden. Das Straßenbahnnetz ist ebenfalls über eine Betriebsstrecke, die vor dem Tunnel an der Haltestelle Johanna-Tesch-Platz abzweigt, an den Betriebshof angebunden.
Der Betriebshof Ost ersetzt die Betriebshöfe Sachsenhausen, Bornheim und teilweise Eckenheim und dient sowohl der U-Bahn als auch der Straßenbahn. Gegenwärtig sind hier alle Fahrzeuge der Linien U4 bis U7 sowie 28 Wagen für die Linien 11, 12 und anfänglich 18 stationiert.
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 wird statt der Linie 18 die Linie 14 bedient, die Fahrzeuge der Linie 18 stellt nun der Betriebshof Gutleut.
Betriebshof Gutleut mini|Hallen des Betriebshofes Gutleut, Juni 2007 1896 wurde durch die Frankfurter Trambahn-Gesellschaft ein zweistöckiges Pferdebahndepot in der Nähe des Hauptbahnhofes errichtet.Straßenbahn der Stadt Frankfurt a. M. (Hrsg.): 60 Jahre elektrische Straßenbahn in Frankfurt am Main, Seite 46 f. Nach Ankauf der Trambahn-Gesellschaft wurde es umgebaut und von der städtischen Straßenbahn genutzt. Da es allerdings den wachsenden Anforderungen räumlich nicht gewachsen war,Straßenbahn der Stadt Frankfurt a. M. (Hrsg.): 60 Jahre elektrische Straßenbahn in Frankfurt am Main, Seite 48 wurde im Jahre 1915 in derselben Straße ein neuer Betriebshof für die elektrische Straßenbahn errichtet.
Zunächst wurden dessen Hallen anders genutzt als vorgesehen und der Kriegsleder-Aktiengesellschaft überlassen.Horst Michelke/Claus Jeanmaire: Hundert Jahre Frankfurter Strassenbahnen, Seite 293 Erst 1919 wurde der Betriebshof von der Städtischen Straßenbahn übernommen und eröffnet. Das alte Depot wurde dennoch bis zum Einzug der Omnibuswerkstatt im Jahre 1925Straßenbahn der Stadt Frankfurt a. M. (Hrsg.): 60 Jahre elektrische Straßenbahn in Frankfurt am Main, Seite 49 weiterhin als Abstellgelände und Betriebswerkstatt genutzt.Straßenbahn der Stadt Frankfurt a. M. (Hrsg.): 60 Jahre elektrische Straßenbahn in Frankfurt am Main, Seite 50 Ab diesem Zeitpunkt bis zur Eröffnung des neuen Busbetriebshofes in Rebstock war das alte Depot Omnibushauptwerkstatt. Nach Beschädigungen durch die Luftangriffe auf Frankfurt am Main im Zweiten Weltkrieg wurde es wiederaufgebaut und später auch als Fahrschule und Unterrichtsräume für Schaffner genutzt.
Der 1919 eröffnete, neue Betriebshof Gutleut hatte zwölf Hallengleise sowie ein Freigleis. Im Jahre 1928 wurde der Betriebshof um vier weitere Freigleise, 1929 um eine zweite Halle erweitert. Er besaß nun zwanzig Hallengleise und fünf Freigleise. 1936 erfolgte eine letztmalige Erweiterung um eine dritte Halle, nachdem zuvor bereits ein weiteres Gleis erstellt worden war. Das Depot verfügte somit über 29 Hallengleise.
1976 bis 1978 wurde der Betriebshof grundlegend modernisiert.Dieter Höltge/Günter H. Köhler Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland, Band Hessen, Seite 121Dieter Höltge/Günter H. Köhler Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland, Band Hessen, Seite 118 Anstelle eines Gleisdreiecks entstand eine Wendeschleife, die durch die Halle führt, außerdem eine neue Wasch- und Revisionshalle sowie eine Radsatzdrehbank.Dieter Höltge/Günter H. Köhler Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland, Band Hessen, Seite 146 Der Modernisierung fielen zwei Hallengleise zum Opfer. Seit 1998 verfügt der Betriebshof über eine Unterflurdrehmaschine. Im Jahr 2016 wurden die Gleise 1–3, nach Abbruch einer Begrenzungsmauer, bis an die Grundstücksgrenze zur Gutleutstraße verlängert. Es entstanden nunmehr Stellplätze für drei weitere Straßenbahnen.
Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Depot starke Beschädigungen durch Luftangriffe der Alliierten. Dabei wurden 26 dort stationierte Trieb- und 23 Beiwagen zerstört sowie sieben Trieb-, sechs Bei- und zwei Poststraßenbahnwagen schwer beschädigt.
Derzeit sind die Züge der Linien 11 (bis zu 16 Wagen), 12 (6 Wagen), 15, 16, 17, 18, 19, 20 und 21 sowie die Züge des Ebbelwei-Expreß’ im Gutleuter Depot untergebracht. Weiterhin ist der VGF-Winterdienstwagen 2050 in den Wintermonaten im Betriebshof Gutleut stationiert, da seine Einsätze über den Betriebshof abgewickelt werden.
Wagenhallen Wagenhalle Eckenheim
mini|Eckenheimer Depot im August 2001 Der Bau des Depots in Eckenheim in der Schwabstraße 16 wurde 1911 fertiggestellt und ist bereits im Folgejahr auf 29 Gleise erweitert worden.Horst Michelke/Claus Jeanmaire: Hundert Jahre Frankfurter Strassenbahnen, Seite 225 Während der Inflationszeit der 1920er-Jahre war das Depot vom 10. Juni 1923 bis zum 9. März 1924 außer Betrieb und die beheimateten Straßenbahnwagen wurden den Betriebshöfe Bornheim und Gutleut zugewiesen. 1936 wurde die Lackiererei der Städtischen Straßenbahn vom Betriebshof Gutleut in die Hallengleise zwei bis fünf verlegt.
Nach Ausbombung der Straßenbahndirektion wurden einige ihrer Abteilungen in das Bahnhofsgebäude des Eckenheimer Depots verlegt. Zusätzlich wurden drei Beiwagen als Ausweichquartier von der Straßenbahndirektion genutzt. Als einziger Betriebshof der Innenstadt überstand das Depot den Zweiten Weltkrieg ohne Schäden.
Ende der 1940er-Jahre wurde auf dem ersten Gleis des Betriebshofes eine Spritzkabine errichtet. In den Jahren 1956/1957 wurde die Rückwand der Gleise 18 bis 29 abgebrochen und so die Abstellfläche durch Fortführung der Hallengleise als Freigleise vergrößert. 1957/1958 erfolgte der Anbau eines weiteren Hallengleises, welches in einer separaten Halle untergebracht wurde und mit einer Radsatzdrehbank ausgestattet wurde. Vom 1. August 1971 bis zum Juli 2003 wurden werkstattmäßig auch die Wagen des Bornheimer Depots unterhalten.