Hausen-Oes ist ein Stadtteil von Butzbach im hessischen Wetteraukreis. Der Ort liegt, von Wald umgeben im östlichen Hintertaunus, am Hausberg und am Brülerberg im Naturpark Taunus. Durch Hausen-Oes führt die Landesstraße 3053.
Geographische Lage Das Dorf Hausen liegt auf 295 m ü. NN an einer steilen Ostflanke des Taunus. Das Dorf Oes liegt auf 417 m ü. NN auf einer nach Norden offenen Hochfläche und wird durch die Landesstraße 3053 vom westlich gelegenen Langgönser Ortsteil Espa getrennt. Geologisch dominieren in beiden Orten Schieferböden, die zu Staunässe neigen; dies und die relativ kurze Vegetationsperiode führt zu lediglich geringen landwirtschaftlichen Erträgen.Geschichtsverein für Butzbach und Umgebung e.V. - Hausen-Oes, Stadtteil am Fuße des Hausbergs
Geschichte Ortsgeschichte Bereits in der Jungsteinzeit soll der Bereich besiedelt worden sein. Die Römer führten den Limes am Ort vorbei. Südlich von Hausen befindet sich das Kleinkastell Hunnenkirchhof.
Oes wurde 1319 erstmals urkundlich erwähnt.
In Hausen wird 1488 erstmals ein Pfarrer erwähnt. 1556 wurde die Reformation in Hausen-Oes eingeführt. Hausen und der Nachbarort Nieder-Weisel wurden 1806 hessisch. Vom 16. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre gab es eine Schule.
Die Evangelische Kirche wurde 1860 auf den alten Fundamenten der kleinen mittelalterlichen Kirche von 1300 errichtet.
Am 8. April 1842 wurde der Weiler Oes mit 42 Einwohnern aus der Gemarkung Nieder-Weisel abgetrennt und zur selbständigen Gemeinde erhoben. Eine nachfolgende starke Auswanderungsbewegung der Bewohner nach Amerika führte fast zum völligen Verlassen des Ortes, am Tiefpunkt 1895 hatte der Ort lediglich noch fünf Einwohner.
Die Gemeinden Hausen und Oes wurden am 1. Januar 1968 zur kurzlebigen Gemeinde Hausen-Oes zusammengeschlossen. Zum 1. August 1972 wurde Hausen-Oes im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Stadt Butzbach eingemeindet. Für Hausen-Oes wurde, wie für die übrigen Stadtteile, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Hausen-Oes angehört(e):
vor 1718: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Solms-Lich, Amt Nieder-Weisel ab 1718: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Solms-Hohensolms-Lich, Amt Nieder-Weisel ab 1792: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Solms-Hohensolms-Lich, Amt Nieder-Weisel ab 1806: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),Mediatisierung infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen, Amt Nieder-Weisel (des Fürsten Solms-Hohensolms-Lich) ab 1815: Provinz Oberhessen (Souveränitätslande), Amt Nieder-Weisel (des Fürsten Solms-Hohensolms-Lich) ab 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Nieder-WeiselPatrimonialgericht: Standesherrliches Amt Nieder-Weisel des Fürsten Solms-Hohensolms-Lich. ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk HungenTrennung zwischen Justiz (Landgericht Lich; 1822 gingen die Rechte des „standesherrlichen Amts Nieder-Weisel“ an das Landgericht über, wo sie im Namen der Standesherren ausgeübt wurden) und Verwaltung. ab 1837: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Friedberg ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg ab 1867: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied. Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis FriedbergIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Friedberg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Friedberg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Friedberg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Stadt Butzbach
Gerichte seit 1803 In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Oberhessen (ab 1815 Provinz Oberhessen) wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Hausen mit Oes ab 1806 das „Patrimonialgericht der Fürsten Solms-Hohensolms-Lich“ in Nieder-Weisel zuständig. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821–1822 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übertragen. Ab 1822 ließen die Fürsten von Solms-Hohensolms-Lich ihre Rechte am Gericht durch das Großherzogtum Hessen in ihrem Namen ausüben. „Landgericht Lich“ war daher die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht das für Hausen mit Oes zuständig war. Auch auf sein Recht auf die zweite Instanz, die durch die Justizkanzlei in Hungen ausgeübt wurde verzichtete der Fürst 1823. Erst infolge der Märzrevolution 1848 wurden mit dem „Gesetz über die Verhältnisse der Standesherren und adeligen Gerichtsherren“ vom 15. April 1848 die standesherrlichen Sonderrechte endgültig aufgehoben. Zu Beginn des Jahres 1837 wurde Nieder-Weisel mit Hausen-Oes dem Landgericht Friedberg zugeteilt.Bekanntmachung, die Zutheilung der Orte Södel und Niederweisel mit Hausen und Oes zu dem Kreise und dem Landgericht Friedberg betr. vom 30. November 1836 () Nieder-Weisel mit Hausen und Oes wurde zum 1. Juli 1840 vom Landgericht Friedberg abgetrennt und bildeten mit weiteren Gemeinden den Bezirk des neu errichteten Landgerichts Butzbach.Bekanntmachung, die Errichtung eines neuen Landgerichts zu Butzbach betreffend vom 1. Juni 1840 (Hess. Reg.Bl. S. 195–196)
Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Butzbach“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen. 2004 wurde das Amtsgericht Butzbach aufgelöst und in das Amtsgericht Friedberg integriert.
Einwohnerentwicklung Belegte Einwohnerzahlen für Hausen bis 1970 sind: 1961: 121 evangelische (= 84,62 %), 14 katholische (= 9,79 %)
Belegte Einwohnerzahlen für Oes bis 1970 sind: 1961: 9 evangelische (= 56,25 %), 6 katholische (= 37,50 %) Einwohner
Belegte Einwohnerzahlen für Hausen-Oes sind:
Ortsbeirat Vorsitzender des Ortsbeirates ist seit 2021 Benjamin Ferber. , Stadt Butzbach, abgerufen im November 2016
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Auf dem Hausberg und dem Brülerberg wurden bei Ausgrabungen keltische Ringwälle entdeckt. Zwischen den beiden Bergen verläuft der Keltenwanderweg. Durch Hausen und am Südrand von Oes vorbei verläuft der Europäische Fernwanderweg E3, der hier von Bodenrod nach Butzbach führt.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise Geschichtsverein für Butzbach und Umgebung e.V. - Hausen-Oes, Stadtteil am Fuße des Hausbergs
(archivierte Zahlen)
Weblinks
Stadtteile. In: Webauftritt der Stadt Butzbach. In: Webauftritt der Stadt Butzbach.
Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Wetteraukreis) Kategorie:Gemeindegründung 1968 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Geographie (Butzbach)