Kim Won-il (* 15. März 1942 in Kimhae, in der Unterprovinz Keishō-nandō, Provinz Chōsen, damaliges Japanisches Kaiserreich, heutiges Südkorea) ist ein südkoreanischer Schriftsteller, der bereits zahlreiche Literaturpreise gewann. Viele seiner Werke wurden in die englische, französische und deutsche Sprache übersetzt.

Leben Sein Vater war kommunistischer Aktivist, der während des Koreakrieges nach Nordkorea überlief, und so Kim Won-il sowie dessen Mutter und Geschwister im Süden allein zurückließ. Nicht nur die Stellung einer verlassenen Frau war zu dieser Zeit dort sehr schlecht, sondern auch die ihrer Kinder. Dazu kam der politische Druck, da die Familie aufgrund der politischen Gesinnung des Vaters ständig ausspioniert wurde. Er besuchte zunächst die Taegu-Landwirtschaftsoberschule und studierte dann Literatur an der Sorabol Hochschule für Kunst sowie der Yŏngnam-Universität, seinen Master in koreanischer Literatur machte er an der Dankook-Universität.네이버인물검색: 김원일, abgerufen am 20. Januar 2014 (Korean). Damit gehört er zu jener Generation von Autoren, die nach der japanischen Kolonialherrschaft ihre Muttersprache und Schrift (Han'gŭl) erst wieder systematisch erlernen musste. Er erlebte die April-Revolution 1960 aktiv mit.

1966 gewann er mit seiner Kurzgeschichte Algeria 1961 einen Wettbewerb des Daegu Daily, dies war gleichzeitig sein Debüt als Schriftsteller. Im darauffolgenden Jahr wurde seine Geschichte Fest der Finsternis in der Zeitschrift Moderne Literatur (Hyŏndae munhak) veröffentlicht.

Seit 2013 arbeitet Kim in der Abteilung für Kreatives Schreiben an der Sunchon National University, wo er mit dem koreanischen Dichter Kwak Jae-gu zusammenarbeitet.KTLIT: A place to learn to write: Sunchon National University has Kim Won-il AND Kwak Jae-gu (김원일, 곽재구) (englisch).

Familie Sein Bruder Kim Wŏn-u ist ebenfalls als Schriftsteller tätig.

Themen Klassisches Thema bei Kim Won-il ist die Teilung Koreas nach dem Koreakrieg (1950–1953). Seine Hauptfiguren trudeln oft hilflos im historischen Sog hin und her und werden Opfer ihrer Umstände.LTI Korea: , abgerufen am 8. August 2013 (englisch).Daum 책: , abgerufen am 8. August 2013 (koreanisch).

Werke Koreanisch Romane Die blaue Seele (Seoul: Irum, 2005) Die Tannen (3. Auflage, Seoul: Irum, 2002) Erinnerung an traurige Zeiten (Seoul: Munhak-kwa chisŏngsa, 2001) Das Feuer in Hiroshima (Seoul: Munhak-kwa chisŏngsa, 2002) Die Familie (Band I, II, Seoul: Munidang, 2000) Liebe, ich frage nach dem Weg (Seoul: Munidang, 1998) Das Festival des Feuers (7 Bände, Seoul: Munhak-kwa chisŏngsa, 1997) Der Weg zur Aurasi (2 Bände, Seoul: Munhak-kwa chisŏngsa, 1996) Das Haus am tiefen Hof (Seoul: Munhak-kwa chisŏngsa, 1988) Das tiefe Tal, der hohe Berg (Seoul: Chakka chŏngsin, 1987) Das winterliche Tal (2 Bände, Seoul: Minŭmsa Co., 1987) Wind und Wasser (Seoul: Munhak-kwa chisŏngsa, 1985) Die schwarze Kette (Seoul: Koryŏwon, 1980) Abendrot (Seoul: Munhak-kwa chisŏngsa, 1978) Das schwarze Fest (Seoul: Yemungwan, 1975) Der Geist der Dunkelheit (1967)

Erzählbände Wenn ein Tropfen Wasser fällt (Seoul: Munidang, 2004) Die Jahre (Seoul: Sol, 1960) Der lange Weg bis dahin (Seoul: Hyŏndae sosŏlsa, 1992) Die Zelle der Seele: Gesammelte Werke der Yi-Sang-Literaturpreisträger (Seoul: Munhak sasangsa, 1990) Suche nach Enttäuschung (Seoul: Tongsŏ munhwasa, 1984) Meditation über Regenpfeifer (Seoul: Hongsongsa, 1979) Der Wind, der heute weht (Seoul: Munhak-kwa chisŏngsa, 1976)

Übersetzungen ins Deutsche Wind und Wasser. Übersetzt von Heidi Kang und Ahn Sohyun, mit einem Nachwort von Heidi Kang. Pendragon, Bielefeld 1998, ISBN 3-929096-53-6. Das Haus am tiefen Hof. Übersetzt und eingeleitet von Gwi-Bun Schibel-Yang und Wolfgang Schibel. Iudicium, München 2000, ISBN 3-89129-721-1. Abendrot. Übersetzt von Kim Hyuk-Sook und Manfred Selzer. Iudicium, München 2014, ISBN 978-3-86205-394-0.

Auszeichnungen 2012 – Orden für kulturelle Verdienste in Silber 2005 – Manhae Literaturpreis 2003 – Isu Literaturpreis 2002 – Kunstpreis der Republik Korea 2002 – Hwang Sun-won-Literaturpreis 1998 – Isan Literaturpreis 1998 – Han-Mu-suk-Literaturpreis 1997 – Preis der Yŏngnam Universität (charangsŭrŏn yŏngdaeinsang) 1993 – Sŏrabŏl Literaturpreis 1992 – Ugyŏng Kunst- und Literaturpreis 1991 – Christlicher Kulturpreis 1990 – Yi-Sang-Literaturpreis 1987 – Yosan Literaturpreis 1984 – Tongin-Literaturpreis 1979 – Koreanischer Preis für Prosaliteratur 1978 – Literaturpreis des Präsidenten der Republik Korea 1978 – Koreanischer Literaturpreis für erzählende Literatur 1974 – Preis für zeitgenössische Literatur

Einzelnachweise

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