Schulradar (Eigenschreibweise: SchulRadar) war eine deutschsprachige Website zum Meinungsaustausch über Grund- und weiterführende Schulen in Deutschland. Eltern konnten auf der Plattform Noten für die Schulen ihrer Kinder vergeben.

Hintergrund Schulradar wurde im April 2008 ins Netz gestellt., Der Westen (WAZ) vom 25. April 2008 Initiatoren der Seite sind die Betreiber des thematisch verwandten und umstrittenen Schülernetzwerkes spickmich, auf dem Schüler ihre Lehrer und ihre Schule benoten konnten.Lehrer mit vielen Zeugnissen, Zeit Online vom 10. April 2008

Schulradar sollte laut Aussage der Betreiber „Eltern in Deutschland als Informationsquelle über potentielle Schulen ihrer Kinder dienen“.Spickmich für Mama und Papa, Spiegel Online Schulspiegel vom 8. April 2008 2008 waren 32.000 deutsche Schulen in der Datenbank erfasst., Stuttgarter Zeitung, 2. Februar 2009 40.000 Eltern registriert die etwa 100.000 Bewertungen abgegeben hatten.Schulradar.de: Das Schulbewertungsportal öffnet sich für Direktoren, Finanznachrichten vom 17. Juni 2008

Am 12. August 2014 wurde die Seite mit ihrer Schwesterseite spickmich abgeschaltet.

Funktionen Die Nutzer konnten sich in einer bestimmten Rolle registrieren, z. B. als Elternteil oder Lehrer., Welt Online vom 25. April 2008, abgerufen am 23. September 2015. Seit Juni 2008 gab es zertifizierte Nutzerkonten für Schuldirektoren.

Schulradar bot den verschiedenen Nutzergruppen mehrere Möglichkeiten zum Meinungsaustausch und zur Information: Neben der kritisierten Bewertungsfunktion gab es – unterteilt nach Schulformen, 23. April 2008 – eine Schulsuche, Informationen zum Schulprofil und bundesweite Top-Listen aller bisher bewerteten Schulen.

Weiterhin wurden Lehrerzitate und ein Forum als Diskussionsbereich über verschiedene Themen angeboten.

Schulbewertung Bewertet werden konnten alle weiterführenden Schulen sowie Grundschulen in Deutschland. Es gab 6 Kriterien, zu denen Eltern Noten abgeben können: Individuelle Förderung, Zustand von Gebäuden/Ausstattung, Lehrkräfte, Schulleitung, Unterrichtsbegleitende Aktivitäten, Schulklima., RP Online vom 8. April 2008

Jedes registrierte Mitglied durfte insgesamt 5 Schulen benoten., Der Westen (WAZ) vom 9. April 2008 Die Bewertung erfolgte, bis auf schriftliche Kommentare, anonym.Lehrerverband warnt vor Bewertungsportal „Schulradar“, Deutscher Lehrerverband vom 9. März 2008 Weiterhin hatten Nutzer die Möglichkeit, Fotos von Schulen einzustellenSchul-Kritik.de: Schulradar: Sinn und Unsinn, 7. Mai 2008 sowie die Frage zu beantworten, ob sie selbst gern diese Schule besuchen würden.

Zusätzlich wurden die Noten, die Schüler auf spickmich für ihre Schulen vergeben haben, auf Schulradar übernommen.Schulradar.de: , Presseportal vom 3. April 2008, abgerufen am 23. September 2015.

Kritik Die Plattform geriet seit dem Start aufgrund des Prinzips der öffentlichen Schulbewertung häufig in die Kritik:

Die Reduktion des Schulbildes auf wenige Bewertungskriterien ist einer der umstrittenen Aspekte, genauso wie die Anonymität der AbstimmungenSchulradar.de: Die Lieblingsschule auf einen Klick, Westdeutsche Zeitung newsline vom 23. Mai 2008, aufgrund derer das System anfällig für Missbrauch sei.

Viele Schuldirektionen waren aus diesen Gründen der Plattform gegenüber skeptisch eingestellt – Kritik an Schulen an sich sei angebracht, aber nicht auf diese Weise., RP Online vom 5. Mai 2008, RP Online vom 15. Mai 2008

Einige der von Eltern verfassten anonymen Kommentare veranlassten die Hamburger Schulbehörde im Februar 2009 dazu, gegen Schulradar vor dem Landesgericht Hamburg eine Klage auf Unterlassung einzureichen.Hamburger Behörde wehrt sich gegen scharfe Kritik von Schulradar, Schulspiegel, 10. Januar 2009 Der Fall wird im April 2009 verhandelt. Ein Beitrag der TV-Sendung Stern TV am 28. Januar 2009 über das Internetportal im Zusammenhang mit der Klage aus Hamburg rief sowohl weitere Kritik von Schulen als auch beteiligter Eltern an Schulradar hervor.Ärger über Stern TV-Beitrag, RP-Online, 2. Februar 2009

Einzelnachweise

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