mini|Carl Partsch Carl Partsch (* 1. Januar 1855 in Schreiberhau, Landkreis Hirschberg im Riesengebirge, Provinz Schlesien; † 7. September 1932 in Breslau, Provinz Niederschlesien) war ein deutscher Chirurg und Hochschullehrer in Breslau. Er gilt als Pionier der zahnärztlichen Chirurgie und führte 1908 die wissenschaftlich fundierte Methodik der WurzelspitzenresektionPaul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 61. ein.

Werdegang Partsch studierte an der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität. Er trat in die akademische Riege des Breslauer Alten Turnvereins und gehörte am 4. November 1875 zu den Gründungsmitgliedern des Akademischen Turnvereins Breslau. 1880 wurde er in Breslau zum Dr. med. promoviert.Dissertation: Ueber den feineren Bau der Milchdrüse. Vier Jahre später habilitierte er sich für Chirurgie.Habilitationsschrift: Das Carcinom und seine operative Behandlung : nach den in der Königl. chirurg. Klinik zu Breslau gesammelten Erfahrungen (1875-1882). 1886 ließ er sich als praktischer Arzt in Breslau nieder. 1890 übernahm er als Extraordinarius die Leitung des zahnärztlichen Universitätsinstituts in Breslau. 1895 wurde ihm zusätzlich die Stelle des Chefarztes und Chirurgen am Klosterhospital der Barmherzigen Brüder vom hl. Johannes von Gott übertragen. Im selben Jahr wurde er – ohne eine zahnärztliche Ausbildung durchlaufen zu haben – zum Ehrenmitglied des Central-Vereins deutscher Zahnärzte ernannt.Dominik Groß, Gereon Schäfer: Geschichte der DGZMK 1859-2009. Quintessenz-Verlag, Berlin 2009. ISBN 978-3-938947-06-7, S. 274. 1908 gehörte er zu den Gründern der Breslauer Chirurgischen Gesellschaft.Dieter Rühland, Friedrich Wilhelm Eigler: Die regionalen Chirurgenvereinigungen in Deutschland. Verlag Karl Maria Laufen, Oberhausen 1999. ISBN 3-87468-154-8, S. 255 1921 wurde er zum ordentlichen Professor ernannt. Er legte 1923 die Leitung des zahnärztlichen Instituts und 1925 die Leitung des Hospitals nieder.

Partsch inaugurierte die Wurzelspitzenresektion und die nach ihm benannte Operation der odontogenen Zysten: 1892 die Zystostomie (Partsch I) und 1910 die Zystektomie (Partsch II). Die Schnittführung trägt ebenfalls seinen Namen: Bogenschnitt nach Partsch. Der Zahnmediziner entwickelte zudem einen scharfen Löffel, mit dem Zysten ausgeschält und Granulationsgewebe nach Zahnextraktionen entfernt werden können.

Buchbeiträge mit Hermann Kümmell: Verletzungen und Erkrankungen des Pharynx, in: Ernst von Bergmann, Paul von Bruns, Johann von Mikulicz: Handbuch der Praktischen Chirurgie. Enke, Stuttgart 1902. Erkrankungen der Hartgebilde des Mundes, in: Carl Partsch, Alfred Kantorowicz und Christian Bruhn: Handbuch der Zahnheilkunde. Bruhn, Lindemann, Kantorowicz Die Geschwülste der Mundgebilde, in: Julius von Scheff: Handbuch der Zahnheilkunde. Nachdruck 2017.

Ehrungen mini|Hospital der Barmherzigen Brüder Geheimer Medizinalrat (1907) Dr. med. dent. h. c. (Breslau 1921) 2. Vorsitzender des Ausschusses der Deutschen Turnerschaft (1915–1926) Vorsitzender der Schlesischen Ärztekammer (seit 1920)

Literatur

Hugo Rühl: Deutsche Turner, Leipzig und Wien 1901, S. 186–187. Altherrenbund des ATB (Hrsg.): 100 Jahre Akademischer Turnbund 1883–1983. Melsungen 1983, S. 187–189. Walter Hoffmann-Axthelm: Lexikon der Zahnmedizin, Quintessenz-Verlag, Berlin. Dominik Groß: Carl Partsch – Nestor der Kieferchirurgie, Zahnärztliche Mitteilungen 107/21, 2017, S. 104–106.

Weblinks

Einzelnachweise

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