Walter Schlee, gebürtig Walter Schlesinger (* 15. Dezember 1894 in Kempen, Kreis Kempen in PosenGeburtsregister Standesamt Kempen, Nr. 475/1894; † 9. Februar 1964 in Lugano, Schweiz) war ein deutscher Drehbuchautor.

Leben Walter Schlee, ursprünglich Schlesinger, war ein Sohn des Arztes Eduard (Elkan) Schlesinger (1859–1932) und seiner Frau Bianka geb. Mendelsohn (1871–1942), die in Treblinka ermordet wurde. Sein jüngerer Bruder war der Grafiker Hans Schleger.

Schlee legte 1929 sein erstes Drehbuch vor. Bis 1933 arbeitete Schlee mit seinem Kollegen Walter Wassermann zusammen. Das Duo lieferte in diesem Zeitraum die Drehbücher zu zahlreichen Filmkomödien.

Die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten beendete Schlees Karriere in Deutschland. Er emigrierte in die Niederlande, wo er anfangs für das dortige Kino seine Arbeit als Drehbuchautor fortsetzen konnte. 1937 ging er nach London, wo er im darauffolgenden Jahr mit Pebbles in the Stream seinen ersten Roman fertigstellen konnte, der im März 1939 erschien. Sein nächstes Buch hieß Isn‘t Life Wonderful?. 1940 wurde der Jude Schlee/Schlesinger von Deutschlands Nationalsozialisten ausgebürgert. Nach dem Krieg lebte er bis zu seinem Tod im schweizerischen Lugano.

Schlee war seit 1936 mit der niederländischen Schauspielerin Margot 'Dolly' Mollinger (1911–2004) verheiratet.

Filmografie 1927: Weingeister (Regie)Walter Schlee inszenierte für die Aufführung des René-Clair-Films Le Fantôme du Moulin-Rouge eine Rahmenhandlung, siehe das Filmprogramm Illustrierter Film-Kurier Nr. 573 1929: Gefahren der Brautzeit 1929: Möblierte Zimmer 1930: Heute nacht – eventuell 1930: Zweimal Hochzeit 1930: Ein Walzer im Schlafcoupé 1930: Pension Schöller 1930: 1000 Worte Deutsch 1930: Die blonde Nachtigall 1931: Kasernenzauber 1931: Schneider Wibbel 1931: So'n Windhund 1931: Die Fremde 1931: Aschermittwoch 1931: Arme, kleine Eva 1931: Der wahre Jakob 1931: Die Liebesfiliale 1931: Der ungetreue Eckehart 1931: Die Blumenfrau von Lindenau 1932: Mein Freund, der Millionär 1932: Eine Nacht im Paradies 1932: Une nuit au paradis (französische Version von Eine Nacht im Paradies) 1932: Ja, treu ist die Soldatenliebe 1932: Traum von Schönbrunn 1932: Das Testament des Cornelius Gulden 1932: Die Unschuld vom Lande 1932: Flucht nach Nizza 1933: Sag' mir, wer Du bist 1935: Het Leven is niet zo kwaad 1935: De Suikerfreule 1935: Das Geheimnis der Mondscheinsonate (Het mysterie van de Mondscheinsonate) 1936: Jonge harten 1936: Zomerzotheid 1936: Komödie ums Geld (Komedie om Geld)

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 7: R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 114. Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 443.

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Einzelnachweise

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