Alfred Schirokauer (* 13. Juli 1880 in Breslau; † 27. Oktober 1934 in WienSterbedatum und -ort laut Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films und alte-krimis.de. IMDb und filmportal.de. nennen dagegen als Geburtsort Cottbus sowie als Todestag den 24. Mai 1954 und als Sterbeort Baltimore. Dabei handelt es sich offenbar um eine Verwechslung mit den Daten des Schriftstellers Arno Schirokauer.) war ein deutscher Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmregisseur.
Leben
Schirokauer erhielt seine schulische Ausbildung in England, wo er als Amateur erste Regieerfahrungen sammelte. Dann ging er nach Hamburg und erhielt dort 1899 am Wilhelm-Gymnasium das Abitur.Verzeichnis sämtlicher Abiturienten des Wilhelm-Gymnasiums von 1881 bis 1931. In: Lehrerkollegium des Wilhelm-Gymnasiums (Hrsg.): Festschrift zum 50jährigen Jubiläum des Wilhelm-Gymnasiums zu Hamburg. Christians, Hamburg 1931, PPN 301222665, S. 161–187. (Abiturienten-Nr. 274, Festschrift Online) Anschließend studierte er Jura und schloss das Studium mit der Promotion ab. Nach einer Zeit als Referendar arbeitete Schirokauer sieben Jahre lang als Rechtsanwalt.
Zu dieser Zeit begann er seine schriftstellerische Tätigkeit. 1904 veröffentlichte er seinen ersten Roman Ilse Isensee. Es folgten zahlreiche weitere Werke, von denen einige verfilmt wurden, darunter Unmögliche Liebe, 1932 mit Asta Nielsen in der Hauptrolle. Er verfasste Romanbiografien über Ferdinand Lassalle, Lord Byron, Napoleon und Lucretia Borgia sowie historische und Gegenwartsromane.
Seit 1912 schrieb Schirokauer auch häufig Drehbücher, anfangs regelmäßig für die Münchner Moeve-Film und die ebenfalls in München ansässige Emelka. In den 20er Jahren war er einer der aktivsten deutschen Drehbuchautoren. Mehrfach kooperierte er mit Reinhold Schünzel. Im April 1921 gründete er gemeinsam mit dem Ingenieur Heinrich Lievenbruck und dem Major a. D. Rudolf Steinmetz die Trias Filmherstellungsgesellschaft mbH.Einträge im Münchener Handelsregister am 13. April 1921 und 16. Oktober 1926 Zeitweise hatte er den Vorsitz des Verbandes deutscher Filmautoren inne. Gelegentlich führte er auch selbst Regie. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten emigrierte der jüdischstämmige Schirokauer in die Niederlande und dann nach Wien.
Alfred Schirokauer war zweimal verheiratet und Vater zweier Söhne und einer Tochter; mit seiner zweiten Frau, Friederike Schirokauer, geb. Gebracht, war er seit 3. Oktober 1923 verheiratet. Sie starb am 30. Mai 1955 in München.
Romane
1906: Junges Volk. Fontane, Berlin. 1908: Marta Riel. Eine Geschichte vom Glück. Fontane, Berlin. ca. 1910: Messalina. A. Weichert, Berlin 1927 (Web-Ressource). 1910: Die graue Macht. (Kriminalroman). Fontane, Berlin; 1930; Glöckner, Wien, Berlin (Web-Ressource) 1911: Einsame Frauen. Fontane, Berlin. 1912: Das Lied der Parzen. Bong, Berlin (Web-Ressource). 1912: Einige Jugendsünde. Bong, Berlin. 1912: Ferdinand Lassalle. Ein Leben für Freiheit u. Liebe. Bong, Berlin (Web-Ressource). 1914: Die siebente Großmacht. Oesterheld, Berlin. 1914: Satan. Kronen-Verlag, Berlin. 1916: August der Starke. Bong, Berlin. 1919: Die Stürmer. Borngräber, Berlin. 1920: Irrwege der Liebe. Uhlmann, Siegmar-Chemnitz (Web-Ressource). 1921: Mirabeau. Bong, Berlin (Web-Ressource). 1922: Die kleinen Fürsten. Diplomatie u. Liebe am Balkan. Eysler, Berlin. 1922: Die lieben jungen Frauen. A. Weichert, Berlin. 1923: Napoleons erste Ehe. Hachmeister & Thal, Leipzig. 1924: Ilse Isensee. Eysler, Berlin. 1925: Lord Byron. Der Roman einer leidenschaftlichen Jugend. Oestergaard, Berlin (Web-Ressource). 1925: Lukrezia Borgia. Historischer Roman. R. Bong, Berlin. 1926: Hinter der Welt. Engelhorn, Stuttgart (Web-Ressource). 1927: Die Bunten Schleier. Rhein-Elbe-Verlag, Hamburg. 1927: Der Tanz auf der Weltkugel. Spiegel, Wien, Berlin (Web-Ressource). 1928: Gegen Mensch und Schicksal. Arbeitsgemeinschaft für Kultur und Aufbau, München. 1928: Die Frau von gestern und morgen. Ullstein, Berlin. 1929: Hat's Hoff getan? Buchwelt, Berlin. 1929: Die unmögliche Liebe. Ullstein, Berlin. 1929: Der Tanz auf der Erdkugel (= Glöckner-Bücher. Bd. 35). Glöckner, Wien, Berlin. 1930: Kleopatra. Roman, Bong, Berlin (Web-Ressource). 1930: Alarm. Goldmann, Leipzig (Kriminalroman) (Web-Ressource). 1930: Acht im Urwald. Schicksale unter Auswanderern. Ullstein, Berlin. 1931: Die einen weinen, die anderen wandern. Ullstein, Berlin. 1932: Don Juan auf der Flucht. Ullstein, Berlin. 1932: (unter dem Pseudonym A. Kauer) Der erste Mann. Roman einer Primanerin. Ullstein, Berlin (Web-Ressource). 1932: Schüsse in Shanghai. (Kriminalroman)
Filme (als Drehbuchautor) 1913: Das verschleierte Bild von Groß-Kleindorf 1915: Das Abenteuer des van Dola 1916: Werner Krafft 1919: Am Weibe zerschellt 1919: Die nicht sterben dürfen 1919: Der Tod von Phaleria 1920: Der Sprung ins Dunkle 1920: Die Nacht der Entscheidung 1920: Frauenruhm 1920: George Bully 1920: Der Totenkopf 1921: Der große Chef 1921: Camera obscura 1921: Der Brunnen des Wahnsinns 1921: Die Faust des Schicksals (auch Regie und Produktion) 1921/22: Frauenbeichte (3 Teile) 1922: Die Erlebnisse einer Kammerzofe 1922: Der Favorit der Königin 1922: Die Rache des Marquis Dokama 1923: Das Abenteuer von Sagossa 1923: Opfer der Liebe 1923: Die graue Macht 1924: Der Weg zu Gott 1924: Mutter und Sohn (auch Regie) 1925: Der Hahn im Korb 1925: Die Blumenfrau vom Potsdamer Platz 1925: Die Frau für 24 Stunden 1926: Der dumme August des Zirkus Romanelli 1926: Fünf-Uhr-Tee in der Ackerstraße 1926: Fiaker Nr. 13 1926: Die Flucht in die Nacht 1927: Primanerliebe 1927: Die Jagd nach der Braut 1927: Colonialskandal 1927: Die Insel der verbotenen Küsse 1927: Das Mädchen ohne Heimat 1927: Der Orlow 1927: Üb’ immer Treu’ und Redlichkeit 1927: Ein Tag der Rosen im August … da hat die Garde fortgemußt 1927: Der Himmel auf Erden (nur Regie) 1927: Herkules Maier 1928: Adam und Eva 1928: Der Scheidungsanwalt (Die Frau von gestern und morgen) 1929: Der Mitternachtswalzer 1929: Sturmflut der Liebe 1929: Autobus Nr. 2 1929: Priscillas Fahrt ins Glück (The Runaway Princess) 1929: Fräulein Fähnrich 1929: Das Erlebnis einer Nacht 1930: Student sein, wenn die Veilchen blühen 1930: Namensheirat 1930: Boykott (Primanerehre) 1931: Der Fall des Generalstabs-Oberst Redl 1931: Elisabeth von Österreich 1931: Kadetten 1931: Ein Auto und kein Geld 1934: De familie van mijn vrouw
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Siebter Band R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 112.
Weblinks
Alfred Schirokauer im Internet Archive
Romanbiografien
Anmerkungen
Kategorie:Autor Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Person (Stummfilm) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1880 Kategorie:Gestorben 1934 Kategorie:Mann