Adolf Trotz (eigentlich Adolf Tichauer; * 6. September 1895 in Janow, Oberschlesien, heute Polen; † 14. März 1939 in Rom) war ein deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor.

Leben und Wirken Der Sohn des Kaufmanns David Tichauer und dessen Frau Antonie geb. SchlesingerStaatsarchiv Kattowitz, Geburtsregister Standesamt Schloß Myslowitz, Nr. 149/1895 (online). studierte Pharmazie und Philosophie. Nach dem Abschluss seines Studiums ging er zum Film. Außer Filmen mit dokumentarischem Hintergrund wie Überfall und Die Stadt der Millionen inszenierte er immer wieder Spielfilme, die eine Vorliebe für juristische und sexualaufklärerische Themen zeigen. Zu Beginn des Tonfilmzeitalters führte er bei den aufwändigen Historienstreifen Elisabeth von Österreich und Rasputin Regie.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten beendete 1933 sein Filmschaffen im Deutschen Reich. Sein Film Wege zur guten Ehe wurde 1936 verboten, da er die Ehe als individuelles Glück darstelle, aber „nichts von Rasseinstinkt und Rassebewußtsein, nichts von artbewußter Gattenwahl und vom Glück des Kindersegens, der eine unerläßliche Forderung für jede gute Ehe ist“ verkünde.Dok. 5670 vom 29. Februar 1936 laut . Trotz ging nach Spanien und drehte bis zum Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges 1936 noch einige Filme. Seit November desselben Jahres war er in Rom ansässig, wo er Regie bei der Synchronisation spanischer Filme führte. Adolf Trotz starb wenige Monate vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in seinem italienischen Exil.Ufficio Anagrafe, Stato Civile e Leva di Roma, Atti di morte 1939.

Von 1926 bis zu seinem Tod war Trotz mit der Drehbuchautorin und Filmeditorin Ruth Schweriner verheiratet,Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin XI, Nr. 488/1926 (online bei Ancestry, kostenpflichtig). die unter dem Pseudonym Ruth Schering u. a. die Idee zu Das Recht der Ungeborenen lieferte..

Filmografie 1919: Der Mensch vor 100.000 Jahren 1920: Peters Erbschaft. Fiedje Dreiers Geschichten, 1. Teil (auch Drehbuch) 1922: Wer bist du? 1923: Glanz gegen Glück (auch Drehbuch) 1925: Die Stadt der Millionen (Dokumentarfilm) 1926: Auf den Spuren der Azteken (Dokumentarfilm) 1926: Um das blaue Band (Dokumentarfilm) 1926: Ungleiche Brüder (Dokumentarfilm) 1927: Der Fluch der Vererbung 1927: Überfall 1928: Der Staatsanwalt klagt an 1928: Sechzehn Töchter und kein Papa 1929: Jugendtragödie 1929: Die Frau im Talar 1929: Das Recht der Ungeborenen 1929: Somnambul 1930: Es kommt alle Tage vor… 1930: Karriere. Tango der Liebe 1931: Elisabeth von Österreich 1931: Der Bergführer von Zakopane 1931: Schützenfest in Schilda 1932: Rasputin 1933: Pasa el amor 1933: Wege zur guten Ehe (auch Drehbuch) 1933: L' amour qu'il faut aux femmes (auch Drehbuch) 1934: Alala 1935: Nuevas rutas 1936: Sinfonía vasca

Literatur Friedrich Porges (Hrsg.): Mein Film-Buch. Vom Film, von Filmstars und von Kinematographie. „Mein Film“-Verlag, Wien 1929, , S. 219. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 8: T – Z. David Tomlinson – Theo Zwierski. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 61 f. Kay Weniger: Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8.

Weblinks

(Archiv Günter Peter Straschek)

Einzelnachweise

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