Global Metal ist der zweite Film des kanadischen Kulturanthropologen Sam Dunn. Der Dokumentarfilm von 2008 behandelt, wie Sam Dunns erster Film Metal – A Headbanger’s Journey, die Musikrichtung Heavy Metal. Er dokumentiert wie sich Heavy Metal weltweit ausgebreitet hat und wie die einzelnen Kulturen mit der ursprünglich westlichen Musikrichtung umgehen und diese verändern.
Inhalt Global Metal beleuchtet die Entwicklung von Heavy-Metal-Musik und der damit verbundenen Subkultur in sieben nicht-westlichen Staaten: Brasilien, Japan, Indien, China, Indonesien, Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Nachdem die Länder kurz vorgestellt wurden, wird die Situation im Land mit lokalen Künstlern, Fans, Journalisten und andere Szeneangehörige besprochen. Teilweise werden außerdem Musiker westlicher Bands zu ihren Erfahrungen mit der Subkultur im Land befragt.
Produktion Nach Abschluss der ersten Metal-Dokumentation wusste Dunn bereits, dass er einen zweiten Teil zur globalen Metalszene drehen wollte. Die Vorproduktion und Recherche nahm ein halbes Jahr in Anspruch, danach wurde sieben Wochen lang in Japan, Indonesien, Israel, Polen und China gedreht. Die Aufnahmen in Brasilien, Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden später angefertigt. Ursprünglich war geplant im Iran zu drehen, doch da das Drehteam keine Visa erhielt, besuchten sie stattdessen das Dubai Desert Rock Festival. Die Aufnahmen aus Polen wurden im Film letztendlich nicht verwendet.
Interviewpartner Brasilien Rio de Janeiro und São Paulo
Künstler Band Nationalität Carlos Lopes Dorsal Atlântica Rafael Bittencourt Angra Adrian Smith Iron Maiden Dave Murray Iron Maiden Max Cavalera Sepultura, Soulfly
Sonstige Claudia Azevedo, University of Rio De Janeiro Eric de Haas, Rock Hard Brazil Toninho, Sepultura Fan Club
Japan Tokyo
Künstler Band Nationalität Tom Araya Slayer Kerry King Slayer Lars Ulrich Metallica Marty Friedman Megadeth, Cacophony Yoshiki X-Japan Mirai Kawashima Sigh
Sonstige Masa Itoh, Rock City TV Katsuya Minamida, Universität Kōbe
Indien Mumbai und Bangalore
Künstler Band Nationalität Sahil Makhija (Demonstealer) Demonic Resurrection Prashant Shaw Exhumation Nolan Lewis Kryptos Anant Dwivedi Prakalp Vincent Pereira Prakalp Sai Prabhakarah Souled Out Bruce Dickinson Iron Maiden
Sonstige Atul Sharma, MetalIndia.net
China Peking
Künstler Band Nationalität Kaiser Kuo Tang Dynasty Nong Yong Ritual Day
Sonstige Wang Xiao, Angestellter des 666 Rock Shop Yang Yu, Painkiller Magazine Zhang Feng, Direktor der MIDI School
Indonesien Jakarta
Künstler Band Nationalität Barney Greenway Napalm Death Andre Tiranda Sikskubur Arian 13 Seringai Ombat Nasution Tengkorak
Sonstige Wendi Putranto, Rolling Stone Indonesia Jason Tedjasukaman, Time Magazine Indonesia Frank Raden, Professor Rudi Iman, Fan
Israel Jerusalem
Künstler Band Nationalität Kobi Farhi Orphaned Land Eran Segal Whorecore ”Evil” Haim Whorecore Butchered Arallu Nir Nakav Salem Yotam “Defiler” Avni Abed
Sonstige Yishai Sweartz, Raven Music Maor Appelbaum, Produzent
Vereinigte Arabische Emirate Dubai
Künstler Band Nationalität Ali Kahtmayan Maher Musiker Ahmid Musiker Al-Sharif Hate Suffocation Barney Ribeiro Nervecell
Sonstige Armin, Fan – Iran Abed, Fan – Libanon Omar Abdula Aziz Mohammed Khan Abdula, Fan – Dubai
Rezeption Als Dokumentation wurde der Film von Wissenschaftlern für seine oberflächliche Darstellung der gezeigten Länder kritisiert. Er gehe kaum auf die Besonderheiten der verschiedenen Kulturen und deren Wechselwirkung mit der Musik ein. Dunn lasse immer wieder Möglichkeiten verstreichen, kritische Fragen zu stellen, die Eigenheiten der örtlichen Metalszene zu beleuchten oder deren Wechselwirkung mit der Mainstreamkultur zu ergründen. Nicht einmal die Funktion der rebellierenden Subkultur, welche dem Genre durch ihre (angebliche) Herkunft aus dem Punk inhärent sei, werde in autokratischen Ländern wie Indonesien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten beleuchtet. Stattdessen werden Musik und Subkultur weitgehend als lokale Abwandlung der europäisch-amerikanischen Szene behandelt. Einzig die Entwicklungen in China und Japan sowie der Einfluss der brasilianischen Band Sepultura werde etwas differenzierter betrachtet. Auch die titelgebende Globalisierung des Genres beschränke sich im Rahmen des Films auf die verbesserte Verfügbarkeit von Musik über das Internet.
Als Unterhaltungsmedium wurde der Film wesentlich wohlwollender aufgenommen: Szenemedien beschrieben den Film als selbstironisch und stellenweise sogar rührselig. Er feiere die Szene und zeige ihre Qualitäten sowie ihre Rolle im Umgang mit repressiven Kulturen. Gleichsam bleibe er teilweise oberflächlich, was auch der relativ kurzen Laufzeit geschuldet sei. Der unkritische Umgang wurde teilweise mit Dunns Innenperspektive als Fan erklärt, was ihm eine Konfrontation mit seinen Idolen wohl erschwere. Als Reisefilm sei er derweil kurzweilig. Dass der Film Aufmerksamkeit auf die Konflikte mit religiösen und politischen Autoritäten lenke, wurde von Fans insgesamt als positiv bewertet. Die Musikauswahl wurde fast universell gelobt.
Auf IMDb hat der Film bei knapp 5.000 Bewertungen eine durchschnittliche Bewertung von 7,9 von 10 Punkten.
Literatur
Johannes Tomczak, Frederike Kiesel, Caroline Amann: Global Metal. In: Kieler Beiträge zur Filmmusikforschung 5.2 (2010), S. 317–324, DOI: https://doi.org/10.59056/kbzf.2010.5.p317-324.
Einzelnachweise
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