300px|alt=|zentriert|Signet der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland Karte 300px|zentriert|Karte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland Basisdaten Fläche: 37.000 km² Leitender Geistlicher: LandesbischofFriedrich Kramer Präses Landessynode: Dieter Lomberg Präsident Landeskirchenamt: Jan Lemke Mitgliedschaften: VELKD, UEK, LWB, EKD Bischofssprengel:Seit 2022 2 Kirchenkreise: 30 Kirchengemeinden: 3112 (2023) Gemeindeglieder: 552.320 (31. Dezember 2025) Anteil an der Gesamtbevölkerung: 13,8 % (31. Dezember 2024) Offizielle Website: ekmd.de
Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ist eine von 20 Gliedkirchen (Landeskirchen) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie ist wie alle Landeskirchen eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Das Landeskirchenamt befindet sich in Erfurt, der Sitz des Landesbischofs ist Magdeburg. Als Bischofskirche der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland dient der Magdeburger Dom.
Die EKM wurde am 1. Januar 2009 durch Vereinigung der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen gebildet.
Die Landeskirche ist Mitglied der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Union Evangelischer Kirchen (UEK). Die EKM hatte Ende 2025 552.320 Gemeindeglieder. Etwa jede fünfte evangelische Kirche steht auf dem Gebiet der EKM. Damit hat die EKM die meisten Gotteshäuser aller Landeskirchen in Deutschland. Zugleich stellen die Gemeindemitglieder nur etwa 3,3 Prozent der deutschen Protestanten dar.
Gebiet der Landeskirche Das Gebiet der EKM entspricht im Wesentlichen dem 1920 gegründeten Land Thüringen und der ehemaligen preußischen Provinz Sachsen. Es befindet sich nach den heutigen politischen Grenzen überwiegend in den Ländern Sachsen-Anhalt und Thüringen. Außerdem gehören kleinere Teile der Länder Brandenburg (Kirchenkreis Bad Liebenwerda, Teile der Kirchenkreise Elbe-Fläming und Wittenberg) und Sachsen (Kirchenkreis Torgau-Delitzsch) zum Gebiet der Landeskirche.
Einige Gebiete in Sachsen-Anhalt gehören nicht zur EKM, sondern zur Evangelischen Landeskirche Anhalts, zur Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Havelberg) oder zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig (Calvörde, Blankenburg). Teile Thüringens gehören zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (Kirchenkreis Schmalkalden) oder zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens (um Seelingstädt im Landkreis Greiz).
Geschichte Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland wurde am 1. Januar 2009 gegründet, nachdem die Synoden der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen im Jahr 2007 die Vereinigung ihrer beiden Landeskirchen beschlossen hatten und sich am 5. Juli 2008 eine gemeinsame Verfassung gaben.Die Verfassung der EKM im Wortlaut (PDF; 328 kB)
Zur Geschichte vor der Vereinigung der beiden Kirchen:
Die Segnung gleichgeschlechtlicher PaareEkmd.de: 10. Tagung der I. Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, vom 21. bis 24. November 2012 in Erfurt wurde 2012 durch die Landessynode der EKM erlaubt, sofern keine Gewissensgründe bei Pfarrer oder Gemeindekirchenrat dem entgegenstehen.
Zum 1. Januar 2026 reduzierte sich die Anzahl der Kirchenkreise durch Fusionen von 37 auf 30.
Geistliche Leitung der Landeskirche mini|hochkant|Landesbischof Friedrich Kramer bei der Predigt in seinem Einführungsgottesdienst im Magdeburger Dom (2019) An der Spitze der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland steht der Landesbischof. Der gewählte Landesbischof wird im Magdeburger Dom in sein Amt eingeführt. Als erste gemeinsame Landesbischöfin wurde am 21. März 2009 Ilse Junkermann von der Landessynode im dritten Wahlgang gewählt und am 29. August 2009 eingeführt. Ihr Nachfolger im Amt wurde am 10. Mai 2019 ins Amt gewählt und am 7. September 2019 eingeführt.
Landesbischöfe 1. Januar bis 1. Juni 2009: Christoph Kähler 1. Januar bis 7. Juni 2009: Axel Noack 1. Juni bis 29. August 2009: Hans Mikosch 7. Juni bis 29. August 2009: Siegfried Kasparick 29. August 2009 bis 31. August 2019: Ilse Junkermann ab 1. September 2019: Friedrich Kramer
Landessynode Als „Parlament“ hat die Landeskirche eine Landessynode. Deren Mitglieder, die 84 Synodalen, werden auf sechs Jahre gewählt bzw. berufen oder gehören ihr von Amts wegen an. Die Landessynode tritt in der Regel zweimal im Jahr zu einer mehrtägigen Sitzung zusammen. Die Tagung wird vom Präsidium geleitet, dem der Präses sowie zwei Stellvertreter und ein Schriftführer angehören. Zu den Aufgaben der Landessynode gehört, neben der Gesetzgebung, u. a. die Wahl des Bischofs, der Regionalbischöfe, der Dezernenten des Kirchenamtes und des Landeskirchenrates.
Präsides der Landessynode 1. bis 23. Januar 2009: Petra Gunst 23. Januar 2009 bis 20. Februar 2013: Wolf von Marschall seit 11. April 2013 bis November 2014: Steffen Herbst seit 16. April 2015: Dieter Lomberg
Gliederung der Landeskirche Die Landeskirche ist wie folgt aufgebaut:
Kirchengemeinden An der Basis stehen die 3.112 Kirchengemeinden (Stand 2023) als Körperschaften des öffentlichen Rechts mit gewählten Gemeindekirchenräten. Die Mitglieder dieser Gremien heißen Kirchenälteste.
Kirchenkreise Mehrere Kirchengemeinden bilden zusammen einen Kirchenkreis. Die 31 Kirchenkreise, die ebenfalls Körperschaften des öffentlichen Rechts sind, haben als Gremium die Kreissynode mit einem Präsidium der Kreissynode. Die Mitglieder der Kreissynode werden von den jeweiligen Gemeindekirchenräten gewählt. Der leitende Geistliche eines Kirchenkreises trägt die Amtsbezeichnung Superintendent, im Kirchenkreis Erfurt führt er traditionsgemäß den Titel Senior.
Mehrere Kirchenkreise bilden zusammen einen Bischofssprengel, in dem ein oder zwei Regionalbischöfe die geistliche Leitung innehaben.
Einen Sonderstatus besitzt der Reformierte Kirchenkreis mit Sitz in Halle.8. Reformierter Kirchenkreis Er besteht nicht aus einem zusammenhängenden Territorium, sondern aus den fünf reformierten Einzelgemeinden in Aschersleben, Burg, Halberstadt, Halle und Magdeburg. Der leitende Geistliche des Reformierten Kirchenkreises trägt die Amtsbezeichnung Senior.
Bischofssprengel Zum 1. Januar 2022 wurden die fünf bestehenden Propstsprengel aufgelöst und durch zwei Bischofssprengel ersetzt. In jedem Sprengel amtieren ein oder zwei von der Landessynode gewählte Regionalbischöfe, die sich die Verantwortung teilen.
Aufgeführt sind die Bischofssprengel, die vormaligen Propstsprengel und die zugehörigen Kirchenkreise:
Bischofssprengel Erfurt (gebildet aus den Propstsprengeln Gera-Weimar, Eisenach-Erfurt und Meiningen-Suhl) Altenburger Land Bad Frankenhausen-Sondershausen (ab 1. Januar 2027: Nordthüringen) Bad Salzungen-Dermbach Eisenach-Gerstungen Eisenberg Erfurt Gera Gotha (am 1. Januar 2026 aus den Kirchenkreisen Arnstadt-Ilmenau, Gotha und Waltershausen-Ohrdruf entstanden) Greiz Jena Mühlhausen (ab 1. Januar 2027: Nordthüringen) Rudolstadt-Saalfeld Schleiz Südthüringen (am 1. Januar 2026 aus den Kirchenkreisen Henneberger Land, Hildburghausen-Eisfeld, Meiningen und Sonneberg entstanden) Südharz (ab 1. Januar 2027: Nordthüringen) Weimar-Apolda (am 1. Januar 2026 aus den Kirchenkreisen Apolda-Buttstädt und Weimar entstanden) Bischofssprengel Magdeburg (gebildet aus den Propstsprengeln Halle-Wittenberg und Stendal-Magdeburg) Egeln Elbe-Fläming Eisleben-Sömmerda Halberstadt Haldensleben-Wolmirstedt Halle-Saalkreis Magdeburg Bad Liebenwerda Saale-Unstrut (am 1. Januar 2026 aus den Kirchenkreisen Merseburg und Naumburg-Zeitz entstanden) Salzwedel Stendal Torgau-Delitzsch Wittenberg
Landeskirchenamt Als oberste Verwaltungsbehörde der Landeskirche besteht das Landeskirchenamt, das seit Mai 2011 im Collegium Maius in Erfurt seinen Sitz hat. Bischofssitz der Landeskirche ist jedoch Magdeburg. An der Spitze des Landeskirchenamtes steht der Präsident, seit 1. September 2021 Jan Lemke. Zur Seite steht ihm ein Vizepräsident, derzeit Finanzdezernent Oberkirchenrat Stefan Große. Das Landeskirchenamt ist in 5 Dezernate, 19 Referate sowie weitere Geschäftsstellen und zugeordnete Dienststellen gegliedert.
Gesangbücher Die Gemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland singen aus dem Evangelischen Gesangbuch – Ausgabe für die Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Bayern und Thüringen, bzw. Ausgabe für die Evangelische Landeskirche Anhalts, die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg, die Evangelische Kirche der schlesischen Oberlausitz, die Pommersche Evangelische Kirche, die Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen.
Medien Kirchenzeitung „Glaube und Heimat“ Die wöchentliche Zeitung erschien erstmals im Jahr 1924. Sie trägt den Titel Glaube und Heimat und wird auch im Bereich der Evangelischen Landeskirche Anhalts verbreitet. Die Zeitung erscheint in der Wartburg Verlag GmbH in Weimar, deren Alleingesellschafter die EKM ist. Der Verlag wird seit 2017 von der Evangelischen Verlagsanstalt in Leipzig vertrieblich und verlegerisch betreut.
Verflechtung mit dem MDR Die Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland ist eng mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) verflochten. Die Kirche entsendet unmittelbar ein Mitglied in den Rundfunkrat des MDR. Derzeit (2026) ist dies Oberkirchenrat i. R. Christhard Wagner, der auch Vorsitzender der Landesgruppe Thüringen sowie Mitglied des Programmausschusses Leipzig des Rundfunkrates ist. Zudem ist Christoph Maier, Akademiedirektor des kirchlichen Werks Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt, Mitglied des Rundfunkrates sowie Mitglied des Programmausschusses Halle des Rundfunkrates.Die Mitglieder des MDR-Rundfunkrates vom 25. März 2026, bei www.mdr.de.
Die Rundfunkbeauftragte für den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk der EKM ist für kirchliche Äußerungen beim Hörfunkprogramm des MDR verantwortlich. Sie begleitet insgesamt rund 900 Sendeplätze pro Jahr. Dies betrifft Autoren, die auf MDR Thüringen, MDR Sachsen-Anhalt und MDR Kultur Andachten sprechen, und die Gottesdienste auf MDR Kultur. Ferner ist die Rundfunkbeauftragte Autorin für Augenblick mal auf MDR Thüringen und das Wort zum Tag bei MDR Kultur.Themenfeld Rundfunk bei www.ekmd.de.
Die Senderbeauftragte der evangelischen Kirchen beim MDR vertritt alle evangelischen Landeskirchen im Sendebereich des MDR. Dies umfasst Informationen über kirchliche Themen und Vorschläge von Formaten zur Berichterstattung. Ferner ist sie für die Fernsehgottesdienste im MDR verantwortlich.
Kirchenbestand und aktuelle Situation mini|Bauermeister-Gedächtniskirche in Bitterfeld (2020 entwidmet und verkauft)
Rund 20 Prozent aller evangelischen Kirchen in Deutschland stehen im Gebiet der EKM.Elke Bergt: 500 Kirchen – 500 Ideen: Von mutigen Aufbrüchen und notwendigen Abschieden, veröffentlicht in: Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Offene Kirchen 2023, S. 6–12. Die EKM hat im Jahr 2021 auf ihrem Territorium 3.890 Kirchen und Kapellen, davon 1.887 in Thüringen und etwa genauso viele Orgeln. Hinzu kommen rund 10.000 Glocken und mehr als 150.000 Kunstgegenstände. 99 Prozent der Bauwerke sind denkmalgeschützt, für jedes zweite Gotteshaus besteht Sanierungsbedarf an Dächern, Fassaden und Türmen. Für 5 Prozent wurden Hausschwamm und/oder dringender Handlungsbedarf angezeigt.Thüringische Landeszeitung, 21. Juni 2021, Druckausgabe, S. 2. Der Anteil einsturzgefährdeter, baupolizeilich gesperrter und damit unbenutzbarer Kirchen in der EKM liegt nach eigenen Angaben unter einem Prozent (also < 39).Friederike Spengler: Pröpstin: „Uns sind Menschen wichtiger als Steine“, in Glaube und Heimat Nr. 26/2021, 27. Juni 2021, S. 3. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland hat nach eigenen Angaben (Stand 2021) seit 1990 elf Kirchen aufgegeben, fünf davon in Thüringen.