Herringen ist ein Ortsteil der westfälischen Stadt Hamm. Er liegt im gleichnamigen Stadtbezirk.
Geographie
Lage Herringen liegt westlich des Zentrums der Stadt Hamm. Im Norden bildet die Lippe die Grenze. Direkt südlich der Lippe durchquert der Datteln-Hamm-Kanal das Ortsgebiet.
Gliederung Zu Herringen gehören die Siedlungen Nordherringen und Ostfeld (im Norden) und Isenbeck (im Nordosten). Der westliche Teil des Ortes wird oft als Westherringen bezeichnet.
Nachbargemeinden Herringen grenzte im Jahr 1967 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Gemeinden Stockum und Bockum-Hövel (beide damals im Kreis Lüdinghausen), an die Stadt Hamm und an die Gemeinden Wiescherhöfen, Pelkum, Lerche und Sandbochum (einschließlich Bockum-Hövel alle heute zu Hamm).
Geschichte Das erste Mal urkundlich erwähnt wird Herringen (Heringhe) als Pfarrkirche der Erzbischöfe von Köln in einer am 6. August 1032 ausgestellten Schenkungsurkunde, die die Pfarrei der Abtei Deutz übereignet. 1147 wurde der Ort urkundlich Heringe und 1253 Heringhen genannt.Willy Timm: Die Ortschaften der Grafschaft Mark in ihren urkundlichen Früherwähnungen und politischen Zuordnung bis zu Gegenwart, Unna 1991, S. 62. Im Jahr 1364 das Kirchspiel mit in deme kerspele to Heyrinchgen erwähnt sowie 1496 der Adelige Godert Torck to Herryngen.
Die Deutung des Ortsnamens ist unsicher; es könnte sich aber um eine Stelle handeln, die entweder im Bereich einer Anhöhe liegt oder steinige Bodenverhältnissen zeigt, was angesichts relativ flacher Geländeerhebungen im Ortsbereich von Herringen möglich wäre.Birgit Meineke: Die Ortsnamen der Stadt Hamm und des Kreises Unna, in: Westfälisches Ortsnamenbuch (WOB), Band 15, Bielefeld 2021, S. 175/176.
Herringen gehörte im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit in eigener Bauerschaft (Heringen) im Amt Hamm zur Grafschaft Mark. Laut dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 hatten die 19 Steuerpflichtigen in der Bauerschaft zwischen ein oirt und sechs Goldgulden an Abgabe zu leisten.Aloys Meister: Die Grafschaft Mark. Festschrift zum Gedächtnis der 300-jährigen Vereinigung mit Brandenburg-Preußen. 2. Band, Dortmund 1909, S. 38 – Auszug aus dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 (Bauerschaft Herringen). Im Jahr 1705 waren in der vergrößerten Bauerschaft 34 Steuerpflichtige mit Abgaben an die Rentei Hamm im Kataster verzeichnet. Größter Steuerzahler war der Schulte zu Herringen.Westfälisches Schatzungs- und Steuerregister, Band 6, Münster 1980. Darin: Kataster der Kontribuablen Güter in der Grafschaft Mark 1705, bearb. von Willy Timm, S. 40–42.
Im 19. Jahrhundert gehörte Herringen bei der Errichtung der Ämter in der preußischen Provinz Westfalen zum Amt Pelkum im Kreis Hamm. Im Jahr 1885 gab es in der Landgemeinde Herringen auf 1020 ha Fläche, davon 489 ha Ackerland, 41 ha Wiesen, 118 ha Holzungen, 3 Wohnplätze, 107 Wohnhäuser mit 115 Haushaltungen und 701 Einwohner.Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen, Berlin 1887, S. 76/77, Online-Ausgabe. Anlässlich der Auskreisung der Stadt Hamm am 1. April 1901 wurde aus dem Kreis der Landkreis Hamm. Nach einer Gebietserweiterung im Jahr 1929 wurde dieser im Oktober 1930 in Kreis Unna umbenannt.
Am 30. Juni 1965 wurde Herringen aus dem Amt Pelkum ausgegliedert. Zum 1. Januar 1968 wurde Herringen jedoch zusammen mit den Gemeinden Lerche, Pelkum, Sandbochum und Weetfeld sowie Teilen von Wiescherhöfen zur neuen Gemeinde Pelkum zusammengeschlossen. Diese 40,65 km² große Gemeinde mit 25.337 Einwohnern wurde durch das Münster/Hamm-Gesetz mit Wirkung vom 1. Januar 1975 wieder aufgelöst und in die kreisfreie Stadt Hamm eingemeindet.
Bereits 1967 war eine Gemeindepartnerschaft mit Neufchâteau (Lothringen) geschlossen worden, die nach der Eingemeindung auf Hamm überging.Partnerstadt auf hamm.de, abgerufen am 24. Februar 2022.
Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner 1849 607 1910 1.527 1931Handbuch der Ämter und Landgemeinden in der Rheinprovinz und in der Provinz Westfalen, Preußischer Landgemeindetag West, Berlin 1931. 11.167 1956Otto Lucas: Kreis-Atlas Unna. Unna/Münster 1957 15.222 1961 14.769
Verkehr
Straßen
Die Landesstraße L 736 verbindet Herringen im Osten mit Hamm sowie im Westen mit Sandbochum, Rünthe und Lünen. Die Landesstraße L 881 stellt im Norden eine Verknüpfung mit Bockum und im Süden mit Wiescherhöfen her.
Die Kreisstraße K 17 folgt im Norden hauptsächlich der Johannes-Rau-Straße, früher der Lünener Straße.
Öffentlicher Personennahverkehr
Herringen ist durch die Linien 1, 7 und 9 der Stadtwerke Hamm mit dem Hammer Zentrum verbunden. Außerdem verkehrt die Schnellbuslinie X4 der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna von Hamm Hbf nach Sandbochum, Bergkamen und Bönen.
Bemerkenswertes Der Lippedeich in Hamm-Herringen ist mit 17 m Höhe der höchste Flussdeich Deutschlands. , PDF-Datei, abgerufen am 16. Juli 2015
Weblinks
Herringen in HammWiki
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Hamm Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Hamm) Kategorie:Ort an der Lippe Kategorie:Gemeindeauflösung 1968