Dieser Artikel befasst sich mit Begriffen aus den Dune-Zyklen, einer Reihe von Science-Fiction-Romanen von Frank Herbert, Frank Herberts Sohn Brian und Kevin J. Anderson.
Gruppierungen/Organisationen/Völker Atreides Siehe: Figuren der Dune-Zyklen
Harkonnen Siehe: Figuren der Dune-Zyklen
Corrino Siehe: Figuren der Dune-Zyklen
Bene Gesserit Siehe: Figuren der Dune-Zyklen
Bene Tleilax Siehe: Figuren der Dune-Zyklen
Landsraad Der Landsraad ist ein mächtiges politisches Gremium, das aus den großen Adelsfamilien (den sogenannten Häusern) des Imperiums besteht. Er dient als eine Art Gegengewicht zur Macht des Imperators mit seinen Sardaukar. Die Häuser nutzen den Landsraad, um ihre Interessen zu vertreten, Allianzen zu schmieden und Konflikte zu regeln, oft auch, um sich gemeinsam gegen den Imperator zu behaupten, falls dieser zu mächtig wird. Der Landsraad besitzt keine eigene Armee, sondern die einzelnen Adelsfamilien unterhalten jeweils ihre eigenen Streitkräfte. Im Konfliktfall können die Häuser ihre Armeen jedoch bündeln, um gemeinsam gegen Bedrohungen vorzugehen und ihre politischen Interessen durchzusetzen. Nach der Machtübernahme durch Paul Atreides versinkt der Landsraad in der politischen Bedeutungslosigkeit und löst sich während der Herrschaft des „Gottkaisers“ Leto II. schließlich auf.
MAFEA
Die Merkantile Allianz für Fortschritt und Entwicklung im All (eng. Combine Honnete Ober Advancer Mercantiles kurz CHOAM) ist die bedeutendste Handelsorganisation im Imperium. Die MAFEA ist ein gewaltiges wirtschaftspolitisches Machtinstrument. Sie organisiert und kontrolliert den gesamten Handel mit Gewürz im bekannten Universum. Die großen Häuser haben alle Anteile an der Gesellschaft, besonders einflussreiche sitzen im Direktorium. Den Vorsitz führt stets der regierende Imperator bzw. sein Vertreter. Durch seinen Sieg über Shaddam IV. übernahm Paul Muad'dib bzw. das Haus Atreides auch die Leitung der MAFEA. Da die MAFEA aber im Grunde nur der wirtschaftliche Arm des Landraads war, versank sie dadurch in der Bedeutungslosigkeit.
Mentaten Siehe: Figuren der Dune-Zyklen
Sardaukar Die Sardaukar spielen hauptsächlich im ersten und dritten Band des Dune-Zyklus eine Rolle. Sardaukar sind die militärische Elite des Padischah-Imperators Shaddam IV. Sie wurden auf dem imperialen Gefängnisplaneten Salusa Secundus rekrutiert und ausgebildet.
Ihre ungewöhnlich harten Lebensbedingungen und die brutale Ausbildung ließ in der Regel nur vier von zehn Kandidaten überleben. Das Hauptgewicht des militärischen Trainings lag auf totaler Gnadenlosigkeit und weitestgehender Ausschaltung des eigenen Selbsterhaltungstriebes. In seiner Brutalität wog ein Sardaukar zehn gewöhnliche Kämpfer auf. Sie huldigten einer Ideologie, nach der sie einem Clan unbesiegbarer Krieger angehörten und andere Lebewesen etwas Niederes, Wertloses darstellten. Nachlässigkeiten in der Ausbildung und offen zur Schau gestellte Überheblichkeit hatten zu Zeiten Shaddams IV ihren Kampfwert gemindert. Trotzdem wurden sie weiterhin – mit Recht – gefürchtet.
Beim ersten Angriff auf Arrakis mischten sich Truppen der Sardaukar in Harkonnenuniformen unter die regulären Soldaten, um ihre Angriffe heimlich zu unterstützen. Während der Revolte auf Arrakis wurden die bis dahin für unbesiegbar gehaltenen imperialen Sardaukar von Paul Atreides und seinen Fedaykin vernichtend geschlagen.
Im Exil auf Salusa Secundus formierte der zurückgetretene Imperator, Shaddam IV., eine Sardaukar-Ehrengarde. Viele Jahre später schmiedete Prinzessin Wensicia Corrino Pläne, die Sardaukar zu alter Stärke zu führen, um den imperialen Thron zurückzuerobern. Diese Bestrebungen blieben jedoch erfolglos. Von ihrem Sohn, Prinz Farad’n, wurden die wiedererstarkten Sardaukar als Geschenk des Hauses Corrino an Leto II. überantwortet.
Eine kaiserliche Legion Sardaukar besteht aus zehn Brigaden und hat eine Sollstärke von etwa 30.000 Mann. Im Film Dune – der Wüstenplanet von David Lynch wird fälschlicherweise behauptet (laut deutscher Synchronfassung auf der Remastered-DVD; made in Europe by „Laser Paradise“), dass der Padischah-Imperator Shaddam IV. 50 Legionen nach Arrakis verlegte, um die Fremen systematisch auszulöschen. Tatsächlich waren es fünf Legionen.
Dienstgrade der Sardaukar, siehe: Begriffe der Dune-Zyklen
Die Armeen der Hohen Häuser (des Landsraads) auf der einen und die Sardaukar des Imperators auf der anderen Seite bilden ein militärisches Gleichgewicht im Imperium.
Fischredner Der Name Fischredner (engl. Fish Speaker) leitet sich, laut Leto II., aus einer uralten Legende ab, nach der eine weise Frau an einem See Visionen empfing, während sie einen Fisch betrachtete.
Die Fischredner spielen vor allem im vierten Band des Dune-Zyklus eine Rolle. Von Kritikern wurden sie gerne als die Houris des Gottkaisers geschmäht. Sie sind die weibliche Armee Leto II. und haben eine zentrale Funktion bei der Realisierung seines Goldenen Pfades.
In einem Gespräch mit einem der Duncan-Gholas, mit denen er in ständigem Streit über die Berechtigung einer Frauenarmee steht, erklärt er: „Meine Houris vermitteln Reife. Sie wissen, daß sie das Heranwachsen der Männer im Auge behalten müssen, denn dadurch gelangen sie auch zu ihrer eigenen. Am Ende verschmelzen sie zu Gattinnen und Müttern, und wir entwöhnen sie von ihren pubertären Bindungen.“
Als Kriegerinnen sind diese weiblichen Legionen fanatisch und ihrem Gottkaiser unbedingt ergeben. Der einzig männliche Offizier in ihren Reihen ist der jeweilige Duncan Idaho-Ghola als Kommandeur der kaiserlichen Garde.
Alle zehn Jahre findet auf Arrakis, in der Festivalstadt Onn das Siaynoq, das Große Einssein statt. Von jeder planetaren Fischredner-Garnison sind je drei Vertreterinnen dort und begehen, zusammen mit ihrem Gottkaiser, eine ekstatische, heilige Zeremonie, bei der die Wachablösung der aus dem Dienst scheidenden Soldatinnen stattfindet.
Gegen Ende der Regierung Letos wurde der militärische Aspekt der Fischredner immer deutlicher von alternativen, humanitären Missionen abgelöst. Das Fischrednertum nahm zunehmend religiösen Charakter an, mit dem Effekt, dass die örtlichen Fischredner-Garnisonen sich wachsender Beliebtheit und Wertschätzung erfreuten. In den Hungerjahren, nach dem Tode Letos, sichert die Fischredner-Organisation das Überleben der verzweifelten Menschen. Ihr Einfluss wird mit der Zeit immer schwächer.
Wie ein bedrohlicher Schatten der Vergangenheit kehren sie aber noch einmal zurück. Der Ursprung der Geehrten Matres, vermutet man, lässt sich aus in der Diaspora zu bürokratischen Despoten degenerierten Fischrednergruppen erklären.
Geehrte Matres Die Geehrten Matres sind eine Gruppierung, die 5000 Jahre nach Beginn der Diaspora, die unmittelbar auf den Tod von Leto II. aufgrund von Hungerkatastrophen und Kriegen erfolgte, aus den unerforschten Randbezirken des Imperiums wieder zurückkehren.
Sie sind eine Organisation von Frauen, ähnlich den Bene Gesserit, stellen jedoch in gesellschaftlicher Hinsicht einen genauen Gegenentwurf dar. Ihre Entstehung ist zurückzuführen auf die Verbindung von versprengten Fischrednern (weiblichen Elitetruppen des Gottkaisers Leto II.) mit Bene Gesserit, die bewusst in die Diaspora ausgesandt worden sind. Aus der ursprünglichen Organisation der Fischredner entwickelte sich, unter Einbindungen einer Reihe von Fähigkeiten der Bene Gesserit, eine von Frauen dominierte bürokratische Diktatur.
Die Fähigkeiten der Geehrten Matres setzen sich zusammen aus einer veränderten Form der Prana-Bindhu-Muskelkontrolle der Bene Gesserit, die es ihnen erlaubt, ohne bewusste Kontrolle auf äußere Reize zu reagieren, und der mentalen Versklavung von Männern durch sexuelle Bindung.
Diese einseitige Betonung spiegelt das Wesen der Geehrten Matres wider, die, im Gegensatz zu den Bene Gesserit, in jeder Hinsicht unfähig zur Selbstkontrolle sind. Ihr Wesen wird dominiert von extremer Gewaltbereitschaft und Maßlosigkeit. Verantwortlich dafür ist ein weiteres Verwandtschaftsmerkmal mit den Bene Gesserit – der Abhängigkeit von einer Droge. Diese ist ein synthetischer Ersatz für das Gewürz, der offensichtlich notwendig wurde, als den in die Diaspora ausgesandten Schwestern die Vorräte ausgingen. Unbekannt sind den Geehrten Matres jedoch die durch die Gewürz-Agonie freigesetzten weitergehenden Erinnerungen und die vielen anderen positiven Eigenschaften des Gewürzes; anstelle dieser wird jedoch das Gewaltpotential der Matres drastisch erhöht, was sich bei geistiger Erregung in der Bildung von orangefarbenen Flecken in den Augen zeigt.
Die Rückkehr der Geehrten Matres in das alte Imperium wird zu Beginn als Eroberungsfeldzug dargestellt, der sich in erster Linie auf die überwältigende zahlenmäßige Überlegenheit und eine bedingungslose Strategie der totalen Zerstörung stützt. Das erste Opfer ihrer Angriffe wird der Planet Arrakis, der zu Schlacke verbrennt, auf dem auch der Mentat-Bashar der Bene Gesserit, Miles Teg, durch eine neuartige übermächtige Waffe, die im Orbit von einem Raumschiff aus abgefeuert wurde, ums Leben kommt. Im weiteren Verlauf werden fast alle bedeutenden Planeten der Bene Gesserit ebenfalls vollständig zerstört.
Gegen Ende des zweiten Zyklus wird deutlich, dass die Geehrten Matres aus der Diaspora in das alte Imperium vor einem unbekannten Gegner geflohen sind. Ihre Unfähigkeit, weitere Fähigkeiten der Bene Gesserit zu adaptieren, machte sie verwundbar für eine offenbar speziell gegen sie entwickelte biologische Waffe. Als weitere Waffe gegen die Matres treten die Futars auf, die jedoch nur auf Anweisung ihrer Bändiger töten, die möglicherweise aus freien Gestaltwandlern der Bene Tleilax entstanden sind.
Als wichtigste Vertreterin der Geehrten Matres tritt Murbella auf, die von den Bene Gesserit auf Gámu (Giedi Primus) gefangen genommen und zu einer Schwester gemacht wurde. Sie ist außerdem die Geliebte des Duncan-Idaho-Gholas, eines Klons des Schwertmeisters von Paul Atreides, der seine Erinnerungen zurückerhalten hat.
Die Bene Gesserit entgehen der Vernichtung durch die Geehrten Matres durch die scheinbare Kooperation mit ihnen, deren Zweck darin besteht, den gesamten Orden der Matres, so wie Murbella, in Schwestern umzuwandeln.
Fremen Die Fremen sind die Bewohner des Planeten Arrakis, den sie Dune (englisch für Düne) nennen. Sie stammen von buddhislamischen Sklaven ab, die während Butlers Dschihad nach Arrakis geflüchtet waren. Auf dem unwirtlichen Wüstenplaneten fühlten sie sich endlich als Freie Menschen (englisch: free men, woraus sich der Name Fremen ableitet). Aufgrund ihrer Geschichte sind Fremen Fremden gegenüber äußerst misstrauisch.
Das Wirken zweier Anführer (Selim und Ishmael) lehrt die Fremen, sich an die Wüste anzupassen und die von ihnen als wahre Herrscher von Arrakis verehrten Sandwürmer als Transportmittel zu gebrauchen. Sie setzen selbst entwickelte, hochwertig verarbeitete Technik zum Wassersparen ein: Destillanzüge. Ein korrekt getragener Anzug reduziert den Wasserverlust eines Menschen in der Wüste auf maximal 3 % und stellt dem Träger trinkbares, wiederaufbereitetes Wasser zur Verfügung. Die gesamte Kultur und Lebensweise ist von der sogenannten Wasserdisziplin geprägt.
Pardot Kynes, der imperiale Planetologe, gewann ihr Vertrauen und überzeugte sie von seinem Terraformingprojekt, das Dune zum Blühen bringen sollte. Sein Sohn, der Halbfreme Liet Kynes, wurde zum ersten Anführer aller Fremen. Paul Atreides, der den Stammesnamen Usul erhielt und für sich selbst den Namen Muad’dib wählte, führte die Fremen in den finalen Konflikt gegen die verhassten Harkonnen und den Imperator.
In der imperialen Enzyklopädie werden die Fremen als „Sandpiraten“ bezeichnet.