U 7 war ein U-Boot der deutschen Kaiserlichen Marine. Es war das erste deutsche U-Boot, das durch Eigenbeschuss versenkt wurde.Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot Verluste in beiden Weltkriegen, Urbes Verlag Hans Jürgen Hansen, Gräfelfing vor München 1998, ISBN 3-924896-43-7, S. 11.

Bau und Indienststellung U 7 war ein sogenanntes Zweihüllenboot, als Hochseeboot vom U-Boot-Konstrukteur Hans Techel konzipiert. Es wurde am 8. April 1908 in Auftrag gegeben und in der Germaniawerft auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 28. Juli 1910, die Auslieferung und Indienststellung erfolgten am 18. Juli 1911 unter Kapitänleutnant Georg-Günther von Forstner.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, Erlangen 1993, ISBN 3-86070-036-7, S. 67.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 45.

Technik Das Boot war 57,3 m lang und, 5,6 m breit und hatte einen Tiefgang von 3,55 m sowie eine Verdrängung von 505 Tonnen über und 636 Tonnen unter Wasser. Die Besatzung bestand aus 28 Mann, davon vier Offiziere. Es waren zwei Körting Petroleummotoren mit Sechszylinder-Zweitakt und zusammen 662 kW (900 PS) eingebaut; andere Quellen nennen einen Achtzylinder-Zweitakt-Petroleummotor. Für die Unterwasserfahrt war ein SSW-Elektromotor eingebaut, der eine Leistung von 765 kW (1040 PS) hatte. Somit wurden über Wasser Höchstgeschwindigkeiten von 13,4 kn und unter Wasser von 10,2 kn erreicht. Der Aktionsradius betrug bis zu 3.300 NM bei Überwasserfahrt. Bei getauchter Fahrt mit 5 kn Marschgeschwindigkeit wurden maximal 80 NM erreicht. Die maximale Tauchtiefe betrug 30 Meter. Die Bewaffnung bestand aus jeweils zwei Torpedorohren im Bug und im Heck mit sechs Torpedos. Bis Ende 1914 war hinter dem Turm eine 3,7-cm-Revolverkanone montiert.Ulf Kaack: Die deutschen U-Boote Die komplette Geschichte, GeraMond Verlag GmbH, München 2020, ISBN 978-3-96453-270-1, S. 20.Eberhard Möller/Werner Brack: Enzyklopädie deutscher U-Boote Von 1904 bis zur Gegenwart, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02245-1, S. 22.

Einsätze und Verbleib Das Boot unternahm sieben Feindfahrten, wobei es keine Versenkungen erzielte.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 123.

Am 20. Januar 1915 verließ U 7 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Georg KönigBodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, Erlangen 1993, ISBN 3-86070-036-7, S. 88. den Hafen von Emden in westlicher Richtung. An diesem Tag herrschte starker Seegang, weshalb U 22 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Bruno Hoppe seine Position vor der englischen Küste verließ, um nach Emden zurückzukehren. Am folgenden Tag begegneten sich beide Boote in Sichtweite nördlich von Ameland vor der niederländischen Küste. Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse erkannte Hoppe nicht, dass es sich um ein deutsches Boot handelte. U 22 sendete ein Erkennungssignal, welches von U 7 unbeantwortet blieb. Vielmehr versuchte U 7, sich mit zunehmender Geschwindigkeit zu entfernen. Ein weiteres Signal von U 22 wurde ebenfalls nicht beantwortet. Nachdem auch ein drittes Signal unerwidert geblieben war, ließ Hoppe zwei Torpedos abschießen, von denen einer U 7 in Höhe des Turms traf. Das Boot sank unmittelbar darauf auf der Position . Ein Besatzungsmitglied, das das sinkende Boot noch verlassen konnte, wurde von U 22 gerettet.

Trivia Die besondere Tragik dieses Zwischenfalls lag neben der irrtümlichen Versenkung eines eigenen Bootes in dem Umstand, dass zwischen den beiden Kommandanten eine enge persönliche Freundschaft bestand.

Kommandanten + Kommandanten von U 7 Dienstgrad Name von bis Kapitänleutnant Georg-Günther Freiherr von Forstner 18. Juli 1911 unbekannt Kapitänleutnant Georg König 1. August 1914 21. Januar 1915

Siehe auch Liste deutscher U-Boot-Klassen

Literatur Dwight R. Messimer: Verschollen. World War I U-boat losses. Naval Institute Press, Annapolis MD 2002, ISBN 1-55750-475-X. Otto Groos: Der Krieg in der Nordsee. Band 1. Mittler, Berlin 1920 (Der Krieg zur See 1914–1918).

Weblinks

U 7 auf uboat.net (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Militär-U-Boot (Kaiserliche Marine) Kategorie:U-Boot im Ersten Weltkrieg Kategorie:Militärschiff (Germaniawerft) Kategorie:Schiffsverlust 1915