miniatur|250 px|Karte der Ilha Formosa (Taiwan) zu Zeiten der niederländischen Kolonisation (1624–1662) miniatur|250px|Blick auf das Fort Zeelandia (ca. 1635) rechts|miniatur|250px|Zeelandia kurz vor der Kapitulation (1662) rechts|250px|miniatur|Modell des rekonstruierten Forts Zeelandia miniatur|250px|Die Festungsanlagen im Jahr 2015

Fort Zeelandia () war eine Festung, welche die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) auf einer Sandbank vor der Insel Formosa (port. Ilha Formosa, heute Taiwan) von 1624 bis 1634 gebaut hatte. Sie war das Machtzentrum Niederländisch-Formosas. Der Ort ist heute infolge von Verlandung mit der Hauptinsel verbunden und gehört zu Anping, einem Bezirk der Großstadt Tainan.

Geschichte 1622 hatten die Niederländer versucht, sich auf den nahegelegenen Pescadoren-Inseln () festzusetzen, doch mussten sie 1624 dem Druck der Ming-Dynastie weichen. „Zeelandia“ hieß das Schiff von Martinus Sonck, dem letzten Kommandanten auf den Pescadoren und ersten Gouverneur Niederländisch-Formosas.

Schon vor dem Rückzug von den Pescadoren hatte der niederländische Kommandant Cornelis Reijersen im Oktober 1623 Elie Ripon nach Formosa (Taiwan) entsandt, um mit der Errichtung eines neuen Stützpunktes zu beginnen.Han Cheung (Taipei Times, 4. Oktober 2018): Book review: A Swiss soldier on Dutch Formosa (abgerufen am 29. September 2024) Man wählte eine Sandbank vor der Südwestküste Formosas, von der aus man im Fall einer Belagerung den Zugang zur See und damit nach Batavia aufrechterhalten konnte. Allerdings musste man das Süßwasser vom Land heranbringen. Die Sandbank und die darauf entstehende Siedlung wurde von den Niederländern Teyouan genannt. Dieser in verschiedenen Schreibweisen überlieferte Name entstammt einer indigenen Sprache, aus ihm wurde später "Taiwan" und schließlich die moderne Bezeichnung für die gesamte Hauptinsel.Zeelandia Museum, abgerufen am 1. Juni 2024.

Zwar konnte man die auf den Pescadoren verwendeten Baumaterialien zum größten Teil für den Bau des Forts retten, doch waren umfangreiche Lieferungen von Ziegelsteinen aus Batavia nötig. Als Mörtel verwendete man eine Mischung aus Sand, Muscheln, Reismörtel und Zucker.

Fort Zeelandia diente als Sitz des Gouverneurs und der Hauptverwaltung. In der Nähe entstand eine Siedlung. Daneben unterhielt man kleinere Stützpunkte in der Region: Fort Provintia, Fort Utrecht und Fort Zeeburgh. Das an der Nordspitze der Insel bei „Keelung“ () errichtete Fort Noord-Holland signalisierte die langfristigen Expansionspläne der Kompanie.

Die im chinesischen Reich tobenden Kämpfe zwischen den aus dem Norden vorrückenden Truppen der Mandschu und den Kräften der nach Süden abgedrängten Ming-Dynastie blieben nicht ohne Auswirkung auf Formosa. Am 30. April 1661 begann der chinesische Feldherr Zheng Chenggong (Koxinga), ein Anhänger der Ming, die Belagerung der Festung Zeelandia. In den folgenden neun Monaten starben rund drei Viertel der Verteidiger, Entsatz von Batavia blieb aus und schließlich ging auch das Trinkwasser zur Neige. Am 1. Februar 1662 unterzeichnete Gouverneur Frederick Coyett eine Kapitulationsurkunde, übergab am 9. Februar die Festung mit allen Gütern und erhielt im Gegenzug freies Geleit für seine Soldaten und alle Zivilisten. Damit endete nach 38 Jahren die niederländische Kontrolle über das südwestliche Formosa. Koxinga gründete das die Ming unterstützende Königreich Tungning (), das auch Königreich Yanping () genannt wird.

Die Anlagen verfielen rasch. Die Bezeichnungen wechselten in der Folge wiederholt: Fort Orange (niederländisch: Oranje, ), Fort Zeelandia (), (). und schließlich Altes Fort Anping ().

Das im Norden gelegene Fort Noord-Holland wurde 1664 von den Holländern erneut besetzt. Zwar gelang es der 300 Mann starken Besatzung zwei Jahre später, einen chinesischen Angriff von 6000 Mann zurückzuschlagen, doch wurde nach und nach deutlich, dass ein Handel im vormaligen Umfang nicht mehr möglich war. Am 18. Oktober 1668 beschloss man daher, Formosa definitiv zu verlassen.

VOC-Gouverneure von Formosa Martinus Sonck1624–1625Gerard Frederikszoon de With1625–1627Pieter Nuyts1627–1629Hans Putmans1629–1636Johan van der Burg1636–1640Paulus Traudenius1640–1643Maximiliaen Le Maire1643–1644François Caron1644–1646Pieter Anthoniszoon Overtwater1646–1649Nicolaas Verburg1649–1653Cornelis Caesar1653–1656Frederick Coyett1656–1662

Literatur Oskar Weggel: Geschichte Taiwans. Vom 17. Jahrhundert bis heute. Edition global, München, 2007. 338 S, ISBN 3-922667-08-2 William Campbell: Formosa under the Dutch: Described from Contemporary Records. With Explanatory Notes and a Bibliography of the Island. London 1903 (Nachdruck, Taipei: Ch'eng-wen Publ., 1967). Cheng Shaogang: De VOC en Formosa, 1624–1662: Een Vergeten Geschiedenis. Dissertation, Rijksuniversiteit te Leiden, 1995 (Niederländische Nationalbibliothek). Tonio Andrade: How Taiwan Became Chinese - Dutch, Spanish, and Han Colonization in the Seventeenth Century. Columbia University Press, 2008 (Gutenberg Proj.)

Weblinks

http://www.nationmaster.com/encyclopedia/Fort-Zeelandia-(Taiwan)

Einzelnachweise

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