Dietenhausen ist ein Ortsteil des Marktfleckens Weilmünster im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.
Geografie Der Ort liegt im östlichen Hintertaunus im Naturpark Taunus, in einer Höhenlage von 340 Metern über NN, südöstlich des Kernorts Weilmünster. Südöstlich des Dorfes entspringt der Iserbach, der weiter nach Möttau fließt und ein Tal bildet, in dem die Ortschaften liegen. Höchste Erhebungen bei Dietenhausen sind der Heiligenwald mit 415 Metern über NN und der Heidenkopf mit 405 Metern über NN.
Nachbarorte sind Weilmünster (westlich), Möttau (nordwestlich), Brandoberndorf (nordöstlich), Hasselborn (östlich) und Grävenwiesbach (südöstlich).
Geschichte Ortsgeschichte Im Jahr 1301 wurde der Ort soweit bekannt erstmals urkundlich als Didenhusen erwähnt. In erhaltenen Urkunden späterer Jahre wurde der Ort unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung): Dydenhusen (1318) und Diedenhaußen (1627). Dietenhausen muss jedoch schon lange vor seiner Ersterwähnung besiedelt worden sein. Darauf deuten die Hügelgräberfelder in den nahegelegenen Wäldern hin. Nahe dem Dorf kreuzen einander ein alter Hellweg und die keltische Wellerstraße. Die Besiedlung wird demnach vermutlich in der keltischen oder vorkeltischen Zeit erfolgt sein.
Graf Gerlach von Nassau kaufte 1335 das Dorf, sowie weitere Besitzungen wie das nahegelegene Möttau, von den Grafen zu Solms. Zum Schutz errichtete er im Wald zwischen Dietenhausen und Möttau die Burg Grebenhausen.
Jahrhundertelang blieb Dietenhausen ein Bauerndorf. Die Bewohner betrieben neben der Landwirtschaft auch Eisenverhüttung in den umliegenden Wäldern.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten am 31. Dezember 1970 der bisherige Marktflecken Weilmünster im Oberlahnkreis mit den bis dahin selbstständigen Gemeinden Aulenhausen, Dietenhausen, Ernsthausen, Laimbach, Langenbach, Laubuseschbach, Lützendorf, Möttau, Rohnstadt und Wolfenhausen freiwillig zur neuen Großgemeinde Weilmünster. Essershausen kam am 31. Dezember 1971 hinzu. Für alle zwölf ehemals eigenständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Dietenhausen angehört(e):
vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft/Fürstentum Nassau-Weilburg, Amt Weilmünster ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Weilmünster ab 1816: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HadamarAbtrennung der Justiz (Justizamt Weilburg) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, OberlahnkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Weilburg) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Oberlahnkreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Oberlahnkreis ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Oberlahnkreis, Gemeinde Weilmünster ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg-Weilburg, Gemeinde Weilmünster ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Limburg-Weilburg, Gemeinde Weilmünster
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Dietenhausen 444 Einwohner. Darunter waren 3 (0,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 60 Einwohner unter 18 Jahren, 207 zwischen 18 und 49, 108 zwischen 50 und 64 und 69 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 186 Haushalten. Davon waren 42 Singlehaushalte, 69 Paare ohne Kinder und 66 Paare mit Kindern, sowie 6 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 24 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 132 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung • 1630: 30 Haushaltungen
Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 291 evangelische (= 99,66 %), ein katholischer (= 0,34 %) Einwohner • 1961: 310 evangelische (= 84,01 %), 49 katholische (= 13,28 %) Einwohner
Politik Für Dietenhausen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Dietenhausen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 71,39 %. Alle Kandidaten gehörten der Liste „Gemeinschaftsliste Dietenhausen“ an. Der Ortsbeirat wählte Ralf Schmidt zum Ortsvorsteher.
Vereine Auf Ortsebene bestehen die Vereine Gesangverein „Liederkranz“ e. V., der Turn- und Sportverein Dietenhausen e. V., die Freiwillige Feuerwehr Dietenhausen e. V., gegr. 1934 (einschl. Jugendfeuerwehr seit 27. Februar 1996 und Kinderfeuerwehr seit 2. April 2011), sowie der Dietenhäuser Carneval Club e. V.
Wirtschaft und Infrastruktur Seit dem Jahr 1934 sorgt die Freiwillige Feuerwehr Dietenhausen (seit 27. Februar 1996 mit ihrer Jugendfeuerwehr und seit 2. April 2011 mit der Kinderfeuerwehr) für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe in diesem Ort. Es bestehen das Dorfgemeinschaftshaus in der Lindenstraße, ein Sportplatz, ein Kinderspielplatz und Wanderwege. Die Bezugs- und Absatzgenossenschaft in Dietenhausen fusionierte im Jahr 1976 mit der Raiffeisenbank Grävenwiesbach.
Weblinks
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Limburg-Weilburg Kategorie:Geographie (Weilmünster) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Limburg-Weilburg) Kategorie:Ersterwähnung 1301 Kategorie:Gemeindeauflösung 1970