Mont-de-Marsan (, auch: ) ist die Hauptstadt des Départements Landes in der Region Nouvelle-Aquitaine im Südwesten Frankreichs. Mit rund Einwohnern (Stand ) ist sie zugleich die bevölkerungsreichste Stadt des Départements sowie Sitz der Präfektur und Verwaltungssitz des Arrondissements Mont-de-Marsan.
Geografie Mont-de-Marsan liegt am Zusammenfluss von Midou und Douze, die gemeinsam die Midouze bilden – einen Nebenfluss des Adour. Aufgrund dieser markanten Lage wird die Stadt auch als „Stadt der drei Flüsse“ bezeichnet.
Das Gemeindegebiet erstreckt sich über 36,88 km² und liegt zwischen 23 und 97 Metern über dem Meeresspiegel. Rund 70 Kilometer trennen Mont-de-Marsan von der Atlantikküste, etwa 100 Kilometer nördlich befindet sich Bordeaux. Das Umland wird geprägt von den Kiefernwäldern der Landes de Gascogne, landwirtschaftlichen Flächen und naturnahen Flussauen. Das Klima ist ozeanisch mit milden Wintern und gemäßigten Sommern.
Geschichte Die Stadt entstand im 12. Jahrhundert als befestigter Handelsposten. Gegründet wurde Mont-de-Marsan von Pierre de Marsan, Graf von Marsan, mit dem Ziel, die strategisch wichtige Lage an den schiffbaren Wasserwegen von Midou und Douze zu nutzen. Von Anfang an spielte Mont-de-Marsan eine bedeutende Rolle als Handelszentrum für Holz, Wein und Getreide.
Im 19. Jahrhundert führte der Bau der Eisenbahnlinie sowie der expandierende Holzhandel zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, der Mont-de-Marsan zu einem der wichtigsten regionalen Zentren in den Landes machte.
1976 fand in Mont-de-Marsan das erste Punk-Festival Europas statt.
Bevölkerungsentwicklung Seit den 1960er Jahren wächst die Einwohnerzahl Mont-de-Marsans überwiegend kontinuierlich, wobei in jüngerer Zeit eine leichte Abschwächung zu beobachten ist. Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 20172021Einwohner 20.191 24.444 26.166 27.326 28.328 29.489 30.230 29.55430.674 Quellen: Cassini und INSEE
Kultur und Sehenswürdigkeiten Die neoklassizistische Kirche La Madeleine stammt aus dem 19. Jahrhundert. Weitere Kirchen sind Saint-Jean-d’Août, Saint-Jean-Baptiste und Saint-Vincent-de-Paul sowie die protestantische Kirche und mehrere historische Kapellen. Das Musée Despiau-Wiérick widmet sich der modernen Skulptur des 20. Jahrhunderts und zeigt etwa 1.000 Skulpturen der lokalen Bildhauer Charles Despiau und Robert Wlérick sowie weitere Werke von zeitgenössischen Künstlern. Die Arènes du Plumaçon ist eine historische Arena für Stierkämpfe und bietet Platz für mehrere tausend Besucher. Sie ist Zentrum der alljährlichen „Fêtes de la Madeleine“, einem traditionellen Fest mit Stierkampf und Volksfest.
Verkehr und Infrastruktur Mont-de-Marsan ist über die Nationalstraße 124 an das französische Fernstraßennetz angeschlossen. Zusätzlich verkehren Regionalzüge (TER Nouvelle-Aquitaine) auf der Bahnstrecke Morcenx–Mont-de-Marsan, die der Stadt Anschluss an das Schienennetz bietet.
Der Militärflugplatz Mont-de-Marsan ist einer der wichtigsten Luftwaffenstützpunkte Frankreichs und beherbergt unter anderem die Jagdstaffel Escadron de Chasse 2/30 „Normandie-Niemen“.
Partnerschaft Mont-de-Marsan unterhält seit 1956 eine Städtepartnerschaft mit Alingsås in Schweden.
Persönlichkeiten Pierre Bosquet (1810–1861), Marschall von Frankreich Charles Despiau (1874–1946), Bildhauer Robert Wlérick (1882–1944), Bildhauer Maurice Delom-Sorbé (1898–1986), Politiker Valentine Penrose, geb. Boué (1898–1978), Schriftstellerin und surrealistische Künstlerin Pierre Gensous (1925–2017), Gewerkschafter und Politiker Jacques Foix (1930–2017), Fußballnationalspieler Christian Bussi (* 1945), Rennfahrer und Rennstallbesitzer Alain Juppé (* 1945), Politiker Martine Birobent (1955–2016), Bildende Künstlerin Joël Bats (* 1957), Fußballspieler Patricia Millardet (1957–2020), Schauspielerin Anne-Christine Lang (* 1961), Politikerin Jean Van de Velde (* 1966), Golfer Fabienne Feraez (* 1976), beninisch-französische Sprinterin Augustin Gensse (* 1983), Tennisspieler Mathieu Lemoine (* 1984), Vielseitigkeitsreiter Romain Taofifénua (* 1990), Rugby-Union-Spieler Loïs Diony (* 1992), Fußballspieler Gaëtan Laborde (* 1994), Fußballspieler Mathieu Neumuller (* 2003), französisch-madagassischer Skirennläufer
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Einzelnachweise
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