Transformers (Originaltitel: The Transformers; heute im Rückblick auch unter dem Namen Transformers: Generation One bzw. Generation 1 bekanntOffizielle Ankündigung der DVD-Neuveröffentlichung durch Shout! Factory, TV Shows on DVD, am 28. Mai 2009. Abgerufen am 16. April 2011.) ist eine US-amerikanische Zeichentrickserie, die auf der Spielzeugserie Transformers des US-amerikanischen Herstellers Hasbro basiert und ursprünglich als Werbeträger für diese konzipiert war.
Produziert wurde die Serie von Sunbow Productions und Marvel Productions, einem Ableger des Comicverlags Marvel Comics, der auch an der Entwicklung der Hintergründe der Serie beteiligt war. Die Drehbücher für die Serie wurden in den Vereinigten Staaten geschrieben, die Animation wurde ursprünglich vom japanischen Studio Toei Animation übernommen, in späteren Staffeln dagegen verstärkt vom koreanischen Studio Akom.
In den Vereinigten Staaten wurde die Serie ursprünglich in vier Staffeln von 1984 bis 1987 im Fernsehen ausgestrahlt, in Deutschland wurde eine synchronisierte Fassung dagegen erst ab 1989 im Fernsehen gezeigt. In den Vereinigten Staaten und einigen anderen Ländern wurde die Serie auch komplett auf DVD veröffentlicht, in Deutschland dagegen sind nicht alle Folgen erhältlich.
Entstehung Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre begannen amerikanische Spielzeughersteller, nach neuen Möglichkeiten zu suchen, um ihre Produkte zu vermarkten. Nachdem der Comicverlag Marvel Comics 1979 begonnen hatte, Comicserien zu veröffentlichen, die auf den Spielzeugserien Micronauts der Firma Mego und Rom The Space Knight der Firma Parker Brothers (heute ein Teil von Hasbro) basierten, sprangen andere Hersteller auf den Zug auf ließen darüber hinaus Zeichentrickserien produzieren, deren Hauptzweck ebenfalls darin bestand, gleichnamige Spielzeugserien zu vermarkten.
Zum damaligen Zeitpunkt gab es in den Vereinigten Staaten noch strenge Beschränkungen, was die Ausstrahlung von Fernsehsendungen betraf, deren Hauptzweck Produktwerbung war (sogenannte „program-length commercials“). Die Spielzeughersteller ließen daher ebenfalls Comics produzieren, die auf den jeweiligen Spielzeugen basierten, und erklärten die Zeichentrickserien kurzerhand zur Werbung für die Comics., Thetransformers.de, am 1. Januar 2007. Abgerufen am 31. August 2009. Im Falle Mattels war dies etwa eine Zeichentrickserie zu Masters of the Universe (ab 1983) mit einer dazugehörigen Comicreihe von DC Comics, während Hasbro gemeinsam mit der Werbeagentur Griffin Bacal und Marvel Comics die Spielzeugserie G.I. Joe einer Generalüberholung unterzog und unter dem Titel G.I. Joe: A Real American Hero ab 1983 als Zeichentrickserie im Fernsehen ausstrahlen ließ. 1984 hob die Federal Communications Commission dann die Beschränkungen bezüglich Werbesendungen im Fernsehen auf.
1983 entdeckten Mitarbeiter Hasbros auf einer Spielzeugmesse in Japan neuartige Spielzeuge des japanischen Herstellers Takara (heute Takara Tomy), die im Rahmen der Spielzeugserien Diaclone und New Microman: Micro Change erschienen: Spielzeugroboter, die sich mit wenigen Handgriffen in Autos, Flugzeuge und andere technische Geräte verwandeln ließen. Hasbro erwarb daraufhin von Takara die Lizenz für einen Vertrieb der Spielzeuge außerhalb Japans.
Auf einen Vorschlag Griffin Bacals hin wurden die Diaclone- und Micro Change-Figuren zu einer neuen Serie mit dem Namen The Transformers zusammengelegt, die Piloten der Spielzeuge wurden entfernt und die Roboter selbst zu den Hauptfiguren erklärt und in die Gruppierungen „Autobots“ (gut) und „Decepticons“ (böse) eingeteilt. Die Marvel-Redakteure Jim Shooter, Dennis O’Neil und Bob Budiansky wiederum entwickelten eine Hintergrundgeschichte, die aus den „Transformers“ lebende Roboter vom Planeten Cybertron machte, und gaben den einzelnen Figuren Namen und Persönlichkeiten.Dwight Jon Zimmerman: „The Transformers“, in: Marvel Age #17, März 1984. Wiedergegeben auf . Archivierte Version, abgerufen am 6. September 2009.
Während Hasbro die Spielzeuge für eine Veröffentlichung auf dem amerikanischen Markt vorbereitete, entwickelte Marvel zu Werbezwecken eine Comicserie, ferner entwickelten die zu Marvel gehörende Produktionsfirma Marvel Productions und die damals zu Griffin Bacal gehörende Firma Sunbow Productions (später von TV-Loonland aufgekauft) eine Zeichentrickserie nach dem Vorbild von G.I. Joe. Die Comic- und Zeichentrickserie waren dabei trotz einer ähnlichen Ausgangsgeschichte inhaltlich unabhängig voneinander und entwickelten sich später in unterschiedliche Richtungen. Obwohl der Schwerpunkt der Handlung auf den Robotern liegen sollte, wurden in der Serie auch einige wiederkehrende menschliche Figuren eingeführt, zu denen es keine Spielzeuge gab. Ebenso traten in der Serie einige Transformers auf, die eigens für die Zeichentrickserie erfunden wurden und nicht auf existierenden Spielzeugfiguren basierten.
Für die Zeichentrickserie (sowie die Marvel-Comicserie) wurden das Aussehen der Spielzeugroboter überarbeitet, vereinfacht und in vielen Fällen stärker an menschliche Körperproportionen angepasst. Auch erhielten viele Roboter, die als Spielzeuge oftmals über Visiere oder Gesichtsmasken verfügten, für die Zeichentrickserie menschenähnliche Gesichter. In einigen Fällen hatte dies zur Folge, dass die Zeichentrickfiguren kaum noch Ähnlichkeit mit ihren Spielzeug-Gegenstücken hatten. Auch die Farbgebung stimmte nicht immer mit den Spielzeugen überein.
Die Serie im Überblick Pilotfilm Der dreiteilige Pilotfilm, geschrieben von George Arthur Bloom, wurde erstmals vom 17. bis zum 19. September 1984 im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt und erhielt später nachträglich den Titel „More Than Meets The Eye“. Beinahe sämtliche Transformers-Spielzeugfiguren des Jahres 1984 treten im Pilotfilm auf. Anders als spätere Transformers-Zeichentrickserien wurde die Originalserie nicht auf einem der großen US-Networks, sondern gleich im sogenannten „Syndication“-Fernsehen ausgestrahlt. Für die Animation war das japanische Studio Toei Animation zuständig.
Die Handlung des Pilotfilms beginnt auf dem Planeten Cybertron, dessen Bewohner, lebende Roboter mit der Fähigkeit, sich in verschiedene Fahrzeuge und andere Maschinenformen zu verwandeln, einen Bürgerkrieg ausfechten. Als die Energiereserven zur Neige gehen, brechen einige Autobots unter dem Kommando von Optimus Prime mit einem Raumschiff zu einer Erkundungsmission ins All auf. Megatron und seine Decepticons nehmen jedoch die Verfolgung auf und entern das Raumschiff der Autobots. Infolge des Gefechts stürzt das Schiff schließlich auf einen nahe gelegenen Planeten, die Erde, und bohrt sich tief ins Innere eines Vulkans.
Vier Millionen Jahre später, im Jahr 1984, bricht der Vulkan aus, und Teletraan I, der Computer des Raumschiffs, erwacht wieder zum Leben. Aufgrund einer Beschädigung ist er jedoch nicht mehr in der Lage, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden, weshalb er sowohl die Autobots als auch die Decepticons wieder repariert und mit neuen, an das Leben auf der Erde angepassten Verwandlungsformen ausstattet. Sogleich beginnen die Decepticons, die Energiequellen der Erde zu plündern. Bei dem Versuch, sie aufzuhalten, freunden sich die Autobots mit dem Menschen Sparkplug Witwicky und seinem jugendlichen Sohn Spike an. Mit der Hilfe der beiden gelingt es den Autobots schließlich, die Decepticons daran zu hindern, mit einer großen Menge an gestohlenem Energon (der bevorzugten Energieform der Transformers) nach Cybertron zurückzukehren.
Die Marvel-Comicserie und die zehn Jahre später ausgestrahlte computeranimierte Beast-Wars-Serie, die auf die Comicserie Bezug nimmt, geben dem Raumschiff den Namen Ark, zu Deutsch „Arche“, während der Vulkan als der fiktive „Mount St. Hilary“ im US-Bundesstaat Oregon identifiziert wird, in Anlehnung an den real existierenden Mount St. Helens, der mit seinem Ausbruch im Jahr 1980 die Vorlage für den fiktiven Vulkan der Transformers-Serie bildet. In der Zeichentrickserie werden weder das Raumschiff noch der Vulkan jemals beim Namen genannt, und auch der Bundesstaat, in dem sich das zum Autobot-Hauptquartier umfunktionierte Raumschiff befindet, wird nie benannt. Als Inspiration für die während der ersten beiden Staffeln der Serie anhaltenden Bemühungen der Decepticons, die Energiequellen der Erde zu plündern, dienten die Ölkrisen der Jahre 1973 und 1979.
Erste Staffel Noch vor Ausstrahlung des Pilotfilms wurde eine Staffel mit 13 weiteren Folgen in Auftrag gegeben (der Pilotfilm wird im Rückblick zur ersten Staffel gezählt, womit diese auf insgesamt 16 Folgen kommt). Die erste Folge wurde erstmals am 6. Oktober 1984 im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt, die letzte am 19. Dezember 1984. Autoren der Folgen waren Douglas Booth, Donald F. Glut, Alfred A. Pega, Leo D. Paur, Bryce Malek, Dick Robbins, Reed Robbins und Peter Salas, allerdings wurden die Namen der Autoren in der ersten Staffel noch nicht einzelnen Folgen zugeordnet, sondern nur gemeinsam auf einer Standard-Tafel im Abspann genannt. Die Animation der Folgen übernahm abermals Toei.
Inhaltlich erzählen die Folgen zumeist von neuen Plänen Megatrons, die Energiequellen der Erde zu plündern sowie die Autobots zu vernichten, was die Autobots am Ende jedoch jedes Mal vereiteln können. Einige der Folgen haben dabei speziell den Zweck, neue Figuren vorzustellen und damit die jeweiligen Spielzeuge, die im Jahr 1985 in den Vereinigten Staaten auf den Markt kamen, zu bewerben. Im Einzelnen sind dies die Dinobots, die sich in mechanische Dinosaurier verwandeln können; ferner Skyfire, der auf der Spielzeugfigur „Jetfire“ basiert, jedoch aus rechtlichen Gründen für die Zeichentrickserie überarbeitet werden musste;Original-Produktionsbibel der Zeichentrickserie, TFArchive.com. Abgerufen am 31. August 2009. die Insecticons, die sich in mechanische Insekten verwandeln können; sowie die Constructicons, sechs Baufahrzeuge, die sich zu einem Super-Roboter namens Devastator zusammensetzen können.
Weitere Elemente, die bereits zu Beginn der ersten Staffel eingeführt werden, sind die Weltraumbrücke, eine Art Dimensionsportal, das eine schnelle Verbindung zwischen der Erde und Cybertron ermöglicht, sowie ein weiterer menschlicher Verbündeter der Autobots, der hochintelligente Chip Chase, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Spike Witwicky verbindet in den ersten beiden Staffeln zudem eine enge Freundschaft mit dem jungen Autobot Bumblebee.
Zweite Staffel Die zweite Staffel wurde erstmals vom 23. September 1985 bis zum 9. Januar 1986 ausgestrahlt und umfasste insgesamt 49 Folgen. Die Drehbücher der einzelnen Folgen stammten diesmal unter anderem von Donald F. Glut, Larry Parr, Douglas Booth, David Wise, Earl Kress, Dick Robbins und Bryce Malek. 39 der Folgen wurden erneut von Toei animiert,, offizielle Webseite von Toei (in japanischer Sprache). die übrigen zehn Folgen stammten vom koreanischen Studio Akom und einem philippinischen Studio., The Cybertron Chronicle, am 9. März 2002. Abgerufen am 31. August 2009. Der Gründer und Eigentümer von Akom, Nelson Shin, war zugleich einer der Produzenten der Transformers-Zeichentrickserie.Interview mit Nelson Shin, CNN Talk Asia, am 9. November 2007. Abgerufen am 3. September 2009.
Inhaltlich erzählen viele Folgen der Staffel erneut von verschiedenen Plänen Megatrons, jedoch spielen in der zweiten Staffel auch einige Folgen im Weltall und auf anderen Planeten, auf denen die Transformers auf andere Außerirdische treffen. Viele der Spielzeugfiguren, die Hasbro im Jahr 1985 neu auf den Markt brachte, treten ohne jede Erklärung in der Zeichentrickserie auf, während einige andere eine spezielle Folge zur Einführung erhalten. Der Autobot Omega Supreme erhält sogar eine Herkunftsgrundgeschichte. Auch sonst werden in einigen Folgen einzelne Figuren, zumeist Autobots, in den Mittelpunkt gerückt.