Das Schweigen im Walde ist ein deutscher Heimatfilm von 1955 unter der Regie von Helmut Weiss. Er beruht auf dem gleichnamigen Roman von Ludwig Ganghofer aus dem Jahr 1899. Erzählt wird die Geschichte zwischen einem inkognito reisenden Fürsten, gespielt von Rudolf Lenz, und der Malerin Lo Petri (Sonja Sutter). Angelika Hauff ist als Baroness Edith von Prankha zu sehen. Tragende Rollen im Film sind mit Paul Richter, Ulrich Beiger und Käthe Haack besetzt.

Handlung Fürst Heinz von Ettingen braucht eine Auszeit und will einen ruhigeren Lebensstil beginnen. Außerdem will er Abstand von seiner exaltierten Freundin Baronin Edith von Prankha gewinnen. Sein Verwalter Kersten organisiert daher einen Aufenthalt in seinem neu erworbenen Jagdrevier in den Salzburger Bergen. Der Fürst reist unter dem Pseudonym Heinz Wendhaus dorthin, nur begleitet von seinem eingebildeten und verschlagenen Diener Martin. Hier verbringt er die Zeit im Haus des Jagdverwalters zusammen mit drei unverheirateten Jagdgehilfen.

Von Ettingen lernt bei seinen Streifzügen die junge Malerin Lo Petri kennen, die auf einem Esel reitend wie eine Fee aus dem Dunst der Morgensonne auftaucht. Von da an ist es um ihn geschehen und er verbringt so viel Zeit wie möglich mit ihr und ihrem jüngeren Bruder Gustl. Die beiden leben in einem kleinen Blockhaus am See, und Lo widmet sich der Landschaftsmalerei.

Der Jagdgehilfe Mazegger hat ebenfalls ein Auge auf Lo geworfen; diese hat jedoch kein Interesse an ihm und gibt ihm dies mehrfach zu verstehen. Mazegger wird daraufhin in ein anderes Jagdrevier versetzt, vernachlässigt dort jedoch seine Arbeit und beobachtet Lo und den Fürsten eifersüchtig bei deren Streifzügen durch die Berge. Dies führt schließlich zu seiner Entlassung aus den Diensten des Fürsten.

Der Diener Martin verrät der Baronin von Prankha den Aufenthaltsort des Fürsten. Diese taucht dann prompt im Jagdhaus auf und klärt Lo über die wahre Identität ihres Verehrers auf; außerdem gibt sie sich als die Verlobte des Fürsten aus. Tieftraurig und enttäuscht vom Verhalten von Ettingens zieht sich Lo zurück.

In der Nacht dringt Mazegger rasend vor Eifersucht in Los Hütte ein. Lo bringt ihn in einer letzten Aussprache schließlich zur Vernunft und er zieht frustriert von dannen. Am nächsten Morgen will Lo mit ihrem Bruder endgültig abreisen, um mit sich und von Ettingen ins Reine zu kommen. Dieser kommt ihr, beobachtet von dem wahnsinnig gewordenen Mazegger, zuvor und versucht Lo zum Bleiben zu überreden. Mazegger spielt mit dem Gedanken von Ettingen zu erschießen, bringt es allerdings nicht fertig und legt stattdessen einen Waldbrand.

Von Ettingen und Lo retten sich in die Felswände, wo Lo verunglückt; der Brandleger verliert im von ihm gelegten Feuer sein Leben. Wieder genesen gestehen sich der Fürst und die Malerin gegenseitig ihre Liebe.

Produktionsnotizen Der Film wurde im Atelier der Bavaria Film in Geiselgasteig produziert. Die Außenaufnahmen entstanden in München, am Hintersee und am Sellajoch. Die Uraufführung des Films erfolgte am 5. September 1955 in Karlsruhe.Dr. Alfred Bauer: Deutscher Spielfilm Almanach. Band 2: 1946–1955, S. 557 Andere Quellen sprechen von einer Uraufführung am 3. September 1955 im Apollo in Düsseldorf.

Der Film wurde am 18. Juni 2026 von Filmjuwelen auf DVD herausgegeben. Die Komplettbox Ludwig Ganghofer enthält „alle verfügbaren Verfilmungen“.Die Komplettbox Ludwig Ganghofer Abb. DVD-Hülle (32 DVDs) Des Weiteren gab Filmjuwelen (Alive) am 6. Februar 2015 eine DVD heraus, die die Verfilmungen des Films Das Schweigen im Walde von 1937, 1955 und 1976 enthält.Das Schweigen im Walde. Alle drei Filmversionen Abb. DVD-Hülle

Kritik Der Filmdienst/Lexikon des internationalen Films tat den Film mit den Worten ab: „Verfilmung des gleichnamigen Ganghofer-Romans von der Liebe eines Fürsten zu einer bürgerlichen Malerin – diesmal in Farbe und im gelackten Kitschstil des Heimatfilms der Nachkriegszeit.“

Die Kritik des Evangelischen Filmbeobachters fiel ähnlich aus: „Stimmungsvolle und farbkräftige Aufnahmen von Berg, Wald und See können nicht darüber hinwegtäuschen, daß in dieser Ganghofer-Verfilmung das Klischee des schlechten deutschen Heimatfilms gesiegt hat.“Ev. Presseverband München, Kritik Nr. 812/1955

Weitere Verfilmungen Das Schweigen im Walde (1929) von und mit Wilhelm Dieterle, Rina Marsa, Petta Frederik Das Schweigen im Walde (1937) von Hans Deppe und Paul May mit Paul Richter, Hansi Knoteck, Friedl Haerlin Das Schweigen im Walde (1976) von Alfred Vohrer mit Alexander Stephan, Evelyn Opela, Belinda Mayne

Literatur Ludwig Ganghofer: Das Schweigen im Walde. Historischer Roman. Bearbeitet und Neu-Edition von Stefan Murr. Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2005, ISBN 3-404-77028-5

Weblinks

Das Schweigen im Walde bei film.at Das Schweigen im Walde Abb. Filmplakat in der IMDb Das Schweigen im Walde Abb. Filmplakat Das Schweigen im Walde Abb. weiteres Filmplakat

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1955 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Heimatfilm Kategorie:Filmdrama Kategorie:Ludwig-Ganghofer-Verfilmung Kategorie:Jagd im Film