Das Mauer-Felsenblümchen (Draba muralis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Felsenblümchen (Draba) innerhalb der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae).
Beschreibung mini|Blattrosette und Stängel mini|Blütenstand mini|Fruchtstand Vegetative Merkmale Das Mauer-Felsenblümchen ist eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30, selten 40 Zentimetern. Die Stängel sind mit drei- bis fünfstrahligen Sternhaaren besetzt.
Neben den Grundblättern tragen die Stängel mehr als drei Stängelblätter. Die Blattspreiten der Rosettenblätter sind bei einer Länge von 1 bis 4 Zentimetern verkehrt-eiförmig und in einen kurzen Stiel verschmälert. Die Stängelblätter sind halbstängelumfassend, am oberen Ende grob gezähnt und mit drei- bis fünfstrahligen Sternhaaren besetzt. Die Blattoberseite ist meist mit einfachen Trichomen und die -unterseite mit verzweigten Trichomen behaart.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von April bis Juli. Der anfangs schirmtraubige Blütenstand enthält meist mehr als 20 Blüten und streckt sich bis zur Fruchtzeit zu einem ziemlich lockeren traubigen Fruchtstand.
Die zwittrige Blüte ist vierzählig. Die vier Kelchblätter sind bei einer Länge von 1 bis 1,5 Millimetern breit-elliptisch und. Die vier weißen Kronblätter sind 1,5 bis 2,5 Millimeter lang und am oberen Ende gerundet.
Die fast waagrechten Stiele der Schötchen sind 5 bis 10 Millimeter lang und kahl. Die kahle Schötchen-Frucht ist bei einer Länge von 4 bis 6 Millimetern länglich-elliptisch. Der Griffel ist zur Fruchtreife bis zu 0,2 Millimeter lang.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.
Ökologie Die Bestäubung erfolgt durch Insekten oder Selbstbestäubung.
Vorkommen Das Mauer-Felsenblümchen hat sein Hauptverbreitungsgebiet im Mittelmeerraum. In Mitteleuropa ist es selten. Die Vorkommen in Mitteleuropa gelten teils als indigen, teils als neophytisch.
Das Mauer-Felsenblümchen wächst in Magerrasen, in Erdanrissen, auf Böschungen und Mauern, in Gebüschen. Es gedeiht am besten auf mäßig trockenen bis frischen, mäßig nährstoffreichen, meist kalkhaltigen Böden. Es ist auf die colline Höhenstufe beschränkt. Lokal ist es eine Charakterart des Anarrhinetum aus dem Verband des Galeopsion segetum, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften des Verbands Alysso-Sedion vor.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).
Taxonomie Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Draba muralis von Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 642. Dies ist bei den meisten Autoren der akzeptierte Name.
Sie wurde 1868 durch Jules Pierre Fourreau (1844–1871) in Annales de la Société Linnéenne de Lyon, Series 2, Vols. 16, S. 335 als Drabella muralis in die von ihm selbst aufgestellte Gattung Drabella gestellt. Weitere Synonyme für Drabella muralis sind: Draba nemoralis , Draba ramosa Drabella columnae . Dies ist bei vielen Autoren aber nicht der akzeptierte Artnamen.
Literatur Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. (CD-Rom). Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6. Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.
Einzelnachweise Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 457. Karol Marhold, 2011: Brassicaceae.: Datenblatt Drabella muralis In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
Weblinks
Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
Kategorie:Felsenblümchen