Die Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt (umgangssprachlich auch: Maria Kunterweg oder Kunterwegkirche) ist eine nach Plänen des Hofbaumeisters Sebastian Stumpfegger im Stil des Rokoko erbaute Filialkirche der römisch-katholischen Pfarrei in Ramsau bei Berchtesgaden.

Lage Die Kirche liegt mit etwas oberhalb des Ortszentrums der Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden am Kunterweg in der Gnotschaft Taubensee. Sie ist zu Fuß über einen gut ausgebauten, aber steil ansteigenden Fußweg zu erreichen, der als Kreuzweg angelegt ist und 300 Meter westlich der Pfarrkirche St. Sebastian bei der Kalvarienbergkapelle beginnt.Stephan Kastner: , online unter berchtesgadeninfo.de Dabei sind auf einer Wegstrecke von gut 620 Metern 92 Höhenmeter zu überwinden.

Der Kunterweg bildet hier die Grenze zur benachbarten Gnotschaft Antenbichl, die sich hier südlich (talwärts) des Weges erstreckt.

Gebäude und Geschichte Zum Ende der Regentschaft seines Vorgängers Julius Heinrich von Rehlingen-Radau wurde 1731 der Bau der Kirche begonnen und 1733 unter Fürstpropst Cajetan Anton Notthafft von Weißenstein im Jahr des erzwungenen Auszugs von mehr als 1100 protestantischen Einwohnern der Fürstpropstei Berchtesgaden vollendet und eingeweiht.Manfred Feulner: Berchtesgaden – Geschichte des Landes und seiner Bewohner. S. 176–179

Errichtet unter der Leitung des Salzburger Hofbaumeisters Sebastian Stumpfegger, gilt dieses Kirchengebäude als eines der originellsten Werke des bayerischen Rokoko. – Einschätzung der Wallfahrtskirche Maria Kunterweg durch das Fraunhofer IRB Im Grundriss sowohl in der Längs- wie auch in der Querachse symmetrisch, besitzt die Kirche zwei aus Holz konstruierte Türme, denen schindelgedeckte Kuppeldächer aufgesetzt sind. Die Fassade ist verputzt.

Die Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt ist ein nachqualifiziertes Einzeldenkmal.Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Gemeinde Ramsau b.Berchtesgaden, PDF S. 6 von 10 Seiten siehe D-1-72-129-58, online unter geodaten.bayern.de

Ausstattung Die Kirche enthält reiche Stuckaturen, den Hochaltar und zwei Seitenaltäre.

Bemerkenswert ist auch ein großes Deckengemälde von Innozenz Anton Warathy, das die Vertreibung der Protestanten aus der Fürstpropstei zeigt und in dessen unterem Chronogramm zweier Kartuschen, aus dem Lateinischen übersetzt, nachzulesen ist: Auf Fürbitte der unbefleckten Jungfrau und Mutter ist der verderbende Irrglaube hier von dieser Kirche ausgetrieben worden.notthafft.de Harald Stark: Auf den Spuren des Berchtesgadener Fürstpropsts Cajetan Anton Notthafft, siehe Ende des vorletzten Absatzes.Alfred Spiegel-Schmidt: , mit Übersetzung der Kartusche, online unter berchtesgaden-evangelisch.de. Die rot hervorgehobenen Großbuchstaben beider lateinischen Originaltexte in den Kartuschen ergeben als Zahlbuchstaben in der Quersumme jeweils analog zur Fertigstellung der Kirche wie auch zur Vertreibung der Protestanten das Jahr 1733.Stiftsbote – Ausgabe V, Advent 2017, PDF, S. 19 von 88 Seiten, online unter stiftsland.de

→Siehe hierzu auch: Gegenreformation, Vertreibungen und Emigration unter Fürstpropstei Berchtesgaden

Zur Ausstattung der Kirche gehören eine Empore mit der Orgel sowie zahlreiche Votivtafeln, u. a. an der Brüstung der Empore:

Einzelnachweise

Weblinks

kirche-ramsau.de Webseite der Pfarrei Ramsau zur Wallfahrtskirche „Maria Himmelfahrt“ am Kunterweg

Maria Himmelfahrt Kategorie:Baudenkmal in Ramsau bei Berchtesgaden Ramsau Ramsau Ramsau Maria Kategorie:Kirchengebäude in Europa