mini|Sophie Rois (2022)Sophie Rois (* 1. Juni 1961 in Linz, Oberösterreich) ist eine österreichische Schauspielerin. Leben und Werk Rois wuchs in Ottensheim auf und machte im dortigen Lebensmittelgeschäft ihrer Eltern eine Lehre zur Lebensmitteleinzelhandelskauffrau.
Ausbildung und Theater Rois absolvierte ihre Schauspielausbildung von 1983 bis 1986 am Max Reinhardt Seminar in Wien.Sophie Rois bei kino.de, abgerufen am 1. September 2021
Ab 1987 hatte Sophie Rois Engagements in Berlin, zunächst am Renaissance-Theater, am Theater der Freien Volksbühne und am Schillertheater. Seit 1993 gehörte sie dem Ensemble der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz an, dort wirkte sie in zahlreichen Inszenierungen von Christoph Schlingensief, Christoph Marthaler, Frank Castorf (Pension Schöller, Die Dämonen, Des Teufels General) und zuletzt meist René Pollesch mit. In Inszenierungen Polleschs und Castorfs gastierte sie auch am Burgtheater in Wien. 1998 spielte sie die Buhlschaft in Hofmannsthals Jedermann bei den Salzburger Festspielen.
Nach der Ernennung von Chris Dercon als Intendant reichte sie im Dezember 2017 ihre Kündigung bei der Berliner Volksbühne ein.Sophie Rois verlässt Volksbühne. Süddeutsche Zeitung, 8. Dezember 2017. Zur gleichen Zeit wurde Rois für ihre Darstellung der Hexe in der Volksbühnen-Inszenierung von Faust. Der Tragödie zweiter Teil der Gertrud-Eysoldt-Ring zuerkannt, den sie am 17. März 2018 feierlich erhielt. Die Jury würdigte „ihr langjähriges Bekenntnis zum Ensembletheater an der Berliner Volksbühne“ und attestierte der Schauspielerin „Professionalität, inhaltliche Unbestechlichkeit und ungeheuren Spielwitz“.Theaterpreis: Gertrud-Eysoldt-Ring für Sophie Rois. In: hessenschau.de, 17. März 2018 (abgerufen am 18. März 2018). Thomas Oberender hielt die Laudatio.Thomas Oberender: Laudatio auf Sophie Rois anlässlich der Verleihung des Gertrud-Eysoldt-Ringes Berliner Festspiele Blog, 19. März 2018 Zwischen 2018 und 2022 gehörte sie dem Ensemble des Deutschen Theater Berlin an, wo sie wieder mit René Pollesch zusammen arbeitete. Seit der Spielzeit 2022/2023 gehört Rois wieder zum Ensemble der Volksbühne. Dort spielt sie für die NV-Bühne-Höchstgage eine Premiere pro Spielzeit (2022/2023: Mein Gott Herr Pfaffer, 2023/24 Das Leben ein Traum).
Film und Fernsehen Ihre erste größere Rolle hatte Sophie Rois in Detlev Bucks Roadmovie Wir können auch anders … als Dorfkneipenwirtin Nadine. Bis Ende der 1990er-Jahre hatte sie verschiedene Rollen in Film- und Fernsehproduktionen, unter anderem in Der kalte Finger, Engelchen, Der Hauptmann von Köpenick und Die Siebtelbauern.
In der Krimi-Fernsehreihe Tatort stellte Rois Roxane Aschenwald dar, die den Tatort-Kommissar Moritz Eisner in seinem vierten Fall Passion (1999) und seinem sechsten Fall Böses Blut (2001) unterstützte. In dem 2001 angelaufenen Fernseh-Dreiteiler von Heinrich Breloer Die Manns – Ein Jahrhundertroman verkörperte Rois Thomas Manns Tochter Erika. In der Schwarzen Komödie Fräulein Phyllis, Regie: Clemens Schönborn, von 2004 war sie in der Hauptrolle besetzt. 2008 war Rois in Ina Weisses Spielfilmdebüt, dem Filmdrama Der Architekt, in der Rolle der Hannah zu sehen.
Rois erhielt für ihre Darstellung der Hanna Blum eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis 2011 als Hauptdarstellerin im Film Drei von Tom Tykwer. 2012 war sie als Kriminalhauptkommissarin Tamara Rusch im Polizeiruf 110 in Die Gurkenkönigin als Schwangerschaftsvertretung von Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski alias Maria Simon zu sehen.„Die Gurkenkönigin“: Drehstart für Interimskommissarin Sophie Rois auf wolfgangstauch.de; abgerufen am 31. Oktober 2013. In dem Filmdrama Zum Geburtstag, Regie Denis Dercourt, verkörperte Rois 2013 die Rolle der Yvonne. Im Tatort: Der Irre Iwan (2015) war sie als Rita Eisenheim in der Rolle der Täterin zu sehen.
Tätigkeit als Sprecherin 2004 und 2005 sprach sie im vom Hörverlag und dem Hessischen Rundfunk produzierten Hörspiel Otherland den Charakter Renie Sulaweyo. Seit 2005 liest sie Hörgeschichten für die Kinder-Hörfunksendung Ohrenbär. Sie lieh ihre Stimme der Zeichentrickfigur Molly Monster sowohl im Kinofilm Molly Monster – Der Film von 2015 als auch in der Reihe Die kleine Monsterin, die in der Kindersendung Unser Sandmännchen läuft.
2016 wurde Sophie Rois mit dem Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie Beste Interpretin für ihre Lesung von Baba Dunjas letzte Liebe von Alina Bronsky (tacheles! / ROOF Music) ausgezeichnet.
Seit 2017 ist Sophie Rois Mitglied der Akademie der Künste Berlin.
Filmografie (Auswahl) Kino
Fernsehen
Theater (Auswahl)
Volksbühne Berlin bis 1993–2017
2006: L'affaire Martin! Occupe-toi de Sophie. Par la fenêtre, Caroline! Le mariage de Spengler. Christine est en avance, Text und Regie: René Pollesch 2007: Diktatorengattinnen I, Text und Regie: René Pollesch 2007: Hallo Hotel Nachtportier!, Text und Regie: René Pollesch 2007: Emil und die Detektive nach Erich Kästner, Regie Frank Castorf 2008: Fuck off, Amerika nach Eduard Limonow, Regie: Frank Castorf 2009: Ein Chor irrt sich gewaltig, Text und Regie: René Pollesch 2009: Gute Nacht, du falsche Welt von Puschkin, Schikaneder und Troike, Regie: Gero Troike 2010: Der Kaufmann von Berlin von Walter Mehring, Regie: Frank Castorf 2010: Die Kameliendame nach Alexandre Dumas, Regie: Clemens Schönborn 2011: Die spanische Fliege von Franz Arnold und Ernst Bach, Regie: Herbert Fritsch 2011: Der Spieler von Fjodor Dostojewski, Regie: Frank Castorf 2012: Der Geizige von Molière, Regie: Frank Castorf 2013: Das Duell von Anton Tschechow, Regie: Frank Castorf 2014: House of Sale, Text und Regie: René Pollesch 2014: Ach, Volk, du obermieses von Jürgen Kuttner und André Meier, Regie: Jürgen Kuttner 2015: Die Bismarck!, Regie: Christian Filips 2017: Faust nach Johann Wolfgang von Goethe, Regie: Frank Castorf
Gastengagements 2008: Die Zofen von Jean Genet, Regie: Luc Bondy, Wiener Festwochen 2008: Fantasma, Text und Regie: René Pollesch, Burgtheater Wien 2010: Medea nach Euripides, Regie: Clemens Schönborn, Centraltheater Leipzig 2010: Mädchen in Uniform, Text und Regie: René Pollesch, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2012: Neues vom Dauerzustand, Text und Regie: René Pollesch, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2016: Bühne frei für Mick Levčik, Text und Regie: René Pollesch, Schauspielhaus Zürich 2018: Hello, Mister MacGuffin!, Text und Regie: René Pollesch, Schauspielhaus Zürich
Deutsches Theater Berlin 2018–2022
2018: Cry Baby, Text und Regie: René Pollesch 2021: Goodyear, Text und Regie: René Pollesch 2022: Liebe, einfach außerirdisch, Text und Regie: René Pollesch
Hörspiele (Auswahl) 1996: Heiner Müller: Ajax zum Beispiel, Regie: Wolfgang Rindfleisch (DLF/MDR) 2001: Elwyn Brooks White: Wilbur und Charlotte – Regie: Andrea Otte (Kinderhörspiel – SWR) 2002: Christoph Schlingensief: Rosebud, Regie: Christoph Schlingensief (WDR) 2002: Christine Angot: Inzest, Regie: Annette Kurth (WDR) 2002: Thilo Reffert: Hellas Sonntag (MDR) 2003: Dylan Thomas: Unter dem Milchwald (Mrs. Dai: Brot Zwei) – Regie: Götz Fritsch (Original-Hörspiel – MDR) 2004: Agnieszka Lessmann: Cobains Asche, Regie: Walter Adler (SWR) 2005: Tad Williams: Otherland, Regie: Walter Adler (HR) 2011: Elfriede Jelinek: Neid. Hörspiel in zehn Teilen mit Sophie Rois und Elfriede Jelinek. Regie: Karl Bruckmaier (BR/Hörspiel und Medienkunst 2011). 2013: Clemens Schönborn: Die Kameliendame, (WDR) 2013: Händl Klaus: Eine Schneise, Regie: Erik Altorfer (WDR) 2013: Sarah Khan: Die Gespenster von Berlin (Nachbarin) – Regie: Clemens Schönborn (RBB) 2013: Wilhelm Speyer: Charlott etwas verrückt – Regie: Moritz von Rappard (RBB) 2013: Tzimon Barto: Dots Fahrt im Leichenwagen – Regie: Christiane Ohaus (Hörspiel – NDR) 2020: Jane Austen: Mansfield Park (Erzählerin) – Bearbeitung und Regie: Iris Drögekamp (Hörspielbearbeitung – HR/SWR/Der Hörverlag)
Hörbücher (Auswahl) Djuna Barnes: Eine Nacht mit den Pferden 2001 Christine Angot: Inzest 2002 A. L. Kennedy: Ein makelloser Mann 2002 Connie Palmen: Die Freundschaft 2002. ISBN 978-3-89830-971-4 E. B. White: Wilbur und Charlotte 2002. ISBN 978-3-89813-191-9 George Sand und Alfred de Musset: Die Liebe ist schrecklich wie der Tod (mit Volker Hanisch) 2004. ISBN 978-3-455-32024-4 Ermanno Cavazzoni: Kurze Lebensläufe der Idioten 2005 Mo Hayder: Tokio 2005, Random House Audio Köln, gekürzt 6 CDs 474 Min, ISBN 3-86604-010-5 Dylan Thomas: Unter dem Milchwald (mit Harry Rowohlt) 2005. ISBN 978-3-89940-492-0 Virginia Woolf oder ich spüre, ich werde wahnsinnig (mit Bernd Sucher) 2005. ISBN 978-3-87024-034-9 Vita Andersen: Petruschkas Lackschuhe 2006 Sibylle Berg: Und ich dachte, es sei Liebe (mit Hannelore Hoger) 2006 Charlotte Brontë: Jane Eyre 2006 Émilie du Châtelet: Herzrasen 2006 Chris Cleave: Lieber Osama 2006 Annette von Droste-Hülshoff: Die schönsten Gedichte 2006 Patricia Highsmith: Der Schneckensammler / Die Heldin (SZ Bibliothek der Erzähler) 2006 Joachim Hoell: Ingeborg Bachmann 2006 Gertrud Kolmar: Susanna 2006 Riverbend: Bagdad burning (mit Julia Jentsch) 2006 Gustave Flaubert: Madame Bovary 2007 Carlo Fruttero und Franco Lucentini: Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz 2007 Christine Grän: Heldensterben 2008 Italienische Weihnachten. Die schönsten Geschichten, gesammelt von Klaus Wagenbach, Düsseldorf, Patmos, 2008. ISBN 978-3-491-91278-6. Patti Smith: Just Kids – Die Geschichte einer Freundschaft 2010 (tacheles!/Roof Music). ISBN 978-3-941168-35-0. Alina Bronsky: Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche 2010 (tacheles!/Roof Music). ISBN 978-3-941168-48-0. Virginia Woolf: Skizze der Vergangenheit 2013 (Hessischer Rundfunk). ISBN 978-3-8398-1237-2. Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe 2015 (tacheles!/Roof Music). ISBN 978-3-86484-301-3Kurz-Kritik zu Baba Dunjas letzte Liebe auf popshot.over-blog.de; abgerufen am 9. September 2015. Christine Lavant: Das Wechselbälgchen 2015 (Mandelbaum). ISBN 978-3-85476-479-3. Alina Bronsky: Der Zopf meiner Großmutter 2019 (tacheles!/Roof Music). ISBN 978-3-86484-527-7. Nell Zink: Sister Europe 2025 (tacheles!/Roof Music). ISBN 978-3-86484-849-0.
Auszeichnungen 2002: Adolf-Grimme-Preis für die Rolle der Erika Mann im Fernseh-Mehrteiler Die Manns – Ein Jahrhundertroman 2004: Nominierung für den Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie „Beste Schauspielerin“ 2006: Deutscher Hörbuchpreis in der Kategorie „Beste Interpretation“ für das Hörbuch Jane Eyre von Charlotte Brontë 2009: Deutscher Filmpreis als „Beste Nebendarstellerin“ im Spielfilm Der Architekt 2010: Deutscher Theaterpreis Der Faust für die darstellerische Leistung als Manuela in René Polleschs Mädchen in Uniform – Wege aus der Selbstverwirklichung 2010: Bayerischer Filmpreis als „Beste Darstellerin“ für Drei 2010: Preis der deutschen Filmkritik als „Beste Darstellerin“ für Drei 2011: Deutscher Filmpreis als „Beste Hauptdarstellerin“ im Spielfilm Drei 2012: Theaterpreis Berlin „für ihre herausragenden Verdienste um das deutschsprachige Theater“ 2012: Schauspielerin des Jahres 2014: Chevalier des Arts et des Lettres, Französ. Botschaft Berlin 12. Februar 2014 2016: Deutscher Hörbuchpreis in der Kategorie „Beste Interpretin“ für das Hörbuch Baba Dunjas letzte Liebe von Alina Bronsky 2017: Aufnahme in die Berliner Akademie der KünsteNeue Mitglieder der Akademie der Künste, Akademie der Künste, 7. Juli 2017, abgerufen am 9. Juli 2017. 2017 Gertrud-Eysoldt-Ring für die Rolle als Hexe in Faust. Der Tragödie zweiter Teil an der Volksbühne Berlin 2020 Deutscher Schauspielpreis in der Kategorie Starker Auftritt in Rampensau 2025: Bundesverdienstkreuz am Bande
Literatur