Bramsche [] ist eine Stadt im Zentrum des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen. Sie ist nach Melle die flächenmäßig zweitgrößte selbständige Gemeinde des Landkreises.
Geografie Lage Bramsche liegt im Osnabrücker Land an der Hase etwa 15 km nördlich von Osnabrück und am Mittellandkanal. Die Ankumer Höhe liegt im Nordwesten, der kleine Höhenzug Gehn im Westen und der Natur- und Geopark TERRA.vita im Südosten. Unter der Stadt befindet sich der Bramscher Pluton.
Stadtgliederung Achmer mini|Segelflugplatz in Achmer mini|Friedwald Bramsche im Gehnwald zwischen Achmer und Ueffeln Achmer ist der flächenmäßig größte Ortsteil von Bramsche. Er ist durch die Hase, den Mittellandkanal und den Flugplatz Achmer gekennzeichnet. Achmer grenzt im Norden an Ueffeln und Hesepe, im Osten an Bramsche Mitte und im Süden an Pente.
Die ehemalige Gemeinde Achmer bestand aus den Ortsteilen Laberge, Wackum, Tömmern, Hemke, Grünegras und Westerhausen und hatte eine Fläche von 28,29 km². Ortsnamensdeutung: 1160 wurde ein „Lachenbure“ unbekannter Lage beurkundet, 1186 ein „Achenbure“. Möglicherweise handelte es sich um dieselbe Ansiedlung. Lache, auch Lake, ist eine seichte Stelle, ein Wasserpfuhl. Eine Ache ist insbesondere im süddeutschen Raum ein (Gebirgs-)Fluss. Bure bedeutet Bauerschaft.Wilhelm Fangmeyer: Deutung von Ortsnamen im Osnabrücker Land. In: Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land, 1982. S. 78.
An der Straße nach Ueffeln befindet sich im 51 Hektar großen Gehnwald der Friedwald Bramsche.FriedWald Bramsche im Osnabrücker Land. november.de. Abgerufen am 15. November 2020FriedWald Bramsche. friedwald.de. Abgerufen am 15. November 2020Christoph Lützenkirchen Förster betreut Friedwald zwischen Achmer und Ueffeln. noz.de. 13. März 2015, abgerufen am 15. November 2020
Balkum Balkum ist ein Ortsteil von Bramsche zwischen Ueffeln und dem nicht zu Bramsche gehörenden Alfhausen. Eine Sehenswürdigkeit ist die Wassermühle Riesau. Ein Gedenkstein im Südosten Balkums, am Grenzweg zu Ueffeln, erinnert an das Blutbad im Gehn. Balkum einschließlich der zum Teil zu Balkum gehörenden Streusiedlung Bottum gehört mit knapp 250 Einwohnern zu den am geringsten besiedelten Vororten von Bramsche. Balkum wurde zusammen mit Ueffeln am 1. Juli 1972 in die Stadt Bramsche eingegliedert, siehe Ueffeln-Balkum.
Bramsche(-Mitte) mini|Kirche St. Martinus nördlich des Zentrums
Der Ortsteil Bramsche umfasst die vor der Gebietsreform 1971/1972 eigenständige Stadt Bramsche. Landläufig wird noch in die Stadtbezirke Innenstadt, Gartenstadt und Bramscher Berg unterschieden. Zwischen den Stadtbezirken befindet sich der Hasesee, der als Naherholungsgebiet dient. Die drei Bezirke zusammen ergeben Bramsche-Mitte mit etwa 14.000 Einwohnern. Ortsbürgermeister von Bramsche Mitte ist seit 2007 Peter Remme (SPD). Der Bereich Bramsche-Mitte ist auch der Standort der Hauptschule Bramsche.
Engter Dieser Ortsteil wurde erstmals im Jahr 1147 erwähnt. Engter liegt im Südosten von Bramsche und grenzt an die Ortsteile Kalkriese, Schleptrup, Lappenstuhl und Evinghausen. Engter und die angrenzenden Ortsteile gehörten bis 1229 zum Kirchspiel Bramsche, bis in Engter eine eigene Kirche errichtet wurde. Zur Kirchengemeinde St. Johannis gehören die Ortsteile Kalkriese, Schleptrup, Lappenstuhl und Evinghausen. In Engter gab es die Grund- und Hauptschule Engter, die mit Beginn des Schuljahres 2013/2014 in eine Grundschule mit Kindergarten umgewandelt wurde.GHS-EngterWilbrand Fisse-Niewedde: Die Kirche in Engter 1229–1929. Engter, 1929
Epe (Epe-Malgarten) mini|Der Darnsee in Epe
Epe liegt im Nordosten der Stadt Bramsche. Es besteht aus den Siedlungsplätzen Bühren, Knäppen, Epe, Malgarten, Eckelort und Wittenfelde. Die westliche Grenze zu den Gemarkungen Hesepe und Sögeln bildet weitgehend die Hase. Im Norden grenzt Epe an die Gemarkung Rieste, im Nordosten an Vörden, im Osten an die Gemarkungen Engter und Schleptrup und im Süden an die Gemarkung Bramsche. Mit der Niedersächsischen Gebietsreform 1972 wurde die ehemals selbständige Gemeinde Epe ein Ortsteil der Stadt Bramsche.
Die Gemarkung Epe hat eine Größe von etwa 1450 ha und gehörte somit zu den flächengrößeren Landgemeinden des früheren Kreises Bersenbrück. Heute wie früher war und ist Epe landwirtschaftlich geprägt. Von insgesamt 41 landwirtschaftlichen Betrieben waren 1987 17 Vollerwerbslandwirte, sieben Nebenerwerbslandwirte und 17 Zuerwerbslandwirte. Epe ist Wohnsiedlungsgebiet der Stadt Bramsche und arm an Gewerbebetrieben. Arbeitgeber sind ein Textilunternehmen, zwei Hotels, zwei Schlossereien bzw. Metallbaubetriebe, zwei Fuhrunternehmen sowie ein Betrieb für Hausinstallationen.
Öffentliche Einrichtungen sind die Grundschule, das Gemeindezentrum mit Sitzungsraum, das Feuerwehrhaus, die Turnhalle sowie Sport- und Tennisplätze. Außerdem befinden sich auf Eper Gebiet die IGS BramscheIGS Bramsche und das Greselius-Gymnasium,Greselius Gymnasium benannt nach Jakobus Greselius, das Bramscher Hallenbad und ein Wasserwerk der Stadt Osnabrück.
Von den 1324 Einwohnern des Jahres 1989 gehörten 857 der evangelisch-lutherischen, 420 der katholischen und 47 einer sonstigen oder keiner Konfession an. Die evangelisch-lutherischen Christen gehören zur St.-Johannis-Kirchengemeinde in Bramsche-Gartenstadt und die Katholiken zur St. Johannes-Kirchengemeinde Malgarten. Ortsbürgermeister von Epe-Malgarten ist seit 2016 Volker Stuckenberg (SPD).
In Epe liegt in einem Naturschutzgebiet der Darnsee, der flächenmäßig größte natürliche See des Osnabrücker Landes. Am Ostufer wird er seit den 1930er Jahren als Naturfreibad genutzt.Heinrich Gosmann: Epe, Chronik einer Landgemeinde. Bramsche 1994H. O. Grahle, H. Schneekloth: Der Darnsee bei Bramsche. Bramsche 1963
Evinghausen Evinghausen ist eine Bauerschaft im Südosten Bramsches rund um den Venner Berg und ist Sitz der Freien Waldorfschule Evinghausen e. V. Die Bauerschaft Uptrup mit 42 Einwohnern ist ein Teil von Evinghausen.
Hesepe Im Jahre 1187 wurde Hesepe erstmals urkundlich erwähnt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus einer weit verstreuten Bauernsiedlung ein dichter besiedelter Ort. Hesepe liegt an der B 68 und B 218 sowie am Schienenverkehr Bremen–Osnabrück. Bis zum Ende der 1980er Jahre waren niederländische Soldaten in Hesepe stationiert. Nach deren Abzug wurde das nicht mehr militärisch genutzte Gelände als Grenzdurchgangslager für Spätaussiedler verwendet. Zwischenzeitlich war es eine Landesaufnahmestelle für jüdische Kontingentflüchtlinge und Spätaussiedler. Dann wurde es das niedersächsische Kompetenzzentrum zur freiwilligen Ausreise. Dort wurden abgelehnte Asylbewerber und andere Ausländer, die zur Ausreise verpflichtet sind, untergebracht sowie irakische Flüchtlinge während der Teilnahme an dreimonatigen Sprachkursen. Seit Mai 2014 ist es als Erstaufnahmeeinrichtung ein Standort der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen.Landesaufnahmebehörde Niedersachsen
Kalkriese mini|Rekonstruierte Wälle der Varusschlacht bei Kalkriese mini|Großsteingrab Kalkriese Kalkriese ist eine Bauerschaft im Osten Bramsches, die 1352 als Kallickrese erwähnt wird.Hermann Jellinghaus: Die westfälischen Ortsnamen nach ihren Grundwörtern. Lipsius und Tischer, Kiel und Leipzig 1896, S. 127. archive.org
In der Nähe liegt der Kalkrieser Berg. Nördlich der B 218 (Venner Straße) liegt, südwestlich von Kalkriese, in einer Baumgruppe das Großsteingrab Kalkriese.
Überregional bekannt wurde der Ortsname in den 1990er Jahren, als Ergebnisse archäologischer Ausgrabungen darauf hindeuteten, dass die Varusschlacht – ganz oder in Teilen – bei Kalkriese stattfand. Die Fundregion Kalkriese erstreckt sich über viele Kilometer. Die Fundstücke bzw. deren Repliken sind im Museum und Park Kalkriese ausgestellt.
Lappenstuhl Lappenstuhl entstand 1952 als Neusiedlung und ist der jüngste Ortsteil von Bramsche.
Urkundlich wurde der Name im Jahr 1402 als Lampenstol erwähnt und im Jahr 1426 als Waldname Lappenstol.Günther Wrede: Geschichtliches Ortsverzeichnis des ehemaligen Fürstbistums Osnabrück. Hildesheim, 1977 Es war eine Flurbezeichnung, die für die dort entstehende Siedlung übernommen wurde.
Die am Ende des Zweiten Weltkrieges eintreffenden Flüchtlinge und Vertriebenen aus den ostdeutschen Gebieten ließen eine Wohnungsnot im Kirchspiel Engter entstehen. Da in den Gemeinden Engter, Schleptrup und Kalkriese keine Baugrundstücke zum Verkauf standen, verhandelte man mit dem Grundeigentümer Hugo Baron von Bar über Parzellen im Bereich Lappenstuhl, damals ein Waldgebiet.
Mit Unterstützung des Landtagsabgeordneten Ernst Bettermann (SPD) aus Rieste wurde man sich einig über den Kauf von 65,94 Hektar. Zu Ehren von Ernst Bettermann wurde später der Ernst-Bettermann-Platz angelegt. Am 9. April 1952 wurden den ersten Baubewerbern die Parzellen zugewiesen. Am 4. Dezember 1952 gab es zum ersten Mal Strom in Lappenstuhl. Am 15. Juni 1958 fand das erste Siedlerfest in Lappenstuhl statt. Es wird bis heute jährlich begangen.
Da Lappenstuhl auf den Gemarkungen der Gemeinden Engter und Schleptrup liegt, waren beide Gemeinden auch für die politischen Angelegenheiten der Siedlung zuständig. Am 21. September 1990 beschloss die Siedlergemeinschaft Lappenstuhl e. V., einen Antrag auf einen eigenen Ortsrat für Lappenstuhl beim Stadtrat zu stellen. Nach langer Diskussion entschied der Stadtrat am 14. März 1991, diesem Antrag zuzustimmen. Am 6. Oktober 1991 wurde der erste Ortsrat Lappenstuhls gewählt. Der erste Ortsbürgermeister war Walter vor den Tharen (SPD), seit 2010 ist Annette Marewitz (SPD) Ortsbürgermeisterin.
Da es in den 1950er Jahren für die schulpflichtigen Kinder Lappenstuhls keine einfache Möglichkeit gab, die Volksschule in Engter zu erreichen, wurde ein eigenes Schulgebäude errichtet. Der Grundstein wurde am 17. Juli 1954 gelegt. Am 8. Januar 1955 konnten 33 Kinder erstmals die Schule besuchen.
Im April 1964 wurden die 5. bis 8. Klassen nach Engter verlegt und ein Bus-Liniendienst eingerichtet. Im Zuge der Schulreform wurde die Schule in Lappenstuhl am 5. März 1973 aufgelöst. Heute betreibt die Arbeiterwohlfahrt in dem Gebäude einen Kindergarten. Es wurde im Jahr 2003 aufwändig saniert und umgebaut.
Bereits im Bebauungsplan vom 31. Januar 1955 war eine Kirche vorgesehen. Die Geschichte der Thomas-Kapelle begann nach dem Zweiten Weltkrieg in Voltlage. Um den dort wohnenden evangelischen Heimatvertriebenen eine kirchliche Betreuung bieten zu können, wurde mit Hilfe einer Spende des amerikanischen Luthertums eine Diasporakapelle gebaut. 1968 waren allerdings die meisten der Vertriebenen wieder abgewandert, so dass die Kapelle nicht mehr benötigt wurde. Im Juni/Juli 1970 wurde mit dem Abbau begonnen. Bis zum Wiederaufbau wurden die Einzelteile auf dem neuen Grundstück in Lappenstuhl gelagert. Über ein Jahr später, am 1. August 1970, wurde die Kapelle erneut geweiht. Da die Einwohner der Siedlung zwischenzeitlich stark daran gezweifelt hatten, „ob aus dem Haufen Bretter jemals wieder eine Kapelle entstehen würde“, wurde sie nach dem ungläubigen Thomas benannt.
Malgarten (Epe-Malgarten) mini|Außenansicht der Klosterkirche in Malgarten
Im Jahr 1170 wurde in einer Burg das Benediktinerinnenkloster Malgarten gegründet. In der Klosterkirche befindet sich ein spätbarockes Stuckrelief, das alle Gewölbe im Inneren der Kirche ziert.
Das Kloster Malgarten wurde 1819 zum Sitz des Amtes Vörden in Malgarten. Die verbliebenen fünf Nonnen fanden in Osnabrück Aufnahme. Das Amt Vörden in Malgarten bestand bis 1885, dem Jahr der Gründung des Landkreises Bersenbrück, in dem es aufging.Epe (Bramsche)/Amt Vörden zu Malgarten. wiki.genealogy.net
Die ehemalige Klosteranlage, die besichtigt werden kann, hat sich zu einem kleinen Zentrum für Kunst und Kultur entwickelt.
Pente