mini|Heglau aus der Ferne mini|Heglau mini|hochkant|Krautbrunnen am Dorfplatz

Heglau (fränkisch: HehglaR. Schuh: Gunzenhausen, S. 126. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „hēglɒ“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Merkendorf im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Heglau hat eine Fläche von 2,275 km². Sie ist in 302 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7533,25 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Dürrnhof.

Geografie Das Dorf liegt am Heglauer Mühlbach, einem linken Zufluss der Altmühl. Der Bahngraben und der Scherwiesengraben münden dort als rechte Zuflüsse in den Heglauer Mühlbach. Im Osten liegt die Flur Katzenzipfel und der Mönchswald. Im Nordosten liegt die Flur Gostenloh, im Südwesten die Etzwiesen. Am Rande des Mühlbachs liegt das Naturschutzgebiet Heglauer Wasen.

Über die Kreisstraße AN 59 gelangt man nach Hirschlach (2 km westlich) bzw. die Bundesstraße 13 kreuzend an Dürrnhof und Selgenstadt vorbei nach Mitteleschenbach (7,5 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Merkendorf zur B 13 (2 km nördlich).

Geschichte Der Ort wurde 1187 als „Heglin“ in einer Urkunde des Klosters Heilsbronn erstmals erwähnt. Der Ortsname setzt sich aus dem mittelhochdeutschen Wort „hege“ (= Dorngesträuch, Gebüsch) und dem Diminutivsuffix zusammen und bedeutet also Siedlung zu dem kleinen Dorngesträuch.R. Schuh: Gunzenhausen, S. 126f.

Der heilsbronner Abt Arnold erwarb zu dieser Zeit in Heglau einen zu Ornbau gehörenden Zehnt. Um einen Weiher im Ortsgebiet von Heglau gab es immer wieder Streit zwischen dem Kloster Heilsbronn und den Herren von Lentersheim, die das Schloss Altenmuhr bei Altenmuhr bewohnten. Weil das Kloster Heilsbronn im 16. Jahrhundert evangelisch wurde, wurde Heglau auch evangelisch.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 449.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurden für „Heglach“ 12 Mannschaften verzeichnet: die Mühle, 2 Höfe und 9 Güter hatten alle das Verwalteramt Merkendorf als Grundherrn. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 15. Zitiert nach Laut dem 16-Punkte-Bericht des heilsbronnischen Vogtamts Merkendorf aus dem Jahr 1616 gab es 14 Mannschaften (2 Höfe und 12 Güter).Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 25, 20. Zitiert nach Der Ort wurde im Dreißigjährigen Krieg vollkommen zerstört.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Heglau 17 Anwesen (2 Höfe, 2 Halbhöfe, 5 Viertelhöfe, 2 Gütlein, 2 Viertelgüter, 1 Mühle, 1 Wirtshaus, 2 Leerhäuser) und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Verwalteramt Merkendorf. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach. Zu dieser Zeit gab es 16 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 542.

1806 kam Heglau an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Heglau dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Hirschlach und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Hirschlach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Heglau, zu der Dürrnhof gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1857 bis 1862 gehörte Heglau zum Landgericht Gunzenhausen, ab 1862 zum Bezirksamt Gunzenhausen (1939 in Landkreis Gunzenhausen umbenannt) und ab 1865 zum Rentamt Gunzenhausen (1919 in Finanzamt Gunzenhausen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb von 1862 bis 1879 beim Landgericht Heilsbronn, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Gunzenhausen zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 2,275 km².

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern kam die Gemeinde Heglau am 1. Januar 1971 zur Stadt Merkendorf. Seit 1972 gehört Heglau zum Landkreis Ansbach, ein Jahr später wurde es dem Amtsgericht Ansbach und dem Finanzamt Ansbach zugeordnet.

1998 ließ sich in Heglau ein Krautverwertungsbetrieb nieder.

Seit 2001 wird in Heglau jeweils am dritten Sonntag im September das Krautfest mit der Merkendorfer Krautkönigin gefeiert. auf deutsche-koeniginnen.de, abgerufen am 7. Juni 2020Heglauer Krautfest auf merkendorfer-kraut.de, abgerufen am 7. Juni 2020

In Heglau wurde von der Stadt Merkendorf 2010 ein einfaches Dorferneuerungsverfahren durchgeführt, das 2011 erfolgreich mit der Einweihung eines Krautbrunnens am Dorfplatz abgeschlossen werden konnte. Die Mittel stammten aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Heglau Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 132 123 162 152 147 152 147 146 148 157 146 141 130 142 150 143 126 130 131 226 212 189 151 156HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 23 25 25 25 24 24 23 24 26 Quelle Für die Gemeinde Heglau zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Dürrnhof (S. 20).

Ort Heglau Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1991 2010 2020Einwohner 107 100 107 120 129 98 99 167 125 124 104 106 108 111Häuser 18 20 20 19 18 19 21 22 Quelle Karl Huber: Gemeindedaten zum 1. Januar 1991. In: Festschrift zur Einweihung des Rathauses und des Krautbrunnens – Stadt Merkendorf – 25. Oktober 1991. Merkendorf 1991, S. 22. Daten aus den Bürgerversammlungen vom 24. und 25. November 2020 / Präsentation (PDF) S. 6 auf merkendorf.de, abgerufen am 3. Dezember 2020

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach Unserer Lieben Frau (Merkendorf) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Jakobus (Ornbau) gepfarrt, heute ist die Pfarrei Liebfrauenmünster (Wolframs-Eschenbach) zuständig.

Politik Bürgermeister Amtszeit Michael Reuter Um 1846 Johann Reuter Um 1856 Johann Heumann 1946–1970 Georg Uhlmann 23.08.–31.12.1970 (Auflösung der Gemeinde)

Literatur

Wilhelm Koch, Heinrich Helmreich: Die ehemalige Gemeinde Heglau. In: Merkendorf – Historische Kleinstadt im Fränkischen Seenland. Merkendorf 1988, S. 338–339.

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Merkendorf, Mittelfranken) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1187 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1970 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach