Till Klokow (* 13. Februar 1900laut Akte der Reichsfilmkammer., anderen Angaben zufolge 1908 als Ottilie Klokow in Koblenz; † 14. September 1970 in München)Lebensdaten und Geburtsname lt. Filmarchiv Kay Weniger (eingeholt vom Münchner Melderegister)., auch Til Klokow bzw. KlockowDie Schreibweise ihres Namens variiert mehrfach. So wird er auf einem Sammelbild der Zigarettenmarke Salem (Salem Gold-Film-Bilder) „Till Klokow“ geschrieben, in der Filmwelt Nr. 4 vom 22. Januar 1933 hingegen mit „Till Klockow“ angegeben. Diese Schreibweise findet sich auch in den Akten der Reichsfilmkammer. Unklar ist, ob der Name versehentlich falsch geschrieben wurde, oder ob Klokow ihn selbst variierte, bzw. später abwandelte., war eine deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin.

Leben Till Klokow wuchs in den USA auf und kehrte 1920 nach Deutschland zurück.Thomas Bräutigam: Stars und ihre deutschen Stimmen. Lexikon der Synchronsprecher. Marburg 2009, S. 143. In Düsseldorf bei Louise Dumont zur Schauspielerin ausgebildet, spielte sie seit Anfang der 1920er Jahre in Berlin Theater, wo sie unter anderem an der Volksbühne in dem Stück Die deutschen Kleinstädter zu sehen war. Später erhielt sie dann auch kleinere Rollen beim Film. So trat sie 1931 in den Spielfilmen Danton (mit Gustaf Gründgens) und Schneider Wibbel auf, es folgten Im Bann des Eulenspiegels (1932), Schwarze Rosen (1935) und Der höhere Befehl. Sie stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.Klokow, Til. In: Theodor Kellenter: Die Gottbegnadeten: Hitlers Liste unersetzbarer Künstler. Kiel: Arndt, 2020, ISBN 978-3-88741-290-6, S. 387.

Bekannt wurde Klokow jedoch vor allem durch ihre Synchrontätigkeit, die sie bereits in den 1930er Jahren aufnahm. 1935 lieh sieh Claudette Colbert in Cleopatra und in Es geschah in einer NachtLaut CineGraph Babelsberg, Berlin-Brandenburgisches Centrum für Filmforschung e. V.: vgl. filmblatt.de ihre unverwechselbare Stimme. Nach dem Krieg sprach die Mimin mit den feuerroten Haaren mehrfach für Rita Hayworth (so in Die Lady von Shanghai, König der Toreros und in der ersten Synchronfassung von Gilda) und Margaret Lockwood. Außerdem synchronisierte sie Katharine Hepburn (Die unbekannte Geliebte) und Barbara Stanwyck (California). Zu den Höhepunkten ihres Synchronschaffens gehört ihre Mitwirkung an Boulevard der Dämmerung, in der sie als in Vergessenheit geratener Stummfilmstar Norma Desmond alias Gloria Swanson die gesamte Variationsbreite ihrer nuancenreichen Stimme ausschöpfen konnte. Für den zwischen 1940 und 1944 gedrehten Film Tiefland von Leni Riefenstahl synchronisierte sie Maria Koppenhöfer, da die Darstellerin bei dessen Fertigstellung 1953/54 bereits verstorben war. Auf der Leinwand war Till Klokow ein letztes Mal in dem Ruth-Leuwerik-Film Die Trapp-Familie in Amerika (1958) zu sehen.

Klokow war zeitweilig mit dem Schriftsteller und Dramatiker Hans José Rehfisch befreundet.

Filmografie 1931: Danton 1931: Schneider Wibbel 1932: Im Bann des Eulenspiegels 1935: Schwarze Rosen 1935: Der höhere Befehl 1958: Die Trapp-Familie in Amerika 1964: Glück und Glas (Fernsehfilm)

Theaterauftritte (Auswahl) 1920: Die verlorene Tochter, Trianon-Theater Berlin 1920: Stützen der Gesellschaft nach Henrik Ibsen, Schauspielhaus DüsseldorfLaut Besetzungsliste auf ibsen.net. 1924: Die Libelle nach Hans José Rehfisch, Renaissance-Theater, Berlin 1925: Die Exzesse nach Arnolt Bronnen, Lessing-Theater (Berlin) 1925: Die deutschen Kleinstädter nach August von Kotzebue, Volksbühne 1925: Geburt der Jugend, Renaissance-Theater, Berlin 1926: Darüber läßt sich reden nach Hans José Rehfisch, Volksbühne 1927: Razzia nach Hans. J. Rehfisch, Schiller-Theater, Berlin 1927: Fünf von der Jazzband, Schiller-Theater, Berlin 1928: Wallensteins Tod 1930: Glück muß man haben, Nelson-Theater am Kurfürstendamm, Berlin 1930: Der Mann mit dem Klepper nach Gheorghe Ciprian, Schillertheater, Berlin

Hörspiele 1927: Wer weint um Juckenack?Laut ARD-Hörspieldatenbank 1928: Duell am LidoLaut ARD-Hörspieldatenbank

Synchronrollen (Auswahl) SynchronjahrFilmtitelRolleDarstellerDrehjahr1935CleopatraCleopatraClaudette Colbert19341935Es geschah in einer NachtEllie AndrewsClaudette Colbert19341937Pariser BekanntschaftKay DenhamClaudette Colbert19371939 Die Frau gehört mir!Mollie Monahan Barbara Stanwyck19391947Der große BluffLilli Belle CallahanUna Merkel19391948 Die roten SchuheIrina BoronskajaLudmilla Tchérina19481949GildaGildaRita Hayworth 19461949Die Lady von ShanghaiElsa BannisterRita Hayworth19461949Geheimnis der MutterMutterIrene Dunne19481949Es begann in RioAnn MarkhamMargaret Lockwood19481950König der TorerosDona Sol des MuireRita Hayworth19411950Der unbekannte GeliebteAnn HamiltonKatharine Hepburn19471950Ein Mann der TatJeanne StarAlexis Smith19451951Boulevard der DämmerungNorma DesmondGloria Swanson19501954TieflandAmeliaMaria Koppenhöfer1940/44

Literatur Thomas Bräutigam: Stars und ihre deutschen Stimmen. Lexikon der Synchronsprecher. Marburg 2009, S. 143–144.

Weblinks

Kurzporträt bei cyranos.ch

Till Klokow in der Synchrondatenbank von Arne Kaul

Einzelnachweise

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