Bei den XVII. Olympischen Spielen 1960 in Rom wurde ein Wettbewerb im Hockey (Herren) ausgetragen. Das Hockeyturnier dauerte vom 26. August bis zum 11. September. Spielstätten waren das Velodromo Olimpico, das Stadio dei Marmi und das Stadio Tre Fontane.

Turniermodus mini|Szene aus dem Spiel Neuseeland gegen Niederlande

Mit 16 Teilnehmern und letztlich 45 Spielen war das Turnier in Rom das bis dahin größte olympische Hockeyturnier. Es wurde in vier Vorrundengruppen gespielt: Gruppe A: Dänemark, Indien, Neuseeland, Niederlande Gruppe B: Australien, Japan, Pakistan, Polen Gruppe C: Deutschland, Frankreich, Italien, Kenia Gruppe D: Belgien, Großbritannien, Schweiz, Spanien Da für die Tabellenreihenfolge nur die Punkte zählten, mussten in den Gruppen A und B Entscheidungsspiele ausgetragen werden.

Die ersten beiden jeder Vorrundengruppe kamen ins Viertelfinale. Wer dort unterlag, spielte um die Plätze 5–8, die Viertelfinalsieger kamen ins Halbfinale. Die Gruppenvierten spielten dann die Plätze 13–15 aus, da Dänemark verzichtete. Die Gruppendritten spielten die Plätze 9–11 aus, da Polen verzichtete.

Deutsche Mannschaft Da sich die NOK der Bundesrepublik und der DDR nicht auf eine gemeinsame Mannschaft einigten, wurden Ausscheidungsspiele mit Hin- und Rückspiel angesetzt. Nach der ersten Runde hatte jede Mannschaft ein Spiel gewonnen. Daher war eine zweite Runde erforderlich. In dieser konnte sich die hoch favorisierte Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes gegen die Auswahl des Deutschen Hockey-Sportverbandes durchsetzen. Die Resultate: Runde 1: Hinspiel am 24. April 1960 in Köln, BRD – DDR 3:0, Rückspiel am 30. April 1960 in Jena, DDR – BRD 4:1 Runde 2: Hinspiel am 26. Mai 1960 in Köln, BRD – DDR 0:0, Rückspiel am 5. Juni 1960 in Jena: DDR – BRD 0:3

Gruppenspiele Gruppe A Indien gewann alle drei Gruppenspiele und zog ins Halbfinale ein. Das Entscheidungsspiel um den zweiten Platz der Gruppe gewann Neuseeland, das sich damit für das Viertelfinale qualifizierte. 27. August 15:00 Indien – Dänemark 10:0 (5:0)     16:30 Neuseeland – Niederlande 1:1 (1:1)   30. August 16:30 Indien – Niederlande 4:1 (1:1)   31. August 16:30 Neuseeland – Dänemark 4:1 (3:1)   2. September 16:30 Indien – Neuseeland 3:0 (1:0)   3. September 10:00 Dänemark – Niederlande 2:4 (1:0)   4. September 15:30 Neuseeland – Niederlande 2:1 (1:1) um Platz 2A

Tabelle Gruppe A Platz Team Spiele Tore Punkte 1. Indien 3 17:1 6 2. Neuseeland 3 5:5 3 Niederlande 3 6:7 3 4. Dänemark 3 3:18 0

Gruppe B Pakistan gewann alle drei Gruppenspiele und zog ins Halbfinale ein. Das Entscheidungsspiel um den zweiten Platz der Gruppe gewann Australien, das sich damit für das Viertelfinale qualifizierte. 26. August 10:00 Pakistan – Australien 3:0 (0:0)     15:00 Japan – Polen 1:2 (0:1)   29. August 16:30 Pakistan – Polen 8:0 (4:0)   30. August 16:30 Japan – Australien 1:8 (1:6)   1. September 10:00 Pakistan – Japan 10:0 (4:0)     16:30 Australien – Polen 1:1 (0:0)   3. September 08:30 Australien – Polen 2:0 (0:0) um Platz 2B

Tabelle Gruppe B Platz Team Spiele Tore Punkte 1. Pakistan 3 21:0 6 2. Australien 3 9:5 3 Polen 3 3:10 3 4. Japan 3 2:20 0

Gruppe C Kenia und Deutschland qualifizierten sich für das Viertelfinale. 29. August 10:00 Deutschland – Kenia 0:1 (0:0)     15:00 Italien – Frankreich 0:2 (0:1)   31. August 10:00 Deutschland – Frankreich 5:0 (2:0)   1. September 15:00 Italien – Kenia 0:7 (0:3)   3. September 15:00 Deutschland – Italien 5:0 (2:0)     10:00 Kenia – Frankreich 0:0  

Tabelle Gruppe C Platz Team Spiele Tore Punkte 1. Kenia 3 8:0 5 2. Deutschland 3 10:1 4 3. Frankreich 3 2:5 3 4. Italien 3 0:14 0

Gruppe D Spanien und Großbritannien qualifizierten sich für das Viertelfinale. 26. August 16:30 Großbritannien – Spanien 0:0   27. August 10:00 Schweiz – Belgien 2:4 (1:1)   30. August 15:00 Großbritannien – Belgien 1:1 (1:0)   31. August 15:00 Schweiz – Spanien 1:5 (1:4)   2. September 10:00 Großbritannien – Schweiz 3:0 (1:0)     15:00 Spanien – Belgien 3:1 (2:0)  

Tabelle Gruppe D Platz Team Spiele Tore Punkte 1. Spanien 3 8:2 5 2. Großbritannien 3 4:1 4 3. Belgien 3 6:6 3 4. Schweiz 3 3:12 0

Platzierungsspiele Viertelfinale Die Sieger qualifizierten sich für das Halbfinale, die Verlierer spielten um die Plätze 5–8. 5. September 09:00 Indien – Australien 1:0 n. V. (0:0, 0:0)     10:30 Kenia – Großbritannien 1:2 n. V. (1:1, 1:0)     14:30 Pakistan – Deutschland 2:1 (1:0)     16:00 Spanien – Neuseeland 1:0 n. V. (0:0, 0:0)  

Platzierung 13–16 Dänemark verzichtete und belegte Platz 16. Die Plätze 13–15 wurden in einer einfachen Runde ausgespielt.Offizieller IOC Report 1960 (PDF; 20,3 MB), Vol. 2, Pt. 1, S. 456 6. September 16:30 Italien – Schweiz 1:1 (1:1)   8. September 09:00 Japan – Schweiz 5:1 (1:0)   10. September 15:00 Italien – Japan 2:1 (1:1)  

Platzierung 13–16 Platz Team Spiele Tore Punkte 1. Italien 3 3:2 3 2. Japan 3 6:3 2 3. Schweiz 3 2:1 1

Platzierung 9–12 Polen verzichtete und belegte Platz 12. Die Plätze 9–12 wurden in einer einfachen Runde ausgespielt.Offizieller IOC Report 1960 (PDF; 20,3 MB), Vol. 2, Pt. 1, S. 455 6. September 15:00 Frankreich – Belgien 1:0 (1:0)   8. September 10:30 Niederlande – Frankreich 2:0 (2:0)   10. September 10:00 Niederlande – Belgien 2:1 (0:0)  

Platzierung 9–12 Platz Team Spiele Tore Punkte 1. Niederlande 3 4:1 4 2. Frankreich 3 1:2 2 3. Belgien 3 1:3 0

Platzierung 5–8 Für die Platzierungen 5–8 wurden zunächst zwei Qualifizierungsspiele ausgetragen, anschließend spielten die Sieger um Platz 5 die Verlierer um Platz 7.

Das Spiel zwischen Australien und Kenia stand auch nach 40 Minuten Verlängerung unentschieden. Wegen der hereinbrechenden Dunkelheit bestimmten die Schiedsrichter durch Münzwurf Australien zum Sieger. Australien bestritt dann auch am nächsten Tag das Spiel um Platz 5. Doch Kenia legte erfolgreich Protest ein, es wurde ein zweites Qualifikationsspiel angesetzt und das Spiel um Platz 5 annulliert.Offizieller IOC Report 1960 (PDF; 20,3 MB), Vol. 2, Pt. 1, S. 453

Das Spiel um Platz 7 wurde nicht ausgetragen. Deutschland konnte aus "unvorhersehbaren Gründen", wie es im IOC-Bericht heißt, nicht antreten. Deutschland und Kenia wurden deshalb beide auf Platz 7 gesetzt.Offizieller IOC Report 1960 (PDF; 20,3 MB), Vol. 2, Pt. 1, S. 454 8. September 15:00 Deutschland – Neuseeland 0:1 (0:0)     16:30 Australien – Kenia 1:1 n. V. (1:1, 0:0)   10. September 16:30 Australien – Kenia 2:1 (0:0)   9. September 08:30 Australien – Neuseeland 2:1 (0:1) um Platz 5 – annulliert 11. September 09:00 Neuseeland – Australien 1:0 (0:0) um Platz 5 

Finale 7. September 10:00 Pakistan – Spanien 1:0 (1:0) Halbfinale   15:30 Indien – Großbritannien 1:0 (1:0) Halbfinale 9. September 10:00 Spanien – Großbritannien 2:1 (1:1) um Platz 3   15:30 Pakistan – Indien 1:0 (1:0) Endspiel

Rangliste Platz Team 1. Pakistan 2. Indien 3. Spanien 4. Großbritannien 5. Neuseeland 6. Australien 7. Kenia Deutschland 9. Niederlande 10. Frankreich 11. Belgien 12. Polen 13. Italien 14. Japan 15. Schweiz 16. Dänemark

Medaillengewinner Datei:Gold medal icon.svg Datei:Silver medal icon.svg Datei:Bronze medal icon.svg 4 Abdul HamidAnwar Ahmad KhanBashir AhmadMustaq AhmadMunir Ahmad DarNasir AhmadNoor AlamHabib Ali KiddieKhurshid AslamManzoor Hussain AtifAbdul RashidGhulam RasulMutih UllahAbdul Waheed Joseph AnticLeslie ClaudiusMohinder LalShankar LaxmanJohn PeterGovind SawantJaman Lal SharmaCharanjit SinghJaswant SinghJoginder SinghRaghbir Singh BholaPrithipal SinghUdham Singh Pedro Amat FontanalsFrancisco Caballer SoterasJosé Colomer RibasJuan Angel Calzado de CastroCarlos del Coso IglesiasEduardo DualdeJosé Antonio Dinares MassaguéJoaquín DualdeRafael Egusquiza BasterraPedro Murúa LeguizamomIgnacio Macaya Santos de LamadridLuis María UsozPedro Roig JunyentNarcís Ventalló Patrick AustenJohn BellHarry CahillDenys CarnillPeter CroftColin Henry DaleHoward DavisJohn HindleCharles JonesNeil LivingstoneStuart MayesDerek MillerJohn NeillChris Saunders-GriffithsFrederick ScottIan Taylor

Teams Deutschland, Schweiz Utz AichingerWilli BrendelChristian BüchtingHugo BudingerWerner DelmesWolfgang EndEberhard FerstlKlaus GreinertCarsten KellerPeter KranichDieter KrauseKlaus LauthAlfred LückerHelmut NonnNorbert SchulerGünther UllerichHerbert WintersKlaus Woeller Walther ArberJean GiubbiniJean GlarnerWerner HausmannKurt LocherGeorges MathysAlbert PiagetGilbert RecordonWerner SchmidHans StraubKurt von ArxRené WidmerHeinz WirzWalther WirzRoger ZanettiRoland Zaninetti

Weblinks Volker Kluge: Olympische Sommerspiele. Die Chronik II. London 1948 – Tokio 1964. Sportverlag Berlin, Berlin 1998, ISBN 3-328-00740-7. Offizieller IOC Report 1960, Vol. 2, Pt. 1 (PDF; 20,3 MB)

Quellen

Hockey #1960 Kategorie:Hockeywettbewerb in Italien Kategorie:Hockey 1960