Die Altstadt der Stadt Salzburg gliedert sich in zwei von der Salzach getrennte Teile. Die Rechte Altstadt, der nordöstliche Teil, ist jünger als die Linke Altstadt und entstand aus dem Brückenkopf am rechten Ufer der Salzach, dem heutigen Platzl. Zu dem alten Siedlungskern auf der rechten Salzachseite gehört die Linzer Gasse zum alten Linzertor, die Steingasse (außerhalb des Inneren Steintores auch Innerer Stein genannt) und der südlich anschließende Äußere Stein. Auch die Dreifaltigkeitsgasse, der Makartplatz sowie die Bergstraße und ihre Nebengassen zählen zur rechten Altstadt. Platzl–Linzer Gasse, Makartviertel–Bergstraße, Schloss Mirabell und von dort zur Salzach bilden den eigentlichen Stadtteil Rechte Altstadt. Das Gebiet liegt zu Füßen des Kapuzinerbergs, mit dem Bürglstein als Ausläufer.
Die Rechte Altstadt samt dem Inneren und Äußeren Stein mit Kapuzinerberg und Bürglstein gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe Historisches Zentrum der Stadt Salzburg (). mini|hochkant=1.6|Der Stadtteil Altstadt. Östlich der Salzach: Die Rechte Altstadt
Kirchengebäude Sebastianskirche
Die erste Kirche in der Linzer Gasse wurde von 1505 bis 1512 als gotische Kirche erbaut. Die Sebastianskirche ist heute ein spätbarocker Saalbau, der 1749–1753 entstand und vermutlich nach Plänen von Kassian Singer errichtet wurde. Geweiht wurde die Kirche 1754. Das Bauwerk besitzt einen leicht in die Linzer Gasse vorgezogenen Fassadenturm, der von einem Zwiebelhelm mit Laterne bekrönt ist. Die Portale im Turmerdgeschoß und im Altarraum wurden nach 1750 von Franz Anton Danreiter entworfen. Der Innenraum ist mit einem Tonnengewölbe versehen. Das große Deckenfresko und das alte Altarbild, beide von Paul Troger, gingen beim Stadtbrand 1818 verloren. Die Wiederherstellung der Kirche nach 1818 veränderte das Bild der Kirche. Der marmorne Hochaltar wurde umgearbeitet, und das Altarbild neu angefertigt. Die Bilder der Seitenaltäre stammen teilweise von Johann Michael Sattler, von Sebastian Stief oder Franz Streicher. Besonders eindrucksvoll ist das erhaltene Abschlussgitter der Kirche von Philipp Hinterseer (1752). Die an die Kirche angebaute ältere Kapelle, die dem Heiligen Philippus Neri geweiht ist, stammt aus dem Jahr 1684.
Dreifaltigkeitskirche
miniatur|hochkant|Dreifaltigkeitskirche
Die Dreifaltigkeitskirche ist der größte Kirchenbau aus fürsterzbischöflicher Zeit der inneren Rechtsstadt und befindet sich am oberen Ende des Makartplatzes. Die als Zentralbau gestaltete Kirche entstand 1694–1702 und ist das erste Bau von Johann Bernhard Fischer von Erlach in Salzburg. Als Vorbild dienten dabei römische Sakralbauten. Auffallend ist bei dieser Kirche bereits die dezente Verwendung der Schmuckelemente, die sich dem architektonischen Gesamtwerk unterordnen. Der Bau war nicht auf den Makartplatz gerichtet, sondern in eine damals schmale Seitenstraße zwischen der äußeren Bergstraße (heute Rainerstraße) und der Linzer Gasse. Das gegenüber der Kirche dort stehende fürsterzbischöfliche Leihhaus wurde erst 1907 abgerissen. Folglich schwingt der zentrale Kirchenbau in Schaffung eines kleinen leicht erhöhten Kirchenvorplatzes in der Straßenflucht nach innen. Die ursprünglich niedrigen Kirchtürme wurden für eine bessere Erkennbarkeit der Kirche hinter dem Leihhaus erst später erhöht (Glockengeschoße 1757, Turmhaubenaufsätze nach 1818), was aber Gesamtbild der Kirche nicht verbessern konnte. Der architektonische Mittelpunkt der weitläufigen Anlage mit den beiden großen Flügelbauten des Priesterseminars, die zusammen mit der zentralen Kirche eine einheitlich komponierte Fassade bilden, sollte vielmehr die mächtige zentrale Tambourkuppel der Kirche darstellen. Über dem äußeren Kirchportal stehen auf der Attika vor der Kuppel die Figuren der drei theologischen Tugenden und die Figur der Göttlichen Weisheit, die von Bernhard Michael Mandl geschaffen wurden. Das große Kuppelfresko im Inneren der Kirche gestaltete Johann Michael Rottmayr zwischen 1697 und 1700. Der Hochaltar ist nach Plänen von Fischer von Erlach gefertigt (1700 geschaffen, 1841 überarbeitet, 1947 in den ursprünglichen Zustand rückgeführt) und besitzt eine plastische Gruppe der Dreifaltigkeit mit zwei anbetenden Engeln. Das angeschlossene Priesterhaus ist um zwei symmetrische Höfe herum angeordnet. Im nördlichen Innenhof ist der von Josef Anton Pfaffinger geschaffene mittige Brunnen mit dem Heiligen Petrus (1741) erwähnenswert. Der mittige Brunnen im südlichen Kolleghof stammt von 1857.
Imbergkirche „der beiden heiligen Johannes auf dem Berge“
Die beiden heiligen Kirchenpatrone Johannes galten nach dem frühmittelalterlichen Investiturstreit als beliebte Symbole des beschaulichen und des tätigen christlichen Lebenswandels also des Einsiedlers und des christlichen Streiters. Die kleine Kirche unterhalb des Kapuzinerklosters ist ein kleiner und außen schlichter Bau. Er ist im Kern romanisch und erstmals 1319 erwähnt. Von 1594 bis 1599 war die Kirche als Klosterkirche der Kapuziner genutzt. 1681 wurde die Kirche unter Erzbischof Max Gandolf von Kuenburg barockisiert, durch Kapellen erweitert und bekam einen Zwiebelturm. Die Kirche war einst auch als Wallfahrtskirche und als Bruderschaftskirche von Bedeutung. Die in den letzten 15 Jahren vorgenommenen umfangreichen Restaurierungen der Kirche haben zu einer Wiederentdeckung der innen schmucken Kirche geführt. Diese Renovierungen sind vor allem dem Prälaten Dr. Johannes Neuhardt zu verdanken.
Evangelische Christuskirche
miniatur|links|180px|Evangelische Christuskirche
Diese evangelische Kirche wurde 1863–1867 von Jakob Götz errichtet, dem gleichen Architekten der (dort gemeinsam mit Laschenky) die katholische Kirche von Leopoldskron-Moos gestaltete. Diese zwei Kirchen verschiedener Konfession ähneln sich folgerichtig sehr. 370 Gefangene des österreichisch-preußischen Krieges mussten beim Kirchbau mitarbeiten. 1867 konnte die erste evangelische Kirche im Bundesland Salzburg feierlich eingeweiht werden. Der Kirchenbau am Elisabeth-Kai ist ein historisierender Backsteinbau mit vorgesetztem Fassadenturm über dem Haupteingang und mit Rundbogenfenstern sowie einem Eingangsportal im Stil der Romanik. Das Langhaus besitzt einen offenen geschwungen-hölzernen Dachstuhl mit schmuckvollen Kassettenelementen und darunter einer an drei Kirchenseiten umlaufenden hölzernen Empore. Die Glasfenster der Apsis sind von Albert Birkle gestaltet. Zu den Glocken „Glaube“, „Liebe“ und „Hoffnung“ gesellt sich nach 1945 eine „Flüchtlingsglocke“.
Sehenswerte historische Profanbauten Das Schloss Mirabell miniatur|hochkant|Engel beim Aufgang zum Trauungssaal, beliebtes Fotomotiv mit dem Brautpaar
Das Schloss Mirabell im Zentrum Salzburgs wurde 1606 von Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau als Landsitz für die Geliebte oder heimliche Ehefrau des Erzbischofs, Salome Alt errichtet und als Schloss Altenau bezeichnet. Markus Sittikus gab dem Schloss seinen heutigen Namen. 1818 durch ein Feuer stark beschädigt, wurde das Schloss danach nicht in seiner alten feingliedrigen Form aufgebaut, sondern im nüchternen klassizistischen Stil, der mächtige Turm in der Mitte der Ostfassade wurde abgetragen. Seit 1947 sind hier die Amtssitze des Bürgermeisters und seiner Stellvertreter und einige Magistratsabteilungen untergebracht. Sehenswert sind die Georg Raphael Donner Stiege, der Marmorsaal, und die Schlosskapelle. Zur historischen Gartenanlage des Schlosses gehören (neben Teilen, die heute verbaut sind – etwa durch die Universität Mozarteum) das große Gartenparterre, das Heckentheater, die Wasserbastei und der ursprüngliche Zwergerlgarten.
Lodronscher Primogeniturpalast (Altes Borromäum)
Das monumentale Gebäude gegenüber dem Priesterhaus wurde ursprünglich als Palast der Lodronschen Primogenitur 1631 für die Familie des Fürsterzbischofs erbaut. Im 19. Jahrhundert wurde hier die Borromäuskirche erbaut und das Borromäum in dem ehemaligen Palast untergebracht, eine katholische Privatschule, die zuerst vor allem für Priesterkandidaten diente und später allgemeines Gymnasium wurde. Diese Bildungsanstalt hat heute in Parsch eine neue Heimat gefunden. 1971/72 wurden das ehemalige Palastgebäude und die Borromäuskirche abgetragen, um der Hochschule Platz zu machen. Nur die Außenwände des Palastes blieben dabei erhalten. Die zwei Portale tragen jeweils ein Wappen Paris Lodrons.
Im Faistauersaal der Universität befindet sich heute ein sehenswertes Fresko von Anton Faistauer mit der Darstellung der Heimkehr Dianas von der Jagd, ein Fresko, das aus dem abgetragenen Lederer-Schlössl in Wien stammt und hierher übertragen wurde.
Im Oktober 1998 gab es die Schließung des Gebäudes (Verdacht auf erhöhte Schadstoffbelastung – diese sind nicht nachweisbar – Gebäude war sehr dicht verbaut – sick building syndrom), 2002 einen Wettbewerb (nur mehr „Musik“ im Gebäude untergebracht), wobei Architekt Robert Rechnenauer (München) als Sieger des Wettbewerbes hervorging. Vom Juni 2004 bis August 2006 erfolgte der Umbau und am 10. Dezember 2006 die Eröffnung als Neues Mozarteum.
Reste alter Wehranlagen siehe auch Beitrag Befestigungen der Stadt Salzburg
Der Großteil der historischen Wehranlagen der Stadt sind nicht erhalten. Der alte Ring von Basteien mit dem Bollwerk Vital, dem Bollwerk St. Virgil (heute Kurgarten), dem Bollwerk St. Heinrich und als Halbbastei dem Bollwerk St. Sebastian wurde geschleift und nur im Straßenring zwischen Franz-Josefstraße und der Auerspergstraße noch zu erahnen. Aus der Zeit der 1. Befestigung der Stadt (um 1280) stammen: Ein Stadtmauernrest in einem Hof der Lederergasse (Lederergasse 1 und 3) der gut erhaltene Wehrmauerteil westlich der Franziskuspforte mit erhaltenen Zinnen (Linzer Gasse 14)
Aus der Zeit der 2. Stadtbefestigung (etwa 1470–1490) stammen: Reste der Wehrmauer (Stadtmauer) in der Paris-Lodronstraße als straßenseitige Begrenzungsmauer beim Loretokloster
Aus der Zeit der 3. Stadtbefestigung (1621–1646, Zeit des Dreißigjährigen Krieges) stammen: Wehrmauernzug auf dem Kapuzinerberg mit der großteils erhaltenen 2 km langen Wehrmauer (kleine Teile davon gehen auf die Zeit der 2. Befestigung zurück) Die Felixpforte auf dem Kapuzinerberg Das Franziskischlössl auf dem Kapuzinerberg Das Innere Steintor
Die Wasserbastei im Mirabellgarten und die das Heckentheater westlich begrenzende Wehrmauer, die sich – in der Basis ebenfalls stark eingeschüttet – hinter dem Mozarteum (Stiftungsgebäude und Großer Saal) fortsetzt.
Bemerkenswerte historische Gassen und Plätze Linzer Gasse
Die Linzer Gasse war in fürsterzbischöflicher Zeit die alte Hauptstraße der rechtsufrigen Stadt Salzburg und Ausfallstraße nach Osten gegen (Nieder-)Gnigl, wo sich der historische Fahrweg gabelt und einerseits nach Graz (Grazer Reichsstraße, Teil der „Eisenstraße“) und anderseits nach Linz bzw. Österreich (Linzer Reichsstraße) führte. Erste Funde in dieser Straße stammen bereits aus der Römerzeit. Sie besitzt heute einen geschlossenen Bestand mittelalterlicher Häuser und von Häusern des 16. Jahrhunderts, die im Süden vielfach direkt an den Fels des Kapuzinerberges anschließen. Das dortige Sebastians-Bruderhaus wurde 1496 gestiftet und vermutlich 1532 errichtet. Nach schweren Bombenschäden wurde es 1951 wiederaufgebaut. Der Bruderhof war neben dem Bürgerspital und später dem Johanns-Spital die wichtigste soziale Stiftung der Stadt, die der Armenfürsorge und der Krankenpflege diente. Ab dem späteren 19. Jahrhundert diente sie als Sitz der Freiwilligen Feuerwehr und deren Rettungsabteilung und danach der Berufsfeuerwehr.mini|250px|rechts|Die Rechte Altstadt und die Neustadt im Winter. Im Hintergrund Kapuzinerberg mit Kloster
Daneben stand einst das Baderhaus, das im Kern aus dem 16. Jahrhundert stammt. In dem Haus wirkte auch Paracelsus. Auf der anderen Seite des Bruderhauses arbeitete im 19. Jahrhundert bis 1919 die Glockengießerei Oberascher, die zuvor seit 1724 nächstgelegen in der Glockengasse ihre Betriebsstätte besaß.