Langenaubach ist ein Ortsteil der Stadt Haiger im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geographie Geographische Lage Langenaubach liegt in den nordöstlichen Ausläufern des Westerwalds an der Nahtstelle zum nördlich angrenzenden Rothaargebirge am Aubach, der für die Namensgebung der Ortschaft hauptverantwortlich ist. Langenaubach grenzt an die folgenden Gemarkungen: Flammersbach im Norden, Oberdresselndorf im Nordwesten, Niederdresselndorf im Nordwesten, Rabenscheid im Südwesten, Breitscheid im Süden, Medenbach im Südosten, Donsbach im Osten sowie Haiger im Nordosten. Östlich des Dorfes befindet sich die ehemalige Eisenerzgrube „Constanze“. Langenaubach liegt am Rothaarsteig. Teile der Gemarkung stehen aufgrund der seltenen Pflanzen, Fossilien und Bodenfunde unter Naturschutz.

Straßen Der Ort liegt rund drei Kilometer südwestlich von Haiger an der L3044 nach Rabenscheid. Die Kreisstraße 41 zweigt aus der Dorfmitte gen Süden ab nach Breitscheid. Ein asphaltierter Wirtschaftsweg verbindet Langenaubach mit Donsbach.

Wanderwege Der Weitwanderweg Rothaarsteig, der durch die waldreiche Mittelgebirgslandschaft bis nach Brilon in Nordrhein-Westfalen führt, streift die Gemarkung an seiner Südseite. Die Blockhütte oberhalb des Ortes ist ein an Wochenenden gerne angelaufener Rastpunkt.

Gewässer Es gibt mehrere Bachläufe und eher kleine, stehende Gewässer im Gemarkungsgebiet.

Seen Bombenkrater (wassergefüllt) in der Nähe der Blockhütte Absetzbecken der Tongrube „Iphigenie“ (rechte Talseite, Goerg & Schneider GmbH) Basaltsteinbruch „Am Hohenbühl“ (Naturdenkmal unweit des Waldweges südlich des Aubachs gen Rabenscheid) „Haupts Bruch“ (wassergefüllt) (Basaltsteinbruch im südlich des Ortes gelegenen Waldgebiet; In den großen Raupern, Flur 15, Stück 307) (diverse) Fischweiher oberhalb des Ortes gen Rabenscheid (diverse) Fischweiher unterhalb des Mühlgrabens zwischen alter Mühle und Backes

Bäche

Geschichte Siedlungsplätze In der Gemarkung sind Siedlungsplätze aus der Zeit um 4500 v. Chr. nachgewiesen. In den Raupern, am Grauborn, am Rechelsborn und am Gewenn finden sich teilweise noch heute Reste dieser Ansiedlungen.

Weitere alte Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung sind: Haus Marianne Im Rombach Kalkhecke Mühle Wildweiberhäuschen

Geschichtliche Eckpunkte Langenaubach, bzw. ein Aubacher Bürger, wurde am 17. Januar 1281 erstmals urkundlich erwähnt. In einer Streitsache zwischen dem Deutschen Orden und den Rittern von Haiger im Jahr 1281 wurde 'Hartmannus von Ubach' für eine kurze Zeit im Marburger Land gefangen gehalten. Der Ort trug damals, wie der den Ort durchfließende Bach, den Namen Ubach. Später wurde es zur besseren Unterscheidung vom ebenfalls Ubach genannten Waldaubach in Langenaubach umbenannt. Es ist belegt, dass Ubach noch um das Jahr 1500 als Ortsname verwendet wurde. Aufgrund des Namens ist zu vermuten, dass der Ort bereits in der Zeit vor 500 nach Christus entstanden sein könnte.

Langenaubach besaß bereits am 30. April 1452 eine Kapelle mit Nassau-Dillenburgischem Patronat.Präsentation des Ortwin Issfeid aus Herborn zum Pfarrer in Langenaubach, Urkunde im hessischen Staatsarchiv. Langenaubach verfügte um 1495 über eine eigene Mühle.Urkunde im hessischen Staatsarchiv. Im Jahr 1590 gehörte Langenaubach zum Kirchspiel Haiger.

Die Einführung der Reformation in der Grafschaft Nassau-Dillenburg ab 1533 führte auch zu einem Bekenntniswechsel im Dorf. Um 1575 gab es einen weiteren Wechsel zum reformierten Bekenntnis.

Im Jahr 1718 brannte der Ort erstmals nieder.

Das ehemalige Gemeindeamt bildet zusammen mit der heutigen Kapelle aus dem Jahr 1749 den alten Ortskern. Dieses Gebäude hat zusammen mit einigen wenigen anderen (Mühle, Dellner-Dreisbachs-Haus) den zweiten Dorfbrand überstanden. Die Glocke der Kapelle ist sehr viel älter als die Kapelle selbst. Sie zeigt die Jahreszahl 1400 und stellt damit wohl die älteste Glocke im ehemaligen Dillkreis mit einer exakten Angabe einer Jahreszahl dar.

Am 24. Juni 1813 ereignete sich der zweite große Dorfbrand, dem 57 Häuser, 56 Scheunen und 30 Ställe und Schuppen zum Opfer fielen. Allerdings verlor kein einziger Bewohner sein Leben. Der entstandene Schaden wurde auf 28950 Gulden beziffert. Der Wiederaufbau des bereits damals langgestreckten Ortes fand als Straßendorf, in der heutigen Form, statt. In der Nacht vom 8. auf den 9. Juli 1832 ereignete sich ein weiterer größerer Brand.Akte im hessischen Staatsarchiv

1908 kam die Elektrizität in das Dorf. Strom lieferte eine Mühle, welcher den Bewohnern das Leben erleichterte. Der Nachbarort Flammersbach hingegen musste noch viele Jahre auf elektrisches Licht warten. Die selbständige Gemeinde Langenaubach war lange Jahre durch den Abbau der Bodenschätze und die Erträge der Forstwirtschaft so wohlhabend, dass keine Gemeindesteuern erhoben wurden.

Früher hatte der Ort einen Bahnhof (Bahnhof Rabenscheid) an der 1926 eröffneten Bahnstrecke Haiger–Breitscheid. Die Strecke wurde 1997 geschlossen. Nach 2010 wurden Gleise und Schotter abgebaut sowie verschiedene Unterführungen abgerissen.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Langenaubach zusammen mit anderen Gemeinden am 1. Januar 1977 kraft Landesgesetz in die Stadt Haiger eingemeindet. Ein Ortsbezirk nach der Hessischen Gemeindeordnung wurde für Langenaubach nicht errichtet.

Schule Es gibt eine im Jahr 1819 begonnene Schulchronik, welche ausführlich über die Langenaubacher Schule berichtet. Seit 1660 werden darin Lehrer in Langenaubach explizit mit Namen genannt. So unterrichtete der erste Lehrer Johann Reiffenberger mehr als fünfzig Jahre mehrere Generationen der Dorfbewohner. Auch zuvor schon waren Hilfsgeistliche oder begabte Bauern als Lehrer tätig. In den verschiedenen Häusern wurde Unterricht gehalten. Die Entlohnung fand i. d. R. durch Naturalien statt. 1817 wurde das erste Schulhauses gebaut. Es bestand aus einem einzigen Unterrichtsraum und einer einzimmerigen Wohnung für den Lehrer. Seit diesem Zeitpunkt sind Lehrer im Dorf ‚fest bestallt‘. Bezeichnet wurden sie als ‚Schulvikare‘ bzw. Schulgehilfen. Nach einem Anwachsen der Bevölkerung und damit auch der Schülerzahl wurden sie zu vollwertigen Lehrern des Ortes. Am 16. November 1911 wurde die Einweihung der neuen Volksschule in Langenaubach gefeiert. Notwendig wurde Anfang des 19. Jhr. aufgrund der Schülerzahl von fast 60 ein Schulneubau. Zeitweilig musste im Rathaus eine Klasse unterrichtet werden. Seit 1973 werden in einem neuen Grundschulgebäude Schüler aus dem benachbarten Flammersbach und Langenaubach gemeinsam unterrichtet.

Post Viele Jahre lang wurden im Langenaubacher Postgebäude, der unter Denkmalschutz stehenden Alten Schule, alle postdienstlichen Aufgaben für den Ort, und zwischenzeitlich auch für das benachbarte Flammersbach, erledigt. Die Rente für beide Orte wurde hier ausgezahlt. Darüber hinaus unterrichtete ein Aushängekasten die Bewohner über amtliche Bekanntmachungen sowie das zu erwartende Wetter. Außer dem Rathaus verfügte nur die Post über eine Telefonverbindung, daher wurden von hier viele persönliche Nachrichten weitergegeben und angenommen. Posthalter Louis Becker besaß lange Zeit das einzige Fahrrad im Ort. Es kam wiederholt vor, dass er nach Haiger fahren musste, um Medikamente zu besorgen oder dort anderweitig wichtige Dinge für die Dorfbewohner zu erledigen.

Mühlen Der Aubach trieb in vergangener Zeit mindestens neun Mahlmühlen an. Davon waren 1961 noch zwei in Betrieb. 1972 stellte „Röders Mühle“ als „letzte ihrer Art“ die Arbeit endgültig ein.

Gruben und Steinbrüche Der geologisch besonderen Lage Langenaubachs ist die Vielzahl an Bodenschätzen und unterschiedlichen Gesteinen zu verdanken. Um 1600 bereits gab es Kalkbrenner in Langenaubach. In simplen Öfen wurde Mörtelkalk für die Grundmauern von Häusern gebrannt, aber auch für Befestigungen, z. B. das Dillenburger Schloss. Kalk wurde auch nach Haiger in eine Brennerei geliefert. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts existierten in der Langenaubacher Gemarkung mehrere Kalksteinbrüche: in ‚Innersch Loch‘, im ‚Aljerschhaa‘, im ‚Rommuch‘, im ‚Schleißberg‘, vor dem ‚Hirzeberg‘ und in der ‚Kalkhecke‘.

Diverse Basaltsteinbrüche (z. B. „Haupts Bruch“, ein Basaltsteinbruch unweit des Rabenscheider Tunnels der damaligen Fa. Wilhelm Haupt + Söhne und der Basaltsteinbruch „Am Hohenbühl“) lieferten Rohmaterial für Pflastersteine.

Die Gruben Marianne, Trieschberg und der Hasenstollen (knapp auf Rabenscheider Gemarkung) lieferten Braunkohle. Gen Haiger unweit des Lembach lag die Grube Gesegnete Hoffnung, in welcher Kupfer gefördert wurde. Gen Donsbach im oberen Selmbachtal befand sich die mit ihr durchschlägige Grube Alte Hoffnung, in welcher ebenso Kupfer gefördert wurde. Neben Basalt, Kalkstein, Rotschiefer, Schwarzschiefer und Ton wurde in der Langenaubacher Gemarkung auch Eisenerz abgebaut. Von 1836 bis 1963 lieferte die Grube Constanze Fluß- oder Roteisenstein. Heute ist die Grube als wichtigster Wasserlieferant erster Güte in die Wasserversorgung der Stadt Haiger eingebunden.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Langenaubach angehört(e):

vor 1739: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft/Fürstentum Nassau-Dillenburg, Amt Dillenburg mit Gericht Haiger ab 1739: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Diez, Amt Dillenburg mit Gericht Haiger 1806–1813: Großherzogtum Berg, Département Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Dillenburg 1813–1815: Fürstentum Nassau-Oranien, Amt Dillenburg mit Gericht Haiger ab 1816: Herzogtum NassauDas Herzogtum Nassau war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als Vorläufer des Deutschen Reichs., Amt Dillenburg ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HerbornAbtrennung der Justiz (Justizamt Dillenburg) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Dillenburg ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, DillkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Dillenburg) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Dillkreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Stadt HaigerAm 1. Januar 1977 wurde Langenaubach als Stadtteil in die Stadt Haiger eingegliedert. ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Haiger

Bevölkerung Einwohnerentwicklung

Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Langenaubach 1818 Einwohner. Darunter waren 51 (2,8 %) Ausländer.