Die 11. Infanterie-Division (11. ID) war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht.

Divisionsgeschichte

Aufstellung Die 11. Infanterie-Division wurde im Oktober 1934 unter der Tarnbezeichnung Infanterieführer I im Rahmen der Aufrüstung der Wehrmacht auf zunächst 21 Infanterie-Divisionen aus Teilen der 1. Division der Reichswehr aufgestellt. Nach der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht im März 1935 und der Enttarnung der Verbände bildete sie mit der 1. und 21. Infanterie-Division das I. Armeekorps im Wehrkreis I (Königsberg). Die Division war in Ostpreußen in den Garnisonen Allenstein, Ortelsburg, Bischofsburg, Sensburg und Heilsberg stationiert. Nachdem im dünn besiedelten Ostpreußen und Ermland nicht genug Personal zur Verfügung stand, wurde der Verband vor allem durch Rekruten aus dem Rheinland und Westfalen verstärkt.

Polenfeldzug Für den Angriffskrieg gegen Polen rückte die 11. ID in den Raum Neidenburg-Soldau. Am 1. September 1939 um 4.45 Uhr überschritt sie südostwärts Neidenburg die Grenze. Bereits am 3. September 1939 gelang der Durchbruch durch die polnischen Verteidigungslinien Richtung Mlawa. In den folgenden Tagen stieß die 11. ID bis südlich Warschau vor.

Bis Anfang November 1939 blieb die Division zur Sicherung im besetzten polnischen Gebiet und verlegte dann zur Umgruppierung und weiteren Ausbildung in den Raum Remscheid.

Westfeldzug Bei Beginn des Westfeldzugs am 10. Mai 1940 wurde die Division als Heeresgruppenreserve nach Maastricht befohlen, stieß dann durch Holland, Belgien und Nordfrankreich über Lille bis südlich der Somme vor, um von dort aus die entlang der Loire ausweichenden französischen Truppen bis nach Südwestfrankreich zu verfolgen. Anschließend übernahm die Division Sicherungsaufgaben an der Atlantikküste.

Am 3. März 1941 verlegte die Division erneut nach Ostpreußen.

Unternehmen Barbarossa Ab dem 22. Juni 1941 nahm der Verband am Angriff auf die Sowjetunion unter der Heeresgruppe Nord teil. Nach der Einnahme von Schaulen und Riga erzwang die Division den Übergang über die Düna und erreichte schließlich über die alte russische Grenze vorstoßend Ende September Nowgorod am Ilmensee. Die Division ging nördlich Tschudowo zur Verteidigung über und nahm anschließend am Angriff längs des Wolchow teil. Ende Dezember 1941 wurde die Division in den Raum zwischen Wolchow und Kusinka zurückgenommen.

1942 Im Sommer 1942 nahm sie an der Verteidigungsschlacht um den Brückenkopf Kirischi und an zahlreichen Verteidigungsgefechten südlich des Ladoga-Sees teil.

1943 Während des Jahres 1943 gehörte die Division zu den Verbänden, die an der Leningrader Blockade beteiligt waren.

1944 Im Januar 1944 folgte die Division der allgemeinen Rückzugsbewegung auf Narwa. Ab 18. September wurde Estland geräumt und die Division nach Kurland verlegt, wo sie an der 1.–6. Kurlandschlacht teilnahm.

Kriegsende Am 7. Mai 1945 konnten noch zwei Drittel der Division im Hafen von Libau nach Westen verschifft werden. Die Reste der Division, im Wesentlichen das GR 23 und AR 11, kapitulierten am 8. Mai 1945 und zogen in sowjetische Gefangenschaft.

Unterstellung und Einsatz Zeitraum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort September 1939 I 3. Armee Nord Ostpreußen, Polen Dezember 1939 Reserve B Niederrhein Januar 1940 6. Armee Niederrhein, Belgien, Lille Juni 1940 I 4. Armee Somme, Loire Juli 1940 7. Armee Atlantikküste September 1940 Reserve November 1940 XXXI D März 1941 Reserve 18. Armee B Ostpreußen April 1941 I Mai 1941 C Juni 1941 Nord Ostpreußen – Wolchow September 1941 16. Armee Wolchow – Ladoga Dezember 1941 18. Armee Mai 1942 XXVIII Februar 1943 XXVI Oktober 1943 LIV Leningrad Februar 1944 L Pskow März 1944 XXVI Armeeabteilung Narwa Narwa Juni 1944 XXXXIII Juli 1944 III. SS Narwa, Pernau, Riga Oktober 1944 I 18. Armee Kurland Dezember 1944 X Januar 1945 I Februar 1945 II Kurland März 1945 L

Kommandeure + Divisionskommandeure der 11. ID: Dienstgrad Name Datum Generalleutnant Günther von Niebelschütz 1. Oktober 1934 Generalleutnant Max Bock 1. April 1937 Generalleutnant Herbert von Böckmann 23. Oktober 1939 Generalleutnant Siegfried Thomaschki 28. Januar 1942 Generalleutnant Karl Burdach 7. September 1943 Generalleutnant Hellmuth Reymann 1. April 1944 Generalleutnant Gerhard Feyerabend 18. November 1944

Gliederung Grenadier-Regiment 2 Grenadier-Regiment 23 Grenadier-Regiment 44 Artillerie-Regiment 11 Divisionseinheiten 11 Infanterie-Regiment 23 siehe auch: Gliederung einer Infanterie-Division der Wehrmacht

Bekannte Divisionsangehörige Wolfgang Gerhardt (1925–2011), war von 1982 bis 1985, als Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr, Chef des Stabes und Deutscher Dienstältester Offizier im Hauptquartier der Alliierten Landstreitkräfte Schleswig-Holstein und Jütland der NATO Kurt Hähling (1897–1983), war von 1953 bis 1963 für die NDPD Abgeordneter des Bezirkstages Dresden und stellvertretender Vorsitzender seiner Partei

Literatur Werner Buxa: Weg und Schicksal der 11. Infanterie Division. Kameradenkreis der Angehörigen der ehem. 11. Inf. Division. Edition Dörfler im Nebel-Verlag, Eggolsheim 2004, ISBN 3-89555-183-X.

Georg Tessin: Deutsche Verbände und Truppen 1918–1939.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Division der 1. Aufstellungswelle Kategorie:Gegründet 1935 Kategorie:Aufgelöst 1945 Kategorie:Organisation (Olsztyn) Infanteriedivision 011