mini|Das im Tagebau Seese-West überbaggerte Schloss Seese, früher Sitz von Wilhelm Friedrich Rochus Graf zu Lynar

Die Liste der abgebrochenen Orte im Lausitzer Kohlerevier erfasst im Lausitzer Braunkohlerevier und Oberlausitzer Bergbaurevier sowohl teilweise als auch vollständig devastierte Orte, Ortsteile und Kolonien in der Ober- und Niederlausitz.

Der Abbruch der Orte begann 1924 mit Neu-Laubusch, einem Ausbau des später ebenfalls devastierten Ortes Laubusch, für den Tagebau Erika durch die Ilse Bergbau AG. Viele der Orte lagen im ursprünglichen sorbischen Kernsiedlungsgebiet.

Im Lausitzer Revier wurden so bisher über 80 Orte und Gemeindeteile entweder durch Braunkohletagebaue oder durch Kühlwasserreservoirs für Kraftwerke abgebrochen und über 30 teilweise devastiert. Nach Plänen des LEAG-Vorgängers Vattenfall sollten zusätzlich zu den in der Liste genannten Orten bis 2042 noch Atterwasch, Grabko und Kerkwitz durch den Tagebau Jänschwalde, Rohne, Mühlrose und Mulkwitz durch den Tagebau Nochten und Proschim durch den Tagebau Welzow-Süd überbaggert werden. Am 30. März 2017 gab die LEAG jedoch bekannt, auf die Erweiterung von Jänschwalde und Nochten zu verzichten, sodass zumindest Atterwasch, Grabko, Kerkwitz, Rohne und Mulkwitz erhalten bleiben. Auf die Umsiedlung der vom Tagebau, dem Tagebauvorfeld sowie der bereits renaturierten Bergbaufolgelandschaft umgebenen Ortschaft Mühlrose wurde vom Großteil der Einwohner bestanden. Der erschlossene Umsiedlungsstandort in Schleife für das neue Mühlrose wurde im Beisein der Mühlroser Einwohner im Sommer 2020 von der LEAG übergeben; der alte Ort bis Herbst 2025 abgerissen. Im Januar 2021 gab die LEAG ein überarbeitetes Revierkonzept heraus, das die Umsiedlung von Proschim nicht mehr vorsieht.

Tagebaue mini|Ortseingang von Lakoma im Jahr 2007 mini|IBA-Terrassen am ehemaligen Tagebau Meuro, dem entstehenden Großräschener See mini|Sornoer Kanal Folgende Großtagebaue, durch deren Betrieb Orte abgebrochen wurden, wurden aufgeschlossen und werden teils noch heute betrieben: Tagebau Bärwalde (1971–1993), östlich von Hoyerswerda Tagebau Cottbus-Nord (1974–2015), östlich von Cottbus Tagebau Gräbendorf (1979–1992), westlich von Drebkau Tagebau Greifenhain (1935–1994), westlich von Drebkau Tagebau Jänschwalde (1971–2024), zwischen Forst und Cottbus Tagebau Kleinleipisch (1946–1980), südöstlich von Finsterwalde Tagebau Klettwitz (1937–1991), zwischen Finsterwalde und Senftenberg Tagebau Klettwitz-Nord (1983–1992), südöstlich von Finsterwalde Tagebau Laubusch/Grube Erika (1914–1962), nordwestlich von Hoyerswerda Tagebau Meuro (1956–1999), nördlich von Senftenberg Tagebau Koschen (1979–1992), östlich von Senftenberg Tagebau Nochten (seit 1968), westlich von Weißwasser Tagebau Reichwalde (seit 1980), südlich von Weißwasser Tagebau Scheibe (1985–1996), östlich von Hoyerswerda Tagebau Scado (1939–1977), südwestlich von Senftenberg Tagebau Schlabendorf-Süd (1972–1992), südlich von Lübbenau Tagebau Schlabendorf-Nord (1956–1976), südlich von Lübbenau Tagebau Sedlitz (1921–1980), nördlich von Senftenberg Tagebau Seese-Ost (1979–1993), südlich von Lübbenau Tagebau Seese-West (1960–1978), südlich von Lübbenau Tagebau Welzow-Süd (seit 1958), westlich von Spremberg Tagebau Werminghoff I (1914–1944), östlich von Hoyerswerda Tagebau Werminghoff II/Tagebau Glückauf II (1934–1960), östlich von Hoyerswerda Tagebau Werminghoff III/Tagebau Glückauf III, seit 1968 Tagebau Lohsa (1944–1980), östlich von Hoyerswerda

Nach der Auskohlung wurden die Tagebaue verfüllt beziehungsweise werden durch Flutung in Seen umgewandelt. Der Großteil dieser Seen, von denen einige durch Kanäle miteinander verbunden werden, bildet das entstehende Lausitzer Seenland. Die Seen und Kanäle sind häufig nach devastierten Orten benannt, so zum Beispiel Partwitzer See und Sornoer Kanal. In der Gegend um Nochten wurde ein Findlingspark auf dem rekultivierten Gebiet angelegt.

Hinweise zu den Angaben in den Tabellen mini|Abriss in Horno, einem der vorerst letzten abgebrochenen Orte In der Spalte Name ist der Ortsname des abgebaggerten Ortes aufgeführt, in der Spalte sorbisch der sorbische Ortsname. Sollte kein sorbischer Ortsname existieren, ist ein – gesetzt. Da die geographischen Koordinaten der devastierten Orte schwer zu ermitteln sind, ist in der Spalte Lage die nächstgelegene Stadt und in Bezug dazu die Himmelsrichtung angegeben. In der Spalte Jahr ist das Jahr des Abbruchs, in der Spalte Umsiedler die Anzahl der registrierten Umsiedler, in der Spalte Tagebau der Tagebau beziehungsweise das Speicherbecken, durch den der Abbruch erfolgte, genannt. Diese Spalten sind sortierbar.

Die Spalte Bemerkungen ist nicht sortierbar, hier sind unter anderem Eingemeindungen oder kurze Informationen zum Ort aufgeführt.

Die Anzahl der registrierten Umsiedler täuscht darüber hinweg, dass bereits mit Bekanntwerden des geplanten Abbruchs viele Einwohner umsiedelten und nicht erfasst sind.

Devastierte Orte