mini|hochkant|Jeanine Meerapfel (1981) rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|Unterschrift Jeanine Meerapfel deutsch-argentinische Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Filmdozentin Jeanine Meerapfel (geboren am 14. Juni 1943 in Buenos Aires, Argentinien) ist eine deutsch-argentinische Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Filmdozentin. Von 2015 bis Mai 2024 war sie Präsidentin der Berliner Akademie der Künste.Akademie der Künste Pressemitteilung vom 25. Mai 2024: Manos Tsangaris neuer Präsident der Akademie der Künste Anh-Linh Ngo neuer Vizepräsident, abgerufen am 27. Mai 2024.

Werdegang Jeanine Meerapfel wuchs in Argentinien als Tochter jüdischer Emigranten aus Deutschland auf. Von 1961 bis 1964 besuchte sie die Journalistenschule in Buenos Aires und arbeitete als Redakteurin und freie Journalistin. Gleichzeitig studierte sie Drehbuch bei Simón Feldman. 1964 kam sie nach Deutschland und studierte mit einem Stipendium des DAAD von 1964 bis 1968 am Institut für Filmgestaltung der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Ulm, u. a. bei Alexander Kluge. Ihr Studium schloss sie 1969 mit einem Diplom der HfG ab. Ihre theoretische Abschlussarbeit trug den Titel Der weiße Planet bekennt Farbe (Drehbuch für einen Spielfilm), der praktische Teil bestand aus dem Dokumentarfilm Regionalzeitung II. Teil.

Von 1970 bis 1980 arbeitete Meerapfel als Filmkritikerin und führte Filmseminare in Ulm und an verschiedenen Goethe-Instituten durch.Biografie von Jeanine Meerapfel beim Deutschen Filmhaus 1981 hatte sie ihr Spielfilm-Debüt mit Malou, dem bis 2012 elf Filme folgten. In Meerapfels Film La Amiga – Die Freundin (1988) spielt Liv Ullmann eine Mutter, deren Sohn während der argentinischen Militärdiktatur verschwunden ist und die für die Menschenrechte kämpft; der Film entstand unter schwierigen Bedingungen.

1984 war sie Mitglied der Jury der Berliner Filmfestspiele. 1990 erhielt Meerapfel eine Professur (mit dem Schwerpunkt Regie von Dokumentar- und Spielfilmen) an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Sie ist seit 1998 Mitglied der Berliner Akademie der Künste und wurde am 30. Mai 2015 als Nachfolgerin von Klaus Staeck zu deren Präsidentin gewählt.

Jeanine Meerapfels Filmarchiv befindet sich seit 2002 in der Berliner Akademie der Künste.

2011 drehte sie in Frankfurt am Main u. a. den Spielfilm Der deutsche Freund, eine deutsch-argentinische Koproduktion, die Ende 2012 ins Kino kam.Süddeutsche Zeitung: Gefangen im Theater der Geschichte, Artikel vom 6. November 2012; abgerufen am 1. Dezember 2013.

Auch zu filmpolitischen Fragen spricht Jeanine Meerapfel öffentlich, so etwa in der linken Tageszeitung junge Welt zum Festival des Neuen Lateinamerikanischen Films in Havanna.„Die Filme werden wie sonst nirgends gefeiert“. In: junge Welt, 18. Dezember 2019, S. 3.

Filme (Auswahl) mini|250px|Jeanine Meerapfel auf dem Internationalen Filmfestival in Montreal, zusammen mit Ricardo Darín und José Miguel Onaindia (2001) 1966: Abstand (Kurzfilm) 1969: Zwickel auf Bizyckel (Kollektivfilm 1969; fertiggestellt 1997) 1981: Im Land meiner Eltern (Dokumentarfilm) 1981: Malou (2019 digital restaurierte Fassung) 1984: Solange es Europa noch gibt – Fragen an den Frieden 1985: Die Kümmeltürkin geht 1987: Die Verliebten 1988: La Amiga – Die Freundin (La amiga) 1989: 13 Minuten vor zwölf in Lima (TV) 1989: Desembarcos 1990: Im Glanze dieses Glückes (Kollektivfilm) 1994 Amigomío 2001: Annas Sommer 2012: Der deutsche Freund (El amigo alemán) 2014: Confusion/Diffusion 2020: Moving Sands/Topos 2021: Eine Frau

Auszeichnungen (Auswahl) 1981: FIPRESCI-Preis in Cannes für Malou 1981: „Best New Director“ beim Filmfestival San Sebastián für Malou 1985 Deutscher Kritikerpreis in der Kategorie Film für Die Kümmeltürkin geht 1985: Interfilm Award der Berlinale für Die Kümmeltürkin geht 1989: Nominierung zum Deutschen Filmpreis in der Kategorie Bester programmfüllender Spielfilm für La Amiga – Die Freundin 2012: Fünf Nominierungen für den argentinischen Filmpreis Cóndor de Plata für Der deutsche Freund 2020: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse 2022: DOK.fest München, Nominierung für den VIKTOR DOK.international für Eine Frau

Literatur Peer Moritz: Jeanine Meerapfel – Filmmacherin. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 14, 1989. Torsten Musial: Erinnerung und Identität. Die Filmemacherin Jeanine Meerapfel. In: Wolfgang Trautwein, Julia Bernhard (Hrsg.): Aufbrüche in die Moderne. Das Archiv der Akademie der Künste. Akademie der Künste, Berlin 2013, ISBN 978-3-88331-202-6, S. 176–180. Chryssoula Kambas: Jeanine Meerapfel. Ein unverwechselbarer Beitrag zum Neuen Deutschen Film. In: Weimarer Beiträge, 69. Jg., 2023, Heft 1, S. 134–141. Lea Wohl von Haselberg (Hg.): Jeanine Meerapfel. Film-Konzepte 76, edition text+kritik 2025, ISBN 978-3-689-30041-8.

Weblinks

Website von Jeanine Meerapfel Jeanine-Meerapfel-Archiv im Archiv der Akademie der Künste, Berlin Deutschlandfunk Zwischentöne. Musik und Fragen zur Person vom 14. Oktober 2018

Einzelnachweise

Kategorie:Journalist (Deutschland) Kategorie:Filmkritiker Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Hochschullehrer (KHM Köln) Kategorie:Mitglied der Akademie der Künste (Berlin) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Absolvent der Hochschule für Gestaltung Ulm Kategorie:Deutscher Kategorie:Argentinier Kategorie:Geboren 1943 Kategorie:Frau