Klementyna Mańkowska (* 1. August 1910 in Wysuzka, Österreich-Ungarn (heute: , Borschtschiw, Ukraine); † 4. Januar 2003 im Château Sermoise bei Nevers) war eine Angehörige des polnischen Widerstandes und Agentin polnischer und britischer Nachrichtendienste während des Zweiten Weltkrieges.
Leben Klementyna Mańkowska wuchs in einer galizischen Adelsfamilie in der Nähe von Lemberg auf. 1939 lebte sie auf dem Gut ihres Ehemanns Adam Graf Mańkowski in Winnogóra bei Posen mit ihren zwei Söhnen.
Nach der Besetzung Warschaus schloss sie sich im Oktober 1939 der polnischen Widerstandsbewegung an und gehörte zum Widerstandskreis „Die Musketiere“, der sich hauptsächlich aus dem polnischen Adel rekrutierte.Rezension: Sachbuch Klug und weiblich Eine polnische Gräfin als Doppelagentin im Zweiten Weltkrieg FAZ vom 20. Mai 1996 Die von Stefan Witkowski geführte Gruppe arbeitete unabhängig von der polnischen Exilregierung und direkt für den britischen Geheimdienst.Clémentine Mankowska: Espionne malgré moi, Editions du Rocher, Monaco 1994, z. B. S. 52ff.
Im Juni 1941 hatte Mańkowska Kontakt mit Rudolf von Scheliha. Zu ihren Informationsquellen hat auch Wilhelm Canaris gehört.Die polnische Gräfin Klementyna Mankowska In: Zeitzeugen. auf der Webseite von Michael Foedrowitz, internationale Archiv-Recherchen für Filmproduktionen Letztendlich hat wohl Canaris dafür gesorgt, dass Mańkowska als Agentin der Abwehr eingestellt und als solche der Verhaftung entgehen und unbeschadet Frankreich verlassen konnte.Clémentine Mankowska: Espionne malgré moi, Editions du Rocher, Monaco 1994, z. B. S. 229.
Über den Wehrmachtbefehlshaber im besetzten Teil Frankreichs für den Raum Nantes gewann sie Informationen über die deutschen Besatzungstruppen und über deutsche Truppenbewegungen, die sie nach Großbritannien weiterleiten konnte.
Mańkowskas Haltung gegenüber den Deutschen Mańkowskas uneingeschränkte Loyalität gehörte dem polnischen Widerstand und dem Kampf gegen den deutschen Kriegsgegner. Da sie jedoch besonders im deutschen Militär auf sehr viele Gegner der nationalsozialistischen Politik traf, plädierte sie stets für Differenzierung und dafür, nicht pauschal die gesamte deutsche Bevölkerung zu verurteilen.Clémentine Mankowska: Espionne malgré moi, Editions du Rocher, Monaco 1994, z. B. S. 269.
Ehrungen 1953: Silbernes Verdienstkreuz der Republik Polen mit SchwerternClémentine Mankowska: Espionne malgré moi, Editions du Rocher, Monaco 1994, S. 275f. 1997: Bundesverdienstkreuz Erster Klasse „In Anerkennung ihrer besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland und die deutsch-polnische Aussöhnung“
Schriften Odyssee einer Agentin. Ein Frauenschicksal im Zweiten Weltkrieg. (deutsche Erstausgabe 1995)
Literatur Wolfgang Büscher: Berlin–Moskau. Eine Reise zu Fuß. Rowohlt, Reinbek 2003, ISBN 3-498-00631-2. Bernard Wiaderny: Der polnische Untergrundstaat und der Deutsche Widerstand 1939–1944. Berlin 2003Lars Jockheck: Rezension in sehepunkte 3. 2003, Nr. 4 Christoph Kleßmann: Die Selbstbehauptung einer Nation. Nationalsozialistische Kulturpolitik und polnische Widerstandsbewegung im Generalgouvernement 1939–1945. Düsseldorf 1971.
Einzelnachweise
Kategorie:Person (polnischer Widerstand 1939–1945) Kategorie:Résistancekämpfer (Rote Kapelle) Kategorie:Nachrichtendienstliche Person (Polen) Kategorie:Abwehr-Agent Kategorie:Person des Amts Ausland/Abwehr im Widerstand gegen den Nationalsozialismus Kategorie:Nachrichtendienstliche Person (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1910 Kategorie:Gestorben 2003 Kategorie:Frau