mini|Neue Synagoge mini|Einweihung von Rabbiner Konstantin Pal 2010 Die Neue Synagoge ist die Synagoge der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Sie befindet sich am Juri-Gagarin-Ring und ist die einzige (verwendete) Synagoge Thüringens. Sie gilt als die erste deutsche Nachkriegssynagoge und ist zudem der einzige Synagogenneubau der DDR. – Die neue Synagoge in Halle (Saale) oder die Synagoge in der Fiedlerstraße in Dresden stellen lediglich Umbauten der bereits bestehenden jüdischen Totenhallen (Taharahaus) dar. Sie dient der rund 850 Mitglieder umfassenden Jüdischen Landesgemeinde Thüringen als Gebetsraum. Außer ihr gibt es in Erfurt die alte und die kleine Synagoge, die nicht mehr für Gottesdienste verwendet werden.

Geschichte Bis zu ihrer Zerstörung im Jahr 1938 stand auf dem Gelände die Große Synagoge. Die Gemeinde wurde enteignet und 1939 ein Kohlenschuppen dort errichtet. 1947 erhielt die Gemeinde das Gelände zurück. 1951/52 wurde der neue schlichte, zweigeschossige Putzbau nach Plänen von Willy Nöckel errichtet und am 31. August 1952 eingeweiht. Eine zunächst vorgesehene Version mit Kuppel wurde nicht genehmigt, da sie zu groß und zu sakral geraten sei. Daher wurde eine in der Höhe reduzierte Variante mit Satteldach erbaut.

Am 20. April 2000 wurde von drei 17 und 18 Jahre alten Rechtsextremisten ein Brandanschlag auf die Synagoge verübt. Im späteren Prozess am Thüringer Oberlandesgericht wurden sie zu 3 Jahren, bzw. zu 2 Jahren und 3 Monaten Haft verurteilt.

Im November 2014 wurde die Straßenfläche vor der Synagoge in Max-Cars-Platz umbenannt. Max Cars (1894–1961) war der erste Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen nach dem Zweiten Weltkrieg.Neue Synagoge in Erfurt jetzt offiziell am Max-Cars-Platz. Thüringer Allgemeine, 6. November 2014, abgerufen am 12. Februar 2017.

Seit dem Jahr 2021 ist in der Neuen Synagoge ein 3D-Modell der Großen Synagoge mittels VR-Brille begehbar.Doris Weilandt: Unter der goldenen Kuppel. In: Glaube und Heimat vom 10. Oktober 2021, S. 6. Anlässlich des 70. Jubiläums der Neuen Synagoge wurde im September 2022 ein Tastmodell der Großen Synagoge im Maßstab 1:68 als Denkmal vor ihr aufgestellt.

Am 12. November 2023 zündeten zwei angetrunkene libysche Asylbewerber am Gebäudeeingang hängende Gedenkzettel an, die an den laufenden Krieg zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas erinnerten und auf denen Menschen ihre Solidarität mit Israel ausgedrückt hatten.

Siehe auch Liste in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR errichteter Sakralbauten

Literatur Nie wieder Rassenhass! Rede von Otto Nuschke anlässlich der Einweihnung der Erfurter Synagoge vor 70 Jahren. In: Stadt und Geschichte. Zeitschrift für Erfurt, Nr. 81 (2022), S. 42. Eberhard Menzel: Die neue Synagoge. Eine Stätte der Hoffnung. In: Stadt und Geschichte. Zeitschrift für Erfurt, Nr. 16 (2002), S. 16–17.

Weblinks

Die Neue Synagoge auf der Website Jüdische Geschichte und Gegenwart in Erfurt Die Neue Synagoge auf erfurt-web.de Julius Reinsberg: Erfurts Neue Synagoge. In: moderneREGIONAL, Online-Magazin für Kulturlandschaften der Nachkriegsmoderne, 2015, Nr. 1

Einzelnachweise

Neue Neue Erfurt, Neue Synagoge Kategorie:Juri-Gagarin-Ring Kategorie:Bauwerk des Neoklassizismus in Thüringen Kategorie:Architektur (DDR) Kategorie:Erbaut in den 1950er Jahren Kategorie:Bauwerk des Historismus in Erfurt