Der Unterrichtsminister (aktuell: Bildungsminister) ist der für die Schulbildung zuständige Bundesminister in der ersten und zweiten Republik Österreich (als Bildungsminister); im Laufe der Geschichte dieser Funktionsbezeichnung zählten aber immer wieder weite andere Bereiche von Kunst, Kultur und Wissenschaft zu den Ressortagenden.

Von 1848 anForum Politische Bildung (hrsg.): Wendepunkte und Kontinuitäten. Zäsuren der demokratischen Entwicklung in der österreichischen Geschichte. Sonderband der Informationen zur Politischen Bildung;, Innsbruck/Wien, 1998, Kapitel 1848: Einrichtung des Unterrichtsministeriums, S. 22–41 (, pdf, politischebildung.com). war der k.k. Minister für den Kultus (Religionsangelegenheiten) und für den Unterricht zuständig, seit 1867 für Cisleithanien, die österreichische Reichshälfte Österreich-Ungarns.

Von der republikanischen deutschösterreichischen Staatsregierung Renner I an, die am 30. Oktober 1918 bestellt wurde, wurden in der jeweiligen Bezeichnung des Ressorts die Religionsangelegenheiten nicht mehr erwähnt.

Die Kunst- und Kulturangelegenheiten waren jahrzehntelang beim Unterrichtsministerium angesiedelt, seit den 1970er Jahren wechselte die Zuständigkeit mehrmals. Zu den Reformen der 1970 angetretenen Bundesregierung Kreisky I zählte die am 26. Juli 1970 erstmals erfolgte Bestellung eines eigenen für Wissenschaft zuständigen Ministers; das Ressort wurde 2013/ 14 (Bundesregierung Faymann II) mit dem Wirtschaftsministerium fusioniert.

Auslandskultur ist seit 1973 beim Außenministerium angesiedelt, das die Kulturinstitute und Kulturattachées als Diplomaten betraut.

Von 1919 bis 1923 war das Amt des Unterrichtsministers mit dem des Innenministers, 1984–1994 mit dem des Sportministers und 2000–2007 mit dem des Wissenschaftsministers verbunden. Der aktuelle Name des Ressorts ist seit 2018 Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Liste Unterrichtsminister der Ersten Republik Minister AmtsantrittFunktionParteiRaphael Pacher 30. Oktober 1918 Staatssekretär für Unterricht deutsch-nationalOtto GlöckelApril 1919Unterstaatssekretär für UnterrichtSDAPEgon Glanz 20. November 1920 Bundesminister für Inneres und Unterricht BeamterWalter Breisky 7. April 1921 Bundesminister für Inneres und Unterricht Beamter Rudolf Ramek 29. April 1921 Bundesminister für Inneres und Unterricht Leopold Waber 21. Juni 1921 Bundesminister für Inneres und Unterricht Großdeutsche ParteiWalter Breisky 16. Jänner 1922 Bundesminister für Inneres und Unterricht BeamterEmil Schneider 31. Mai 1922 Bundesminister für Inneres und Unterricht, ab 1923 für Unterricht Josef Resch 16. Juni 1926 Bundesminister für Unterricht Anton Rintelen 25. Juni 1926 Bundesminister für Unterricht Richard Schmitz 20. Oktober 1926 Bundesminister für Unterricht Emmerich Czermak 4. Mai 1929 Bundesminister für Unterricht Johann Schober* 26. September 1929 Bundesminister für Unterricht BeamterHeinrich Srbik 16. Oktober 1929 Bundesminister für Unterricht parteilosEmmerich Czermak 30. September 1930 Bundesminister für Unterricht Anton Rintelen 20. Mai 1932 Bundesminister für Unterricht Kurt Schuschnigg 24. Mai 1933 Bundesminister für Unterricht , Hans Pernter 14. Mai 1936 Bundesminister für Unterricht Oswald Menghin 11. März 1938 Bundesminister für Unterricht * teilweise als Bundeskanzler

Parteien Sozialdemokratische Arbeiterpartei Christlichsoziale Partei Vaterländische Front Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

Kommunistische Partei Österreichs Österreichische Volkspartei Sozialdemokratische Partei Österreichs

Unterrichtsminister der Zweiten Republik BildBundesministerAmtsantrittFunktionPartei 100px Ernst Fischer 27. April 1945 Staatssekretär für Volksaufklärung, für Unterricht und Erziehung und für Kultusangelegenheiten 100px Felix Hurdes 20. Dezember 1945 Bundesminister für Unterricht 100px Ernst Kolb 23. Jänner 1952 Bundesminister für Unterricht 100px Heinrich Drimmel 1. November 1954 Bundesminister für Unterricht 100px Theodor Piffl-Percevic 2. April 1964 Bundesminister für Unterricht 100px Alois Mock 2. Juni 1969 Bundesminister für Unterricht 100px Leopold Gratz 21. April 1970 Bundesminister für Unterricht,ab 24. Juli 1970 für Unterricht und Kunst 100px Fred Sinowatz 4. November 1971 Bundesminister für Unterricht und Kunst 100px Helmut Zilk 24. Mai 1983 Bundesminister für Unterricht und Kunst 100px Herbert Moritz 10. September 1984 Bundesminister für Unterricht und Kunst,ab 1. Jänner 1985 für Unterricht, Kunst und Sport 100px Hilde Hawlicek 21. Jänner 1987 Bundesminister für Unterricht, Kunst und Sport 100px Rudolf Scholten 17. Dezember 1990 Bundesminister für Unterricht, Kunst und Sport,ab 1. Februar 1991 für Unterricht und Kunst 100px Erhard Busek 29. November 1994 Bundesminister für Unterricht und Kunst 100px Elisabeth Gehrer 4. Mai 1995 Bundesministerin für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten,ab 4. Februar 2000 für Bildung, Wissenschaft und Kultur 100px Claudia Schmied 11. Jänner 2007 Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur,ab 1. März 2007 für Unterricht, Kunst und Kultur 100px Gabriele Heinisch-Hosek 16. Dezember 2013 Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, ab 1. März 2014 für Bildung und Frauen 100px Sonja Hammerschmid 18. Mai 2016 Bundesministerin für Bildung und Frauen, ab Mai/Juni 2016 für BildungAnm.: Der Ressorteil der Frauenagenden wurde dem Gesundheitsministerium bei Bundesministerin Oberhauser zugeschlagen. 100pxHeinz Faßmann 18. Dezember 2017 Bundesminister für Bildung ab 8. Jänner 2018 für Bildung, Wissenschaft und Forschung,von  ÖVP  nominiert100pxIris Eliisa Rauskala 3. Juni 2019 Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Forschung100pxHeinz Faßmann 7. Jänner 2020 Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung,von  ÖVP  nominiert100pxMartin Polaschek6. Dezember 2021Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung,von  ÖVP  nominiert100pxChristoph Wiederkehr3. März 2025Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung ab 1. April 2025 für Bildung

Einzelnachweise Unterrichts- und Wissenschaftsminister/innen seit 1945. bmukk.gv.at

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