mini|Reinhard Dietrich (1980) Reinhard Dietrich (* 14. Februar 1932 in Breslau; † 7. März 2015 in Dresden)Dietrich Pätzold: Bildhauer Reinhard Dietrich ist tot. ostsee-zeitung.de, 17. März 2015 war ein deutscher Bildhauer.
Leben und Werk Dietrich absolvierte von 1946 bis 1950 eine Holzbildhauerlehre in Wittenberg. Anschließend studierte er an der Fachschule für Holzkunst in Empfertshausen, drei Jahre an der Fachschule für angewandte Kunst Leipzig und von 1953 bis 1958 bei Hans Steger und Walter Arnold.an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.
Nach dem Studium arbeitete er in einer Ateliergemeinschaft mit Wieland Förster und war er bis 1964 als freischaffender Bildhauer in Dresden tätig. Von 1964 bis 2003 lebte er in Kneese Ausbau bei Rostock. In dieser Zeit schuf er viele Werke, die hauptsächlich in Rostock, aber auch in anderen Orten zu finden sind. Ein Teil seiner Arbeiten entstand in Zusammenarbeit mit Jo Jastram. Dietrich wohnte und arbeitete seit 2003 in Dresden-Pillnitz.
Dietrich war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und hatte in der DDR eine bedeutende Anzahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. von 1972 bis 1988 an der VII. bis X. Kunstausstellung der DDR.
Auszeichnungen Reinhard Dietrich wurde mit einigen wichtigen Auszeichnungen bedacht, so 1970 mit der Johannes-R.-Becher-Medaille,Der Klasse verbunden. Kunstpreisträger des FDGB stellen aus. Malerei, Grafik, Plastik, baugebundene Kunst. [Katalog zur Ausstellung in der Kunsthalle Rostock, 27. Juni – 31. August 1980, hrsg. vom Bundesvorstand des FDGB, Abt. Kultur in Zusammenarbeit mit dem Verband Bildender Künstler der DDR und dem Ministerium für Kultur anlässlich der 18. Arbeiterfestspiele der Deutschen Demokratischen Republik im Bezirk Rostock.] Bundesvorstand des FDGB, Abt. Kultur, [Berlin] 1980, , S. 149 (Digitalisat). 1971 und 1977 mit dem Kulturpreis des Bezirkes Rostock, 1974 mit der Verdienstmedaille der DDR, 1975 mit dem Kunstpreis der Stadt Rostock, 1977 mit dem Kunstpreis des FDGB (Kollektiv), 1979 mit dem Kunstpreis der DDR, 1985 mit dem Preis der Biennale Rauma in Finnland sowie 1988 mit dem Nationalpreis der DDR III. Klasse im Kollektiv.
Werkbeispiele mini|Brunnen der Lebensfreude Rostock mini|Möwenflug in Warnemünde mini|"Mutter und Kind" im Universitätsklinikum Dresden1965: Mutter und Kind, Universitätsklinikum Dresden 1966: Möwenflug, Klinkerbild in der Langen Straße, Rostock 1967: Sechs Keramikreliefs (je etwa 60 × 50 cm; Rostock, Gaststätte „Riga“ des Interhotels „Warnow“)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, Rostock, S. 118/119 um 1967/1968: Sieben stolze Schwestern küsst das eine Meer, Bronze in der Skulpturensammlung der Waldsiedlung Bernau„Kunstraum Innenstadt – Skulpturensammlung der Waldsiedlung Bernau“, auf bernau.de, abgerufen am 1. Januar 2023 1969: Kindergarten (Mehrfigurengruppe, Bronze, Höhe: 19 cm)Bildende Kunst, Berlin, 3/1973, S. 126 (Abbildung) 1968: Trinkbrunnen; Bronzekugel auf Betonsockel; Ø 1,60 m; Guss in Lauchhammer; Rostock, Rosa-Luxemburg-Straße, Eingangsbereich des damaligen Wohnungsbaukombinat RostockRuth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, Rostock, S. 141/142 1970: Sieben stolze Schwestern küsst das eine Meer, Brunnen in Rostock (seit 2008 an einem neuen Standort) 1971: Möwenflug, Bronzeplastik in Warnemünde vor dem Hotel Neptun 1976: Lotsenehrung, Betonplastik in Warnemünde am Leuchtturm 1976/1977: mehrere Klinkergiebel, Rostock Evershagen 1977: Reliefwand der Gedenkstätte der revolutionären Matrosen in Rostock 1979: Mecklenburgische Bäuerin, Bronze, Berlin-Hohenschönhausen, 1980: Brunnen der Lebensfreude, auf dem Universitätsplatz in Rostock (gemeinsam mit dem Bildhauer Jo Jastram) 1983: Stele mit drei Figuren vor der Parteischule in SchwerinBericht über den Zustand und den Verbleib des Kunstwerks Die derzeit namenlose Statue stand in Gefahr, abgerissen zu werden. Eine Wählergruppe setzte sich für die Rettung ein. Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Schwerin teilte am 7. September 2022 mit, dass das Kunstwerk „vom Grundstück entwendet“ wurde. Strafanzeige sei gestellt worden. 1985: Frau am Fenster, Terrakottafigur am Fünfgiebelhaus in Rostock 1985: Bodenreform, Relief in Dorf Mecklenburg 1985: Aus der Verantwortung (Bronze, Höhe: 40 cm; auf der X. Kunstausstellung der DDR) 1986: Ehrenmal für die Opfer des Faschismus in Bad Doberan in der Nähe des Münsters 1988: Satirische Plastik über das Auto, Kopenhagen 1989: Wende, Bronzeskulptur, Radebeul vor den Landesbühnen Sachsen (aus dem Nachlass des Künstlers, seit 2020 am Ort) 1994: Marktbrunnen, Marlow 1994: Sandsteinstele Salzstadt, Bad Sülze
Literatur (chronologische Reihung)
Hermann Meuche: Den revolutionären Matrosen zu Ehren. Zu einer Reliefwand von Reinhard Dietrich. In: Bildende Kunst, Berlin, 1971, S. 131–134 Saur. Allgemeines Künstlerlexikon. Band 27, 2000, S. 308 Otto-Rüdiger Wenzel (Red.): Künstler am Dresdner Elbhang. Band 2. Elbhang-Kurier-Verlag, Dresden 2007, ISBN 978-3-936240-09-2. S. 77 Dietrich, Reinhard. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 150.
Weblinks
„Kunstraum“-Gespräch über Reinhard Dietrich
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Dresden) Kategorie:Bildhauer (DDR) Kategorie:Träger der Johannes-R.-Becher-Medaille Kategorie:Träger der Verdienstmedaille der DDR Kategorie:Träger des Kunstpreises der DDR Kategorie:Träger des Nationalpreises der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1932 Kategorie:Gestorben 2015 Kategorie:Mann