mini|hochkant=1.35|St.-Laurentius-Kirche (Zudar), Ansicht mini|hochkant|Altar

Die evangelische St.-Laurentius-Kirche ist eine Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Sie liegt auf der zu Rügen gehörenden Halbinsel Zudar.

Geschichte Die Kirche wurde erstmals im Jahr 1318 urkundlich erwähnt. Vor 1370 war sie Wallfahrtskirche, da sie ein „wundertätiges“ Marienbild besaß. Die Wallfahrten endeten jedoch mit dem Untergang eines Pilgerschiffes im Jahr 1372, bei dem die Pilger ertranken.

1665 wurde der hölzerne Kirchturm fertiggestellt, und 1724 erhielt er als Dach eine Welsche Haube. Im Jahr 1959 wurde bei Reparaturarbeiten am Dach und der Holzverkleidung des Turms das Schindeldach aus Eiche durch Schieferplatten ersetzt. Der Innenraum wurde 1982 farblich gestaltet. Bei der 1991 notwendigen Reparatur des Turmdaches wurde es mit Kupfer eingedeckt, Hahn und Kugel wurden vergoldet. 1992/1993 wurde der Dachstuhl des Kirchenschiffs saniert und neu gedeckt; die Sakristei wurde mit ursprünglich handgestrichenen Biberschwänzen gedeckt.

Beschreibung Die gotische Kirche besitzt Langhaus und Chor mit einem runden Triumphbogen. Die niedrige Einwölbung wurde später eingezogen; sie entspricht nicht ganz dem Fenstersitz. Unter dem nordöstlichen Fenster befindet sich eine rundbogige Ausstellungsnische.

Ausstattung

Altar Das kunstvoll geschnitzte barocke Altarretabel von 1707 mit reichem Akanthusschmuck wird dem Stralsunder Tischler Hans Broder († 1730) zugeschrieben. Der Aufbau ist von einer Kreuzigungsgruppe gekrönt, flankiert von Mose und Johannes dem Täufer. Die Gemälde wurden 1726 hinzugefügt und mit J. Pieron signiert. Das von zwei gedrehten Säulen gerahmte Hauptbild zeigt das Abendmahl, das Bild darüber Jesu Gebet im Garten Getsemane, die Bilder in der Anschwüngen Auferstehung und Himmelfahrt in einer eher ungewöhnliche Darstellung mit den in genannten Engeln. In zwei kleinen Bildfeldern in den Säulenbasen sind Szenen aus der Passionsgeschichte abgebildet.

Die Brüstungsfelder der Altarschranken aus dem 18. Jahrhundert füllen acht emblematische Darstellungen von Aspekten des Glaubenslebens. Weitere gleichzeitige Emblemtafeln stammen von einem Beichtstuhl.

Kanzel Die Kanzel stammt von 1765 und wird dem Stralsunder Bildhauer Michael Müller zugeschrieben. Der ungewöhnlich runde Kanzelkorb ist auf seiner Brüstung mit Reliefdarstellungen der Allegorien von Hass, Liebe, Seligkeit und Wahrheit verziert. Im Sockel befindet sich das Allianzwappen des Stifterpaares von Kahlden und von der Osten. Auf dem Schalldeckel befindet sich ein Putto mit einem Auge Gottes im Strahlenkranz.

Orgel Die Orgel der St.-Laurentius-Kirche wurde 1884 von Friedrich Albert Mehmel aus Stralsund gefertigt. 1985 wurde die Orgel generalüberholt, der Prospekt wurde im Jahre 2000 vom Orgelbauer Rainer Wolter rekonstruiert. Das Instrument verfügt über sieben Register. miniatur|Orgelprospekt

Die Disposition lautet wie folgt:www.wamsiedler.de (PDF; 56 kB) I Manual Bordun 16′ Prinzipal 8′ Hohlflöte 8′ Violo di Gamba 8′ Oktave 4′ Progr.-Harm. II–III 1′ Pedal Subbass 16′

Koppeln: Das Pedal ist ständig an das Manual angekoppelt. Spielhilfen: Tuttitritt, Calcantenrufer, Windablass 7 Register Windlade: Schleiflade Spieltisch: Spielschrank 1 Manual Pedal Registerzüge Traktur: Tontrakur: Mechanisch

Geläut Die Kirche besaß ursprünglich drei Glocken, die 1848 von Simon Zach aus Stralsund gegossen wurden. Während des Ersten Weltkrieges mussten die beiden großen Glocken abgeliefert werden, sie wogen 16 bzw. acht Zentner. Die größte von ihnen war unter dem Namen Anna Susanna bekannt. Der Sage nach soll sie von einer untergegangenen Stadt namens Konow stammen, die sich entweder im Schoritzer Wiek oder im Bodden befunden haben soll.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden zwei neue Glocken angeschafft, die im Zweiten Weltkrieg ebenfalls abgegeben wurden. Im Jahr 2001 wurden zwei neue Glocken der Glockengießerei Bachert aufgehängt.

Gemeinde Die Kirche gehört zur Kirchengemeinde Garz-Sehlen-Zudar neben der St.-Petri-Kirche (Garz) und der Dankeskirche (Sehlen). Die Gemeinde ist mit der Kirchengemeinde Poseritz mit der St.-Marien-Kirche (Poseritz), der Dorfkirche Gustow und der St.-Stephanus-Kirche (Swantow) in einem Pfarrsprengel verbunden, der von einem Pastor betreut wird. Die evangelische Kirchgemeinde gehört seit 2012 zur Propstei Stralsund im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Vorher gehörte sie zum Kirchenkreis Stralsund der Pommerschen Evangelischen Kirche.

Weblinks

Ev. Kirchengemeinde Garz

Einzelnachweise

Zudar Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Vorpommern-Rügen Kategorie:Kirchengebäude der Propstei Stralsund Kategorie:Kirchengebäude der Kirchenprovinz Pommern Kategorie:Bauwerk auf Rügen Kategorie:Baudenkmal in Garz/Rügen Kategorie:Erbaut im 14. Jahrhundert Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Bauwerk in Garz/Rügen