Arnd Peiffer (* 18. März 1987 in Wolfenbüttel) ist ein ehemaliger deutscher Biathlet, der von 2009 bis 2021 im Weltcup lief. Seine größten Erfolge waren der Olympiasieg 2018 im Sprint sowie die Weltmeistertitel 2011 im Sprint und 2019 im Einzel. Mit der deutschen Staffel wurde er Olympiasieger 2014 und gewann insgesamt 14 Medaillen bei Weltmeisterschaften.
Leben mini|links|Verleihung der Ehrenbürgerschaft am 21. April 2018 Arnd Peiffer kommt aus Clausthal-Zellerfeld und startete für den dortigen Wintersportverein (WSV). Er schloss 2006 die Robert-Koch-Schule mit dem Abitur ab und besuchte ab August 2007 die Bundespolizeisportschule Bad Endorf. Währenddessen machte er von 2007 bis 2011 die Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten bei der Bundespolizei. Mit Beginn des Wintersemesters 2008/09 nahm Peiffer ein Studium zum Wirtschaftsingenieur an der Technischen Universität Clausthal auf, blieb aber nach wie vor bei der Bundespolizei.
Seit 2018 ist er Ehrenbürger von Clausthal-Zellerfeld. Peiffer lebt in Holzkirchen in Oberbayern (Stand: 2018).
Karriere Anfänge Den ersten internationalen Auftritt hatte Arnd Peiffer im Dezember 2007, als er beim Europacup der Junioren im Einzel den fünfzehnten Platz belegte und schon beim darauffolgenden Sprint seinen ersten Sieg einfahren konnte. Im Januar 2008 gelang ihm in Langdorf-Arbersee ein weiterer Sprintsieg. Der Höhepunkt der Saison wurden für ihn die Juniorenweltmeisterschaften in Ruhpolding, bei denen er zwei Bronzemedaillen gewinnen konnte, im Sprint hinter Anton Schipulin und Florian Graf und mit der Staffel in der Besetzung Simon Schempp, Manuel Müller, Arnd Peiffer und Florian Graf. Zum Ende der Saison erhielt er die ersten Einsätze im Europacup und konnte sich in Cesana (San Sicario) als Neunter im Sprint und als Siebter in der Verfolgung gleich zwei Top-Ten-Ergebnisse sichern.
Erste Weltcupsaison (Saison 2008/09) In der Saison 2008/09 wurde Peiffer im Nationalmannschafts-B-Kader in der Lehrgangsgruppe Ib eingestuft und im IBU-Cup eingesetzt. Schon bei der ersten Station in Idre schaffte er im Sprint einen vierten Rang und konnte in Obertilliach bei der zweiten Veranstaltung im IBU-Cup ebenfalls im Sprint als Dritter seinen ersten Podestplatz feiern. Das gleiche Ergebnis in Martell und ein vierter Platz in der anschließenden Verfolgung sicherten ihm die zwischenzeitliche Führung in der Gesamtwertung des IBU-Cups vor Daniel Böhm. Am 8. Januar 2009 debütierte er als Mitglied der deutschen 4 × 7,5-km-Staffel in Oberhof im Weltcup. Als vorletzter Läufer übernahm er an dritter Stelle liegend von Michael Rösch und konnte mit einer starken Laufleistung und zwei fehlerfreien Schießeinlagen die Führung übernehmen. Toni Lang als Schlussläufer konnte das Tempo der Österreicher und Russen nicht ganz mitgehen und führte die Staffel nach Michael Greis’ Strafrunde im ersten Abschnitt auf Platz drei und Peiffer damit bei seinem ersten Weltcup-Einsatz aufs Podium. Dieser dritte Platz wurde später zu Platz zwei korrigiert, nachdem die russische Staffel wegen Jaroschenkos Dopingvergehen disqualifiziert worden war. Zwei Tage später bei seinem ersten Einzeleinsatz im Sprintrennen wurde er Achter und erfüllte damit die Qualifikationsnorm für die Weltmeisterschaften. Bei seinem ersten Einsatz in Pyeongchang erreichte Peiffer mit Andrea Henkel, Simone Hauswald und Schlussläufer Michael Greis den Bronzeplatz mit der Mixed-Staffel. Dabei lief er von allen Männern die zweitschnellste Runde nach Ole Einar Bjørndalen. Auch bei seinem zweiten Start in Südkorea gewann er eine Bronzemedaille mit Rösch, Christoph Stephan und Greis in der Männerstaffel. Peiffer benötigte nur eine Nachladepatrone und war zudem schnellster Läufer auf der dritten Runde. Bei der letzten Weltcup-Station der Saison in Chanty-Mansijsk gelang Peiffer im Sprint sein erster Sieg in einem Weltcup-Rennen. Mit der zweitbesten Laufleistung und einem fehlerfreien Schießen setzte er sich überlegen gegen die Weltelite durch.
Erste Olympische Spiele (Saison 2009/10) Peiffer gehörte ab Saisonbeginn des Biathlon-Weltcups 2009/10 zu den fest nominierten Startern der deutschen Mannschaft im Weltcup. Er erfüllte neben Michael Greis als erster die Nominierungskriterien für die Qualifikation zu den Olympischen Winterspielen und schaffte konstant Platzierungen in den Punkterängen und feierte in Antholz im Sprint seinen zweiten Weltcupsieg. In der Gesamtwertung des Weltcups belegte er in der Endabrechnung Platz neun. Im letzten Rennen der Saison 2009/10 gewann er in Chanty-Mansijsk gemeinsam mit Magdalena Neuner, Simone Hauswald und Simon Schempp den Weltmeistertitel in der Mixed-Staffel.
Arnd Peiffer nahm an den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver teil. Im Sprintwettbewerb wurde 37. und hielt diese Position auch in der Verfolgung, der 17. Platz im Massenstart war somit sein bestes Ergebnis. Mit der deutschen Staffel wurde er Fünfter.
Sprintweltmeister (Saison 2010/11) In der folgenden Weltcupsaison gehörte Peiffer zu den beständigsten deutschen Startern. Er lief bei jedem Rennen in die Punkteränge, dabei ragten ein zweiter Rang beim Sprint in Oberhof und sein dritter Weltcup-Einzelsieg in Presque Isle ebenfalls im Sprint heraus. Seine gute Form bestätigte er zum Auftakt der Weltmeisterschaften 2011 in Chanty-Mansijsk. In der deutschen Mixed-Staffel, in der mit Henkel, Neuner, Peiffer und Greis die stärksten Biathleten der laufenden Saison aufgeboten waren, übernahm er mehr als zwanzig Sekunden Vorsprung von Magdalena Neuner und verteidigte diese Führung gegen den Zweiten Ole Einar Bjørndalen. Der Schlussläufer Michael Greis verlor zwar die Spitzenposition, dennoch gewann Peiffer mit Silber seine dritte Weltmeisterschaftsmedaille in der gemischten Staffel. Zwei Tage darauf wurde Peiffer Weltmeister im Sprint. Mit der zweitbesten Laufleistung und nur einem Schießfehler hielt er Martin Fourcade in Schach und sicherte sich seinen ersten Weltmeistertitel in einem Individualwettbewerb. In der Verfolgung verpasste er als Vierter eine Medaille nur knapp. Wenige Tage später belegte Peiffer im Einzel den fünfzehnten Rang und erreichte damit sein bis dahin bestes Ergebnis über die lange Einzelstrecke im Weltcup. Mit einem fünften Platz im Saisonabschlussrennen am Holmenkollen sicherte sich Peiffer Platz vier in der Gesamtwertung des Weltcups 2010/11. Er etablierte sich als einer der stärksten Läufer in der Weltklasse und war bester Deutscher des Winters.
Vierter im Gesamtweltcup (Saison 2011/12) mini|Arnd Peiffer (in Hochfilzen, 2012) Die Saison 2011/12 begann für Peiffer mit einem 40. Platz in Östersund. Im Sprint und dann in der Verfolgung konnte er sich auf einen 22. Platz verbessern. Die Top Ten konnte er aber erst an der nächsten Weltcupstation erreichen. Nachdem er in Hochfilzen im Sprint 18. worden war, verbesserte er sich in der Verfolgung auf den neunten Platz. Da die Wettkämpfe aufgrund von Schneemangel nicht wie geplant in Annecy stattfinden konnten, wurde erneut in Hochfilzen gestartet. In dem nun angesetzten Sprint wurde er nur 46. und war damit erstmals seit Saisonbeginn 2009/10 außerhalb der Punkteränge. In der Verfolgung konnte er sich dann um 19 Plätze auf den 27. Platz verbessern. Das neue Jahr begann dann wesentlich erfreulicher. Zuerst wurde er mit der Staffel Vierter und konnte damit das Ergebnis aus Hochfilzen um zwei Plätze verbessern, danach setzte er sich im Sprint mit einem Fehler und einer Sekunde Vorsprung gegen Simon Fourcade durch und sicherte sich seinen fünften Weltcupsieg. Bei den sich anschließenden Wettkämpfen in Nové Město erhielt er nach einem vermeintlichen Schießfehler aufgrund einer defekten Scheibe eine Zeitgutschrift von 21 Sekunden und wurde dadurch gemeinsam mit Martin Fourcade Zweiter hinter Anton Schipulin. Nachdem er sich in Antholz noch mit einem 5. Platz im Sprint ein weiteres Top-Ten-Ergebnis gesichert hatte, gelang ihm in Oslo sein zweiter Saisonsieg. Nach einem fehlerfreien Sprint war er nur 0,7 Sekunden hinter Jewgeni Garanitschew, da dieser in der Verfolgung zwei Fehler und Peiffer keinen schoss, gewann Peiffer die Verfolgung mit 31 Sekunden Vorsprung auf Svendsen. Dies war der erste Nicht-Sprint-Sieg für Peiffer.
Nach den Wettkämpfen in Oslo fanden die Weltmeisterschaften in Ruhpolding statt. Dort gewann er zum Auftakt mit Henkel, Neuner und Birnbacher die Bronzemedaille der Mixed-Staffel. Seinen Sprinttitel aus dem Vorjahr konnte er mit drei Schießfehlern nicht verteidigen und er wurde nur 37. In der Verfolgung konnte er sich trotz erneuter drei Fehler um 20 Plätze auf den 17. Rang verbessern. Mit einem siebten Platz im Einzel erreichte er dann erstmals die Top Ten bei diesen Weltmeisterschaften. Mit der Herrenstaffel gewann er seine zweite Bronzemedaille und im Massenstart wurde er zum zweiten Mal Siebter bei diesen Weltmeisterschaften.
Wesentlich erfolgreicher ging es dann in Chanty-Mansijsk weiter, in allen drei Rennen (Sprint, Verfolgung und Massenstart) wurde er Zweiter. Damit beendete er die Saison erneut als Vierter und als zweitbester Deutscher hinter Birnbacher. In der Verfolgungswertung wurde er erstmals Dritter und auch in der Sprint- und Massenstartwertung kam er unter die besten Zehn.
Kein Podestplatz (Saison 2012/13) Die folgende Saison begann für Peiffer erfreulich mit einem 11. Platz im Einzel in Östersund. In Sprint und Verfolgung kamen dann noch zwei Top-Ten-Ergebnisse hinzu. In Hochfilzen blieb er dann mit einem 40. Platz im Sprint nur knapp in den Punkten, konnte sich dann aber in der Verfolgung um 15 Plätze verbessern. Bei den anschließenden Wettkämpfen kam er nach drei Schießfehlern im Sprint nur als 73. ins Ziel und verpasste somit erstmals die Verfolgung. Am Massenstart konnte er dank seiner guten Vorleistungen zwar teilnehmen, wurde aber mit drei Fehlern und schlechtester Laufzeit Letzter. In Oberhof konnte er dann mit der Staffel den dritten Platz erreichen und mit einem zwölften Platz im Sprint kam er auch wieder in die Nähe der Top Ten. In Antholz verpasste er mit einem 57. Platz beinahe erneut die Verfolgung, da er dort aber neun Mal daneben schoss, wurde er dort dann Letzter. Da aber sechs Athleten nicht gestartet waren, verbesserte er sich auf den 54. Platz.
Die Weltmeisterschaften in Nové Město endeten für Peiffer erstmals ohne Top-Ten-Ergebnis. Sein bestes Ergebnis war ein 16. Platz im Sprint. Mit der Herrenstaffel konnte er allerdings erneut Bronze gewinnen. Bei den folgenden Wettkämpfen in Oslo konnte er dann zwei weitere Top-Ten-Ergebnisse erreichen und auch beim Weltcupfinale in Chanty-Mansijsk kam er in der Verfolgung erneut unter die besten Zehn. Insgesamt erreichte er so nur den 18. Platz, was sein schlechtestes Ergebnis für eine vollständige Saison war. Nur in seiner ersten Weltcupsaison war er schlechter.
Zweite Olympische Spiele (Saison 2013/14) mini|Arnd Peiffer (Verfolgung in Oberhof, 2014)
Die olympische Saison begann mit einem 37. Platz beim Auftakt in Östersund. Mit einem fünften Platz im Sprint hatte er auch eine gute Ausgangsposition für den Verfolger, diese konnte er dann aber nicht nutzen, da der Verfolger aufgrund starker Winde ersatzlos entfiel. In Hochfilzen wurde er dann in Sprint und Verfolgung Elfter. In Annecy wurde er zusammen mit Erik Lesser, Andreas Birnbacher und Simon Schempp hinter Russland Zweiter mit der Staffel. Da Alexander Loginow nachträglich disqualifiziert wurde, gewann Deutschland dieses Staffelrennen im Nachhinein. In den Einzelwettkämpfen lief es mit Plätzen um die 40er nicht so gut.