Der Goldbraune Mausmaki (Microcebus ravelobensis) ist eine auf Madagaskar lebende Primatenart aus der Gattung der Mausmakis innerhalb der Gruppe der Lemuren.
Merkmale Goldbraune Mausmakis sind wie alle Mausmakis sehr kleine Primaten. Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von 12 bis 14 Zentimeter, wozu noch ein 14 bis 17 Zentimeter langer Schwanz kommt. Das Gewicht variiert zwischen 60 und 110 Gramm. Ihr Fell ist an der Oberseite goldbraun gefärbt, die Unterseite ist gelblich-weiß. Der verglichen mit dem Körper relativ lange Schwanz ist dünn und braun gefärbt. Der Kopf ist relativ klein, die Ohren sind groß und spärlich behaart, die großen Augen sind von dunkelbraunen Ringen umgeben.
Verbreitung und Lebensweise mini|hochkant|Das Verbreitungsgebiet (rot) Goldbraune Mausmakis bewohnen die trockenen Laubwälder im nordwestlichen Madagaskar. Sie sind in der Region Ankarafantsika verbreitet.
Sie sind nachtaktive Baumbewohner und bewegen sich häufig springend durch das Geäst. Tagsüber schlafen sie in Blätternestern und weniger in Baumhöhlen als andere Mausmakis. Männchen und Weibchen schlafen öfters im gleichen Nest, gehen aber getrennt auf Nahrungssuche. Sie dürften Allesfresser sein.
Systematik Die Mausmakiart wurde 1998 erstmals wissenschaftlich beschrieben. Im Jahr 2007 wurde eine weitere Mausmakiart beschrieben, deren Verbreitungsgebiet an das Verbreitungsgebiet des Goldbraunen Mausmakis angrenzt, Microcebus bongolavensis. Diese, im deutschen als der Bongolava-Mausmaki bezeichnete Art, wurde 2025 mit Microcebus ravelobensis synonymisiert, da sie sich genetisch und morphologisch kaum vom Goldbraunen Mausmaki unterscheidet, die klimatisch-ökologischen Nischen der zwei Arten sich überlappen und die Fortpflanzungsaktivitäten der beiden Arten zur gleichen Jahreszeit stattfinden, so das man davon ausgehen kann, dass es zum genetischen Austausch kommt. Die Schwesterart des Goldbraunen Mausmakis und damit der nächste Verwandte ist der Danfoss-Mausmaki (Microcebus danfossi).
Gefährdung Das gesamte Verbreitungsgebiet dieser Art umfasst weniger als 5000 km² und ist stark zersplittert. Bedrohungen sind die Zerstörung ihres Lebensraums und die Verfolgung durch eingeschleppte Raubtiere. Die IUCN listet den Goldbraunen Mausmaki als „stark gefährdet“ (endangered).[ IUCN-Eintrag]
Literatur Nick Garbutt: Mammals of Madagascar. A Complete Guide. Yale University Press, New Haven & London 2007, ISBN 978-0-300-12550-4 Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. 3. Ausgabe. The Johns Hopkins University Press, Baltimore 2005, ISBN 0-8018-8221-4.
Einzelnachweise Gillian Olivieri, Elke Zimmermann, Blanchard Randrianambinina, Solofonirina Rasoloharijaona, Daniel Rakotondravony, Katerina Guschanski, Ute Radespiel: The ever-increasing diversity in mouse lemurs: Three new species in north and northwestern Madagascar. In: Molecular Phylogeny and Evolution. 43, 2007, S. 309–327. Tobias van Elst, Gabriele Maria Sgarlata, Davis Dominik Schüßler, George Tiley ... & Salmona, J. (2024). Integrative taxonomy clarifies the evolution of a cryptic primate clade. Nature Ecology & Evolution 9(1):57-72, DOI:10.1038/s41559-024-02547-w Elke Zimmermann, Cepok, S., Rakotoarison, N., Zietemann, V. und Radespiel, U. (1998): Sympatric mouse lemurs in north-west Madagascar: a new rufous mouse lemur species (Microcebus ravelobensis). Folia Primatologica 69(2):106-114.
Weblinks
Kategorie:Lemuren Kategorie:Endemisches Säugetier Madagaskars