K.K. Kubota (jap. , Kabushiki-gaisha Kubota, engl. Kubota Corporation) ist ein japanisches Unternehmen mit Sitz in Naniwa-ku in Ōsaka, dessen Aktien seit 1949 an der Tokioter Börse gehandelt werden.
Das Unternehmen stellt Technik und Maschinen her, die in den Bereichen Landwirtschaft, Wasseraufbereitung und Umweltpflege eingesetzt werden. Dazu zählen Traktoren, Mähdrescher und Landmaschinen, Wasserleitungen und Wasseraufbereitungssysteme, Klimaanlagen, Wiegesysteme, Baumaschinen, wie beispielsweise Bagger und Radlader sowie Aufsitzrasenmäher und Industriemotoren.
Insgesamt gehören 218 Tochtergesellschaften zum Kubota-Konzern, davon 60 in Japan (Stand 2022). Der Vorstand des Kubota-Konzerns wird von drei Repräsentanten geleitet: Yuichi Kitao ( shachō; Präsident), Masato Yoshikawa (, fuku-shachō, Vizepräsident) und Dai Watanabe (, fuku-shachō, Vizepräsident) (2023). Im Geschäftsjahr 2022 waren von insgesamt 50.352 Mitarbeitern 24.202 Mitarbeiter in Japan beschäftigt.
Konzernstruktur Der Kubota-Konzern umfasst 218 Tochtergesellschaften. Das Unternehmen ist mit über 50.000 Mitarbeitenden in mehr als 120 Ländern in Nordamerika, Europa und Asien aktiv. Eigene Büros werden in 40 Ländern unterhalten. In Europa produziert Kubota an 14 Standorten und arbeitet mit mehr als 1300 Händlern und Distributoren zusammen.
Produktionsstandorte Kubota hat Produktionswerke in mehreren Ländern. Das Stammwerk ist in Sakai in der Präfektur Osaka beheimatet. Weitere japanische Werke sind in Hyōgo, Chiba, Shiga, Ibaraki, Odawara, Tochigi und in Hirakata, in dem Minibagger hergestellt werden. In Asien fertigt Kubota außerhalb Japans auch in Wuxi (China) und in Thailand, wo das Unternehmen Traktoren und Mähdrescher herstellen lässt.Nikkei Asia (Hrsg.): Kubota eyes production boost for rice combines in Thailand, 21. Januar 2017, abgerufen am 24. Juni 2022, in englischer Sprache.
Die deutschen Niederlassungen sind in Rodgau (Motoren, Traktoren und Kommunalmaschinen) und Zweibrücken (Baumaschinen) angesiedelt. In der 1989 fertiggestellten Fabrik in Zweibrücken werden Minibagger hergestellt, seit 2014 auch Radlader. Zweibrücken fertigte 2019 von über 50.500 hergestellten Maschinen etwa 11.000 Stück. Weitere Produktions- und Vertriebsstandorte sind in Bierne (Frankreich), Atlanta (Georgia), Soest (Deutschland) und in Leganés (Spanien).
Geschichte Gründung als Eisengießerei Kubota wurde 1890 von Gonshiro Ōde unter dem Namen Ōde Chūzō-jo (Ōde-Eisengießerei) als Eisengießerei gegründet.Japan External Trade Organization (Hrsg.): Directory, Affiliates & Offices of Japanese Firms in USA & Canada, 1988. S. 528. Ōde war der erste Japaner, der mit der Herstellung von Rohrleitungen aus Gusseisen für Wasserwerke begann, und legte damit den Grundstein für das später weltweit tätige Unternehmen.Drew D. Johnson (Hrsg.): Encyclopedia of Global Industries, 6. Auflage, Gale, Farmington Hills 2017, ISBN 978-1-4103-6321-3, S. 280.
1897 nahm Gonshiro Ōde den Namen Kubota seiner Adoptivfamilie an und benannte das Unternehmen in Kubota Tekkōsho (Kubota-Eisenwerke) um.A. J. Jacobs: The New Domestic Automakers in the United States and Canada – History, Impacts, and Prospects, Lexington Books, 2015, ISBN 978-0-7391-8826-2, S. 89.
Einstieg in das Kraftfahrzeuggeschäft und Grundlage der heutigen Konzernstruktur 1919 gründete Kubota-Tekkōsho die Tochtergesellschaft Jitsuyō Jidōsha Seizō K.K. in Osaka zur Herstellung von Kraftfahrzeugen. 1920 wurde die Jitsuyō-Fabrik fertiggestellt, in der anfangs 120 Personen arbeiteten. Dort baute Kubota Tekkōsho dreirädrige Personenkraftwagen mit luftgekühlten 8-PS-Zweizylindermotoren, die vom Chefingenieur William R. Gorham entwickelt wurden. Dem Fahrzeug folgte ein vierrädriges 10-PS-Gorham-Modell, das auch als leichter Lastkraftwagen genutzt werden konnte. Insgesamt wurden nur rund 250 Stück dieser Fahrzeuge gebaut, bis die Produktion 1923 eingestellt wurde, obwohl die Fabrik eine Produktionskapazität von 50 Fahrzeugen pro Tag hatte. Auf die Gorham-Wagen folgte 1923 der Lila, von dem bis 1926 rund 200 Einheiten abgesetzt wurden.A. J. Jacobs: The New Domestic Automakers in the United States and Canada – History, Impacts, and Prospects, Lexington Books, 2015, ISBN 978-0-7391-8826-2, S. 89
1926 übernahm Kubota Tekkōsho den finanziell angeschlagenen Fahrzeughersteller Kaishinsha und verschmolz ihn mit Jitsuyō Jidōsha Seizō. Das so entstandene Unternehmen trug den Namen DAT Jidōsha Seizō K.K. und war in den Kubota-Tekkōsho-Konzern eingegliedert, wodurch Gonshiro Kubota zum Präsidenten von DAT Jidōsha Seizō wurde. Wegen der großen Nachfrage nach dem Lkw DAT 61 konnte Kubota Tekkōsho eine drohende Insolvenz von DAT Jidōsha Seizō abwenden. Ende 1929 begann das Unternehmen die Entwicklung eines Pkw-Modells unter der Prototypenbezeichnung Datson 91, das später als Datson 10 in den Handel kam.
Neue Konzernstruktur 1930 wurde Kubota in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt und das Geschäft auf zwei Tochtergesellschaften aufgeteilt, was die Grundlage für die heutige Konzernstruktur bildete. Ein Mitarbeiter von Tobata Casting machte den Investor und Tobata-Casting-Mehrheitsaktionär Yoshisuke Aikawa auf den Datson 10 aufmerksam, woraufhin Aikawa ab 1931 begann, Anteile von DAT Jidōsha Seizō bei Kubota Tekkōsho zu kaufen. 1932 wurde der Datson 10 durch den Datsun 11 ersetzt. Nachdem Tobata Casting und Nihon Sangyō im März 1933 zur Jidōsha Seizō Co., Ltd. fusionierten, übernahm Jidōsha Seizō im September desselben Jahres die Aktienmehrheit an DAT Jidōsha Seizō von Kubota Tekkōsho. In der ehemaligen Jitsuyō-Fabrik wurden weiterhin Datsun-Fahrzeuge gefertigt.A. J. Jacobs: The New Domestic Automakers in the United States and Canada – History, Impacts, and Prospects, Lexington Books, 2015, ISBN 978-0-7391-8826-2, S. 90
Eintritt in den Maschinenmarkt und Herstellung von Fertighausteilen mini|Kubota-Einachsschlepper aus den 1950er-Jahren Bereits 1922 hatte Kubota einen Petroleummotor für den Antrieb landwirtschaftlicher Maschinen wie z. B. stationärer Dreschmaschinen vorgestellt. 1937 eröffnete Kubota sein Werk in Sakai in der Präfektur Osaka, in dem zunächst Motoren hergestellt wurden.Takeshi Yuzawa: Japanese Business Success: The Evolution of a Strategy, Routledge, London 1994, ISBN 978-0-415-05561-1, S. 154. Mitte der 1940er-Jahre wurde die Produktpalette um weitere landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, insbesondere Dieselmotoren, ergänzt. Seit dem 16. Mai 1949 werden die Aktien von Kubota an der Tokioter Börse unter dem Symbol 6326 gehandelt; die Aktie ist Teil des Aktienindex Nikkei 225.Kubota Aktie auf Yahoo Finance, abgerufen am 1. Januar 2023.
Ab den 1950er-Jahren produzierte Kubota eine selbstfahrende motorgetriebene Bodenfräse für den japanischen Markt, von denen einige auch exportiert wurden.Guangnan Chen (Hrsg.): Advances in Agricultural Machinery and Technologies, CRC Press, Boca Raton 2018, ISBN 978-1-4987-5412-5, S. 10 Ab 1953 firmierte Kubota offiziell unter dem Namen Kubota Tekkō Kabushiki-gaisha (), zu Deutsch Kubota Eisenwerke AG und begann die Produktion von Baumaschinen wie Baggern. Dafür wurde mit Kubota Ken-ki Kabushiki-gaisha (; Kubota Baumaschinen AG) eine eigene Tochtergesellschaft gegründet. Darüber hinaus produzierte Kubota ab den 1950er-Jahren auch Teile für Fertighäuser.株式会社クボタの会社概要と沿革, Eintrag im Presidents Dictionary, abgerufen am 16. Juni 2022, in japanischer SpracheJohn M. Stopford, John H. Dunning, Klaus Haberich (Hrsg.): The World Directory of Multinational Enterprises, Facts on File, New York 1980, ISBN 978-0-87196-440-3, S. 599
Beginn der Schlepperproduktion In den 1960er-Jahren nahm das Unternehmen schließlich die Traktoren- und Mähdrescherproduktion auf. Zu diesem Zweck rüstete Kubota sein Werk in Sakai entsprechend aus. Der erste Schlepper des Unternehmens war der Kubota T15. Wenig später kam der Kubota L13G auf den Markt. Er hat einen Einzylinder-Dieselmotor mit 640 cm³ Hubraum und 13 PS Leistung. Das Getriebe hat sechs Vorwärts- und zwei Rückwärtsgänge. Zwar war der Kubota L13G damit lediglich ein Kleinschlepper, doch verglichen mit ähnlichen Einzylinder-Schleppern galt er als überdurchschnittlich gut ausgestattet. Dazu trug auch bei, dass Kubota passende Bodenbearbeitungsgeräte sowie einen Dreipunkt-Kraftheber anbot, was Anfang der 1960er-Jahre noch keine Selbstverständlichkeit in dieser Schlepperklasse war.Sam Kennedy, Miezan van Zyl (Hrsg.): The Tractor Book: The Definite Visual History, Dorling Kindersley, London 2015, ISBN 978-0-241-01482-0, S. 125
Festigung der Marktposition in den 1970er-Jahren mini|Kubota L245 1971 brachte Kubota den ersten selbst entwickelten Schlepper mit Allradantrieb auf den Markt. Das Unternehmen konzentrierte sich auf den Ackerschleppermarkt unterhalb der 50-PS-Klasse und baute seine Marktposition weiter aus. 1974 trat Kubota mit einer Niederlassung in Frankreich erstmals auf dem europädischen Landmaschinenmarkt in Erscheinung. 1976 beschäftigte Kubota in Japan 17.785 Mitarbeiter, hatte 17 Produktionsstätten und eine Marktkapitalisierung von fast 200 Mio. USD, was 1976 rund 9 % der Marktkapitalisierung aller in Japan ansässiger Hersteller landwirtschaftlicher Geräte (2,3 Mrd. USD) entsprach. Zum Geschäft gehörten neben der Produktion landwirtschaftlicher Nutzfahrzeuge auch weiterhin die Herstellung von Wasserleitungen sowie die Herstellung von Fertighäusern.U.S. Department of Commerce, Industry and Trade Administration (Hrsg.): U.S. Export Opportunities to Japan, Band 57, 1978, S. 28 Wichtigstes Produkt des Unternehmens war jedoch der Kubota L245, ein Schlepper mit Dreizylinder-Dieselmotor und 25 PS. Er wurde von 1976 bis 1985 angeboten.Sam Kennedy, Miezan van Zyl (Hrsg.): The Tractor Book: The Definite Visual History, Dorling Kindersley, London 2015, ISBN 978-0-241-01482-0, S. 164.
Nordamerikanischer Markt ab Ende der 1970er-Jahre mit neuer Produktionsmethode Anfang der 1980er-Jahre war der Bereich der landwirtschaftlichen Geräte und Nutzfahrzeuge bereits seit mehreren Jahren das Kerngeschäft von Kubota. Am Hauptproduktionsstandort Sakai stellte der Konzern auf einem rund 200.000 m² großen Gelände in einer etwa 130.000 m² großen Produktionsanlage mit 2000 Mitarbeitern Klein- und Großschlepper, Bodenbearbeitungsgeräte, selbstfahrende Mähdrescher und Industriemotoren her. Die Produktion war bereits damals schon stark auf den Export ausgerichtet, was geringe Produktionskosten und eine große Produktionskapazität erforderte. Um die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern, führte Kubota bis 1983 nach und nach Single Minute Exchange of Die (SMED) ein, um die Rüstzeiten des Maschinenparks zu verringern.Shigeo Shingō: A Revolution in Manufacturing: The SMED System, Productivity Press, Cambridge/Massachusetts/Norwalk 1985, ISBN 978-0-915299-03-4, S. 191.
Auf dem nordamerikanischen Ackerschleppermarkt war Kubota 1972 eingestiegen. Das Unternehmen steigerte dort bis 1983 seinen Marktanteil auf 13,5 %. Damit war Kubota gemessen an den verkauften Schleppern die am schnellsten wachsende Traktorenmarke in den USA. Joseph R. Barse, der 1990 im Auftrag des U.S. Department of Agriculture und Economic Research Service die sieben wichtigsten Industrien, die die US-Landwirtschaft von 1966 bis 1986 beeinflussten, untersuchte, führte dies darauf zurück, dass Kubota vor allem im Segment der Kleinschlepper bis 40 PS Motorleistung besonders erfolgreich war. Ferner war Kubota auch der einzige japanische Schlepperhersteller auf dem US-Markt mit einem eigenen Vertriebsnetzwerk.Joseph R. Barse: Seven Farm Input Industries, U.S. Department of Agriculture, Economic Research Service, 1990, S. 98.
1980er Jahre: Yen-Aufwertung und Computerhardware