Raboldshausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Neuenstein im osthessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Geographische Lage Der Ort liegt im Knüllgebirge am Oberlauf des Geisbaches. Etwa 3 km südlich des Dorfes erhebt sich der Eisenberg, mit der höchste Berg des Knüllgebirges. Durch Raboldshausen führt die Landesstraße 3155. Der öffentliche Personennahverkehr erfolgt durch die RKH Bus GmbH mit der Linie 370. Nachbarorte sind Salzberg im Südwesten und Saasen im Osten.

Geschichte Ortsgeschichte Als „Rabenshusen“ wurde der Ort im Jahre 1224 erstmals erwähnt. Schon 1585 gehörte das Dorf zum Gericht Neuenstein. Raboldshausen kam 1745 an die Landgrafschaft Hessen-Kassel und wurde dort zum Mittelpunkt des Amtes Raboldshausen. Nach der Auflösung des Amtes 1821 bestand noch ein erstinstanzliches Gericht, das Justizamt Raboldshausen am Ort, bis es 1867 aufgehoben wurde.

Die evangelische Pfarrkirche wurde 1791 erbaut. Sehenswert sind die Wandgrabmäler derer von Wallenstein. mini|hochkant|Holnsteiner Kapelle Auf einer Waldwiese etwa 1,7 km südöstlich des Dorfs am Südhang des Holnsteinkopfes befand sich das um 1400 wüst gefallene Dorf Holnstein. Die 1936 ausgegrabenen Grundmauern seiner Dorfkirche wurden 1999 neu vermörtelt. In der Nähe steht ein Sühnekreuz aus dem späten Mittelalter, das mit dem verlassenen Dorf Holnstein jedoch nichts zu tun hat.Neuenstein, OT Raboldshausen, Lkr. Hersfeld-Rotenburg, A: nördl. Ortsausgang, ‘Bruderstein’ auf www.kreuzstein.eu.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 31. Dezember 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Aua, Gittersdorf, Mühlbach, Raboldshausen, Saasen, Salzberg und Untergeis freiwillig zur neuen Gemeinde Neuenstein. Für die ehemaligen Gemeinden wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Raboldshausen angehört(e):

ab 1742: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Homberg ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Homberg 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Schwarzenborn ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Homberg ab 1817: Kurfürstentum Hessen, Amt Neuenstein ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis RotenburgVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 75. Trennung von Justiz (Assistenzamt Neuenstein) und Verwaltung ab 1823: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Homberg ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Homberg ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg ab 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fritzlar-Homberg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Fritzlar-Homberg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fritzlar-Homberg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld ab 1971: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld ab 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg, Gemeinde NeuensteinAm 31. Dezember 1971 als Ortsbezirk zur Gemeinde Neuenstein.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Raboldshausen 573 Einwohner. Darunter waren 3 (0,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 81 Einwohner unter 18 Jahren, 231 zwischen 18 und 49, 132 zwischen 50 und 64 und 132 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 255 Haushalten. Davon waren 75 Singlehaushalte, 66 Paare ohne Kinder und 90 Paare mit Kindern, sowie 31 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 57 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 159 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1585: 80 Hausgesesse • 1741: 122 Häuser • 1747: 127 Hausgesesse

Historische Religionszugehörigkeit mini|hochkant|Evangelische Kirche • 1861: 757 evangelisch-reformierte, 8 unierte, ein katholischer, 92 jüdische Einwohner (mit Militärpersonal) • 1885: 674 evangelische (= 91,95 %), keine katholischen, ein anderer christlich-konfessioneller (= 0,14 %), 58 jüdische (= 7,91 %) Einwohner • 1961: 613 evangelische (= 87,32 %), 69 katholische (= 9,83 %) Einwohner

Politik Für Raboldshausen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Raboldshausen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 62,19 %. Alle Mitglieder gehören der „Bürgerliste Raboldshausen“ (BLR) an. Der Ortsbeirat wählte Ulrich Schwarz zum Ortsvorsteher.

Sehenswürdigkeiten Für die unter Denkmalschutz stehenden Kulturdenkmale des Ortes siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Raboldshausen.

Literatur

Weblinks Ortsteile der Gemeinde In: Webauftritt der Gemeinde Neuenstein.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Hersfeld-Rotenburg Kategorie:Geographie (Neuenstein, Hessen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971