Pinot Meunier (oder SchwarzrieslingFerdinand Regner, Karel Hanak, Cornelia Eisenheld: Verzeichnis der österreichischen Qualitätsweinrebsorten und deren Klone, 2. Auflage 2015, HBL und BA für WB, Klosterneuburg., Müllerrebe)Frank Schoonmaker: Das Wein-Lexikon. Die Weine der Welt. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-596-21872-1, S. 156, Artikel Müllerrebe, dort ein Verweis auf die Synonyme Schwarzriesling und Pinot Meunier ist eine Rotweinsorte und zählt zur Gruppe der Burgundersorten.

Abstammung, Herkunft Die Sorte ist eine Mutation von Pinot noir (oder umgekehrt), die schon im 16. Jahrhundert bekannt war.Association of dwarfism and floral induction with a grape ‘green revolution’ mutation Boss & Thomas, Nature 416, S. 847–850 (25. April 2002). Ferdinand Regner, Leiter der Abteilung Rebenzüchtung am Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg, nimmt an, dass der Schwarzriesling bei zahlreichen Kreuzungszüchtungen (sehr oft mit Traminer) beteiligt war und den Urvater der Burgunderfamilie darstellt.Genetic Relationships Among Pinots and Related Cultivars Regner, Stadlbauer, Eisenheld & Kaserer, Am. J. Enol. Vitic. 51:1:7–14 (2000).

Paul K. Boss und Mark R. Thomas vom CSIRO Plant Industry and Cooperative Research Centre for Viticulture in Glen Osmond, Australien, fanden heraus, dass die Rebe aufgrund eines mutierten Gens nicht auf Gibberellinsäure, ein Pflanzenhormon, anspricht. Dies erklärt den unterschiedlichen Reifeverlauf und die etwas geringere Größe im Vergleich zu Spätburgunderbeeren.

Name Den Namen Müllerrebe trägt die Sorte, weil ihre stark behaarten Blätter auf der Unterseite aussehen, als wären sie mit Mehl bestäubt. In Deutschland ist deshalb auch Müllerrebe ein Synonym für den Schwarzriesling, in Österreich Blaue Postitschtraube (Anbau in der Steiermark und in der Ostschweiz) und in Australien Miller’s Burgundy (Anbau in Südostaustralien).

Ampelografische Sortenmerkmale mini|Blattform

Die Triebspitze ist offen, stark dichtfilzig und weißwollig behaart. Die mittelgroßen Blätter sind rundlich, meist fünflappig, mittelstark gebuchtet. Die Stielbucht ist V-förmig offen bis geschlossen. Das Blatt ist stumpf gesägt. Die Blattoberfläche ist rau und blasig derb. Die Blattunterseite ist dichtwollig behaart (wie mit Mehl bestäubt, daher der Name Müllerrebe). Die konus- bis walzenförmige Traube ist mittelgroß und dichtbeerig. Die rundlichen bis ovalen Beeren sind klein bis mittelgroß und von schwarzblauer Farbe.

Die Sorte hat einen hängenden Wuchs, weshalb sich die Triebe schwer aufheften lassen. Sie hat eine mittelspäte Reife.

Eigenschaften Die Eigenschaften und Ansprüche sind denen des Blauen Spätburgunders sehr ähnlich. Sie stellt an Boden und Klima geringere Ansprüche als der Spätburgunder und gilt infolge des späten Austriebs als spätfrostunempfindlich. Sie besitzt auch eine gute Winterfrostwiderstandsfähigkeit. Sie ist wenig anfällig gegen Echten Mehltau und Falschen Mehltau. Wegen der Dichtbeerigkeit besteht erhöhte Anfälligkeit für Botrytis.

Wein Die Trauben liefern einen Wein mit rubin- bis ziegelroter Farbe und fruchtigem Aroma.

Ertrag Durch die geringere Verrieselungsgefahr ist die Sorte relativ ertragssicher.

Verbreitung Weltweit gibt es eine Anbaufläche von 14.695 ha (2016). Die fünf Länder mit den größten Anbauflächen waren:K. Anderson, N. R. Aryal: Database of National, Regional and Global Winegrapes Bearing areas by Variety, 1960 to 2016, Format: xlsx, (englisch), 1. September 2020.

Land Rebfläche ha 2016Frankreich 12.130Deutschland 2.002Vereinigtes Königreich 202Moldawien 138Australien 82Weltanbaufläche 2016 14.695 Frankreich In der Champagne nimmt Pinot Meunier ca. 30 % der Rebfläche ein (11.087 ha, Stand 2010) und ist neben Pinot noir und Chardonnay Bestandteil der Grundweine des Champagners. Die meisten Rebflächen liegen im Tal der Marne. (→ siehe auch den Artikel Weinbau in Frankreich)

Deutschland In Deutschland waren im Jahr 2015 2.058 ha (= 2 % der deutschen Rebfläche) mit der Rebsorte Pinot Meunier bestockt. In den letzten Jahren nahm die Rebfläche auf 1.698 ha (≈1,6 %) der bestockten Rebfläche ab.

Anbaugebiet Fläche ha 2015Fläche ha 2022Deutschland2.0581.698Rheinland-PfalzStatistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (2016): Statistische Berichte – Bestockte Rebflächen 2015. Bad Ems, C I - j/15, Kennziffer: C1073 201500, .244225Pfalz145124Rheinhessen8080Mittelrhein2Mosel1111Nahe7Baden-WürttembergStatistisches Bundesamt (2016): Land- und Forstwirtschaft, Fischerei. Landwirtschaftliche Bodennutzung – Rebflächen. Fachserie 3 Reihe 3.1.5.1.7301.403Württemberg1.4921.201BadenDeutscher Weinbauverband (2016): 19. Sonderbericht 2016 – Bestockte Rebflächen 2015238202Bayern (Franken)7762Hessen33Hessische Bergstraße11Rheingau32Neue Bundesländer2Thüringen30Sachsen22Sachsen-Anhalt2

Synonyme Synonyme: 70; Auvergnat Gris, Auvernat Blanc, Auvernat Gris, Auvernat Meunier, Black Cluster, Blanc Meunier, Blanche Feuille, Blaue Postitschtraube, Blauer Riesling, Bourgogne Miller’s, Carpinet, Cerny Mancujk, Credinet, Enfarine, Farineux, Farineux Noir, Fernaise, Feuille Blanche, Fresillon, Fromente, Fruehe Blaue Muellerrebe, Fruehe Muellerrebe, Goujean, Goujeau, Gris Meunier, Meunier, Meunier Crni, Meunier Noir, Meusnier, Miller Grape, Miller’s Burgundy, Miller’s Grape, Mlinarica Rana Modra, Mlynarka, Molnar Toke Kek, Molnarszoeloe, Molnir Toke Kek, Monje Crni, Morillon Tacone, Morillon Taconne, Morone Farinaccio, Moucnik, Mueller, Muellerebe, Muellerrebe, Muellertraube, Muellerweib, Munier, Munier Grape, Noirien de Vuillapans, Noirin Enfarine, Ordinaere Muellerrebe, Pineau Meunier, Pinot Femelle, Pinot Negro, Plant de Brie, Plant Meunier, Postitschtraube, Rana Modra Mlinaria, Rana Modra Mlinarica, Rana Modra Molinaria, Resseau, Riesling Noir, Sarpinet, Schwarzblaue Muellerrebe, Schwarze Riesling, Schwarzer Riesling, Schwarzriesling, Trezillon, Wrotham Pinot.

Literatur

Hoffmann Kurt et al.: Baden und seine Burgunder. Verlag Rombach, Freiburg 1981, ISBN 3-7930-0273-X.

Weblinks

Einzelnachweise