Interplay Entertainment (von der Gründung 1983 bis 1998 Interplay Productions) ist ein US-amerikanischer Spieleentwickler und -publisher.

Geschichte 1983 bis Mitte der 1990er-Jahre Interplay Productions wurde im Jahr 1983 in Süd-Kalifornien von ehemaligen Mitarbeitern des Computerspieleherstellers Boone Corporation gegründet. Präsident war Brian Fargo. Die Mitarbeiter waren zunächst auszunehmend jung; noch 1987 waren alle Angestellten unter 30 Jahre alt.Filfre.net: Erste Bekanntheit erlangte das Entwicklerstudio durch die Computer-Rollenspiele The Bard’s Tale und Wasteland. Mitte der 1980er-Jahre trat Interplay in den von den Medien so betitelten „Parser war“ (Parser-Krieg) ein – die Interplay-Entwickler standen in direkter Konkurrenz zu den Programmierteams von anderen Textadventureproduzenten wie Telarium oder Synapse Software, die ebenfalls daran arbeiteten, einen Parser zu entwickeln, der dem von Marktführer Infocom ebenbürtig oder gar überlegen wäre.

Im Jahr 1988 begann Interplay, Spiele anderer Hersteller zu vertreiben. Anfang der 90er erwarb Interplay Lizenzrechte für Star Trek, um damit Spiele wie Star Trek: 25th Anniversary, Star Trek: Judgment Rites, Star Trek: Starfleet Command (I und II)und Star Trek: New Worlds umzusetzen. Große Bekanntheit erlangte Interplay 1995 als Publisher des 3D-Raumschiff-Shooters Descent. Im selben Jahr erwarb Interplay die Lizenzen für die Kampagnenwelten Vergessene Reiche und Planescape des Rollenspiel-Regelwerks Dungeons & Dragons, auf deren Grundlage interne Entwicklerteams mehrere Spiele entwarfen. Seit 1998 firmierte Interplays Rollenspiel-Abteilung schließlich unter dem Namen Black Isle Studios.RPGPlanet.com:

Niedergang ab Ende der 1990er-Jahre 1998 ging Interplay an die US-amerikanische Börse NASDAQ. Trotz einiger erfolgreicher Spiele wie Fallout und Baldur’s Gate und dem Versuch, mit Interplay Movies in der Filmwelt Fuß zu fassen, gelang es nicht, langfristig Gewinne zu erzielen. In den darauf folgenden sieben Jahren verzeichnete die Firma nur Verluste.

Als Hauptgrund für den Niedergang Interplays nannte Brian Fargo in späterer Zeit, dass es dem Unternehmen nicht rechtzeitig gelungen war, sich im Konsolenmarkt zu positionieren. Demnach hatte die Firma den Zyklus für die 5. Konsolengeneration verpasst, sodass ein Einstieg und Aufbau der entsprechenden Entwicklungskompetenzen vor dem Aufkommen der Nachfolger-Generation nur wenig erfolgversprechend schien. Gleichzeitig ließen die Einnahmen im Kernmarkt der PC-Spiele immer stärker nach und die Einnahmen der erfolgreichen D&D-Spiele wie Baldur's Gate wurden durch die vertraglich festgelegten Lizenzzahlungen an TSR und Entwickler BioWare deutlich reduziert. Schließlich fehlte Interplay im Vergleich zu anderen Publishern auch ein zugkräftiges Franchise, das sich auch auf Konsolen umsetzen ließ, nachdem das Spielprinzip des zugkräftigsten Titels Baldur's Gate stark auf die PC-Plattform zugeschnitten war. Die Übernahmen von Shiny Entertainment und die dreijährige Entwicklung von Wild 9 stellte zumindest einen Versuch dar, in gewissem Umfang im Konsolenmarkt Fuß zu fassen, der sich aber finanziell nicht auszahlte. Die Summe der Ursachen führte schließlich dazu, dass das Unternehmen zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Die Übernahme Shinys erfolgte sukzessive. 1995 erwarb Interplay 91 % des Unternehmens von Firmeneigner David Perry für 3,6 Millionen US-Dollar, die restlichen 9 % wurden 2001 für 600.000 Dollar erworben. Im April 2002 verkaufte Interplay Shiny für 47 Millionen an Infogrames und dessen Tochter Atari (vormals GT Interactive).

2001 wurde der französische Publisher Titus Interactive Mehrheitsaktionär des schwächelnden Unternehmens, ohne es jedoch vollständig zu übernehmen. Januar 2002 verließ Brian Fargo das Unternehmen wegen Uneinigkeiten mit dem neuen Mehrheitseigner. Titus-Gründer Hervé Caen übernahm daraufhin die Geschäftsführung. Ebenfalls 2002 beendete Interplay größtenteils seine Tätigkeiten als Publisher und ließ von da an seine Spiele durch Vivendi Universal Games vertreiben. Im selben Jahr wurde Interplay aufgrund des niedrigen Firmenwertes vom NASDAQ gestrichen. Ende 2002 / Anfang 2003 verlor Interplay die D&D-Lizenz, sodass das Entwicklungsstudio Black Isle die seit zwei Jahren laufenden Arbeiten an Baldur's Gate 3: The Black Hound (interner Arbeitstitel: Project Jefferson) einstellen musste.GameBanshee.com: Im Laufe des Jahres 2003 ordnete Interplay schließlich auch die Einstellung der weit fortgeschrittenen Entwicklungsarbeiten an einem Nachfolger zu Fallout 2 an, um sich zukünftig auf die Entwicklung von Konsolenspielen zu konzentrieren, was letztlich zur Schließung des Entwicklerstudios "Black Isle Studios" führte. Im Juli 2004 vergab Interplay eine Lizenz zur Entwicklung von Fallout 3 (und die Option für Teil 4 und 5) an Bethesda Softworks,1Up.com: Commission File Number 0-24363 INTERPLAY ENTERTAINMENT CORP. (englisch) die Markenrechte verblieben jedoch bei Interplay. Am 8. Juni 2004 wurde Interplay aufgrund seit über einem Monat nicht mehr gezahlten Löhnen von staatlicher Seite geschlossen, jedoch bald darauf wieder geöffnet.

Im August 2004 meldete Interplay-Mehrheitseigner Titus Insolvenz an und wurde zerschlagen. Infolgedessen drohte auch Interplay die Schließung, beispielsweise wurde sofort die Interplay Webseite vom Netz genommen. Erst am 4. Juli 2005 war die Webseite wieder online, diesmal mit einem unabhängigen Interplay dahinter.

Entwicklung ab 2006 Ende 2006 gab Interplay bekannt, einen Investor gefunden zu haben und sich nun voll auf die Entwicklung eines Onlineablegers der Fallout-Serie mit dem Arbeitstitel Project V13 zu konzentrieren. Um dies finanzieren zu können, verkaufte Interplay unter anderem im April 2007 für 5,75 Millionen US-Dollar und unter Einbehaltung einer Entwicklungslizenz für ein Fallout-MMO die Fallout-Markenrechte an Bethesda Softworks und wurde so vom Lizenzgeber zum Lizenznehmer. Für dieses Projekt gab es vertragliche Auflagen, die nach Meinung Bethesdas nicht eingehalten wurden, weshalb 2009 eine Klage angestrebt wurde. Interplay dagegen zog seinerseits vor Gericht und warf Bethesda vor, selbst durch Blockade von Project V13 gegen den Vertrag verstoßen zu haben. Dieser Rechtsstreit wurde im Januar 2012 außergerichtlich beigelegt, indem Bethesda Interplay zwei Millionen Dollar zahlte und dafür die Rechte am MMOG erhielt sowie ab 1. Januar 2014 auch für Fallout, Fallout 2 und Fallout Tactics.

Am 22. August 2012 gab Interplay die Wiederbelebung der hauseigenen Black Isle Studios bekannt. Im Juni 2013 erwarb Interplay für 7.500 US-Dollar vom insolventen Spielepublisher THQ die Markenrechte der Weltraum-Flugsimulationen Conflict: Freespace und Freespace 2.

Entwickelte Videospiele Die folgende Liste zeigt die von Interplay entwickelten Videospiele alphabetisch gelistet.

VÖ-Datum Titel Plattform(en) 2000 American Deer Hunter PlayStation 2001 Baldur’s Gate: Dark Alliance PlayStation 2, Xbox, GameCube2004Baldur’s Gate: Dark Alliance 2PlayStation 2, Xbox1985The Bard’s Tale: Tales of the UnknownCommodore 641986The Bard’s Tale II: The Destiny KnightCommodore 641988The Bard’s Tale III: The Thief of FateCommodore 641999Baseball 2000PlayStation1994BlackthorneSuper Nintendo Entertainment System1994Heart of the AlienSega Mega-CD1995Boogerman: A Pick and Flick AdventureMega Drive, SNES 1985 Borrowed Time Commodore 64, MS-DOS, Amiga, Atari ST, Mac OS, Apple II 1998 Cesar's Palace 2 PlayStation, Game Boy 2000 Caesars Palace 2000: Millennium Gold Edition DreamcastCasino Fun PackGame BoyCasperGame BoyClay FighterMega Drive, SNESClay Fighter IISNESClay Fighter 63 1/3Nintendo 64Clay Fighter: Tournament EditionSNESClay Fighter ExtremePlayStationClaymatesSNES1996Conquest of the New WorldPC1997Conquest of the New World Deluxe EditionPCCrime KillerPlayStationCyberiaSega SaturnDescent MaximumPlayStation2000EvolvaPC2004Fallout: Brotherhood of SteelPlayStation 2, Xbox1995StonekeepPC1997FalloutPC1998Fallout 2PCGekido: Urban FightersPlayStation2000Giants: Citizen KabutoPC, PlayStation 21998Heart of DarknessPC, PlayStationHunter: The ReckoningXboxIncomingDreamcast 1990 J.R.R. Tolkien's The Lord of the Rings Vol. 1 Amiga, MS-DOS, FM-Towns, PC-98 1997 Jimmy Johnson's VR Football 98 PlayStation 1999 Kingpin: Life of Crime Linux, PC 1993 The Lost Vikings Commodore Amiga, Mega DriveLost Vikings II: Norse by NorsewestPlayStation, SNESMechanized Assault and Exploration (M.A.X.)PCMDK 2DreamcastMDK 2 ArmageddonPlayStation 21984 Mindshadow Amiga, Amstrad CPC, Apple II, Atari 8-bit, Atari ST, Commodore 64, Macintosh, PC Booter, ZX SpectrumOffroad OutlawsPlayStation 2Out of this WorldSNESPocket GT RacingGame BoyR/C Stunt CopterPlayStationRe-LoadedPlayStation1996Realms of the HauntingPCRed AsphaltPlayStationRenegade RacerDreamcastRoboCop vs. The TerminatorGame BoyRock & Roll RacingMega Drive, SNESRPM RacingSNESSacrificePC1997Star Trek: Starfleet AcademyPC, SNES1992Star Trek: 25th AnniversaryMS-DOS, Amiga, klassisches Mac OS, Windows, macOS, Linux1993Star Trek: Judgment RitesMS-DOS, klassisches Mac OSSuper Runabout: San Francisco EditionDreamcastStonekeepPC 1986 Tass Times in Tonetown DiverseTempest XPlayStation 1984 The Tracer Sanction Apple II, Commodore 64, PC BooterTrack MeetGame BoyVirtual TennisPlayStationViva SoccerPlayStationVR Baseball 99PlayStationVR Golf 97PlayStationVR Pro PinballPlayStation1987WastelandCommodore 64Wicked SurfingGame BoyWild 9PlayStationWild Wild RacingPlayStation 2

Vertriebene Spiele

Weblinks Offizielle Website

Einzelnachweise

Kategorie:Unternehmensgründung 1983 Kategorie:Spielesoftwareunternehmen (Kalifornien) Kategorie:Unternehmen (Beverly Hills)